Ge­kom­men, um zu blei­ben

Ju­do: Auf­stei­ger Bu­do Club Karls­ru­he star­tet in die Frau­en-Bun­des­li­ga

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Ha­rald Lin­der

Wenn am kom­men­den Sams­tag die Ju­do-Bun­des­li­ga der Frau­en in die neue Sai­son star­tet, sind auch die Kämp­fe­rin­nen des Bu­do Club Karls­ru­he (BCK) da­bei. Mit dem Auf­stieg im ver­gan­ge­nen Jahr en­de­te ei­ne 20-jäh­ri­ge Erst­li­gaAb­sti­nenz, was auch dar­an lag, dass sich die BCK-Ju­do­kas sei­ner­zeit aus der 1. Bun­des­li­ga zu­rück­ge­zo­gen hat­ten, weil man das „Wett­rüs­ten“nach der da­mals be­schlos­se­nen Bun­des­li­ga-Re­form, die den Ein­satz be­lie­big vie­ler Aus­län­de­rin­nen mit Wohn­sitz in Deutsch­land und bis zu zwei aus­län­di­schen Kämp­fe­rin­nen mit Wohn­sitz im Aus­land zu­ließ, nicht mit­ma­chen woll­te. „Wir konn­ten und woll­ten es uns nicht leis­ten, viel Geld für aus­län­di­sche Ath­le­tin­nen aus­zu­ge­ben. Und zu­dem ent­sprach dies nicht der Phi­lo­so­phie des BCK, den ei­ge­nen Nach­wuchs aus­zu­bil­den

Sams­tag, 29. April: Ers­ter Kampf in Spey­er

und zu för­dern“, sagt die heu­ti­ge BCKPrä­si­den­tin Ni­co­le Saam, die selbst noch in der ers­ten Li­ga kämpf­te und stolz dar­auf ist, den Auf­stieg mit Ath­le­tin­nen aus dem ei­ge­nen Nach­wuchs oder aus der Re­gi­on ge­schafft zu ha­ben. Die­ser Phi­lo­so­phie, vor­wie­gend auf die ei­ge­nen Kräf­te zu bau­en, will man auch in der ers­ten Li­ga treu blei­ben, was für das Team um Heim­keh­re­rin Sap­pho Co­ban ge­gen ei­ne fast über­mäch­ti­ge Kon­kur­renz nicht ein­fach wird. Al­lein der Etat der TSG Backnang, wo­hin Co­ban in der ver­gan­ge­nen Sai­son aus­ge­lie­hen war, um auf Erst­li­ga­ni­veau zu kämp­fen, soll an­geb­lich rund 70 000 Eu­ro be­tra­gen und wä­re da­mit sie­ben Mal so hoch wie die knapp 10 000 Eu­ro, die der BCK auf­wen­den kann. Den­noch geht man in der „Al­ten Reit­hal­le“mit Zu­ver­sicht in die Sai­son. „Wir sind ge­kom­men, um zu blei­ben“, sagt Ab­tei­lungs­lei­ter Fa­bi­an Schley und Ni­co­le Saam weist dar­auf hin, dass mit der ehe­ma­li­gen Ju­nio­ren-Welt­meis­te­rin Sap­pho Co­ban (22), de­ren 18-jäh­ri­ger Schwes­ter Xe­nia und der eben­falls erst 18-jäh­ri­gen La­ra Krän­kel im­mer­hin drei Ath­le­tin­nen für den BCK kämp­fen, die dem B-Ka­der des DJB an­ge­hö­ren. Die BCK-Frau­en stel­len ei­nes der jüngs­ten Teams der Li­ga, von de­nen so­gar ein gro­ßer Teil noch im Ju­nio­ren­be­reich (U 21) oder so­gar im Ka­det­ten­be­reich (U 18) star­ten darf. Ein­zi­ge aus­län­di­sche Kämp­fe­rin ist die Fran­zö­sin Nat­ha­lie Rou­viè­re, die al­ler­dings schon lan­ge dem BCK an­ge­hört und mitt­ler­wei­le auch für den Deut­schen Ju­do Bund start­be­rech­tigt ist. Zu­sam­men mit Lui­sa Froitz­heim ist die 21-Jäh­ri­ge auch für die or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ab­läu­fe und für die Mann­schafts­auf­stel­lung zu­stän­dig. Ne­ben dem BCK kämp­fen noch der deut­sche Meis­ter TSV Groß­ha­dern, der deut­sche Vi­ze­meis­ter JSV Spey­er, die TSG Backnang, der JC Wies­ba­den und der KSV Ess­lin­gen in der Süd­grup­pe der Li­ga. Dort ha­ben die BCK-Frau­en als Auf­stei­ger nur zwei Mal Heim­recht und müs­sen drei Mal aus­wärts an­tre­ten. Gleich zum Auf­takt geht es am Sams­tag, 29. April (18 Uhr), zum Top­team nach Spey­er. Die­se Hür­de dürf­te für die BCK-Frau­en noch zu hoch sein. Aber ei­ne Wo­che spä­ter, im ers­ten Heim­kampf (Sams­tag, 6. Mai, 17 Uhr) in der „Al­ten Reit­hal­le“rech­net sich der Auf­stei­ger aus Karls­ru­he ge­gen den JC Wies­ba­den durch­aus Sieg­chan­cen aus.

Jes­si­ca Gre­ther (links) ist in der Klas­se bis 57 Ki­lo­gramm für das Bun­des­li­ga-Team von Auf­stei­ger BC Karls­ru­he ge­mel­det. Mit Aus­nah­me der Fran­zö­sin Nat­ha­lie Rou­viè­re, die al­ler­dings auch für den Deut­schen Ju­do-Bund start­be­rech­tigt ist, be­steht der Ka­der kom­plett aus deut­schen Kämp­fe­rin­nen. Fo­to: GES/Hurst

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