Traum­haus mit klei­nen Feh­lern

Fe­ri­en­woh­nun­gen lie­gen im Trend

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Reise & Urlaub - Rai­ner Krau­se/srt

Ur­laub im Fe­ri­en­haus oder in ei­ner Fe­ri­en­woh­nung ist vor al­lem für Fa­mi­li­en ver­lo­ckend. Lie­gen die Vor­tei­le doch auf der Hand: Im Ver­gleich zu ei­nem Ho­tel­auf­ent­halt kann man den Ur­laub un­ge­zwun­ge­ner ver­brin­gen. Man kann es­sen und schla­fen, wann man will, und spart da­bei noch ein paar Eu­ro. Ganz ein­fach wird es den Fe­ri­en­heim-Ur­lau­bern al­ler­dings nicht ge­macht. So wer­den sie nach kla­ren Pau­schal­prei­sen bei vie­len Fe­ri­en­woh­nungs­an­ge­bo­ten ver­ge­bens su­chen. Der groß an­ge­ge­be­ne Wo­chen­preis ist näm­lich oft gar nicht der end­gül­ti­ge. Denn ir­gend­wo beim Klein­ge­druck­ten steht die Ru­brik „Ne­ben­kos­ten“: Kau­ti­on, Strom und Hei­zung nach Ver­brauch, Bett­wä­sche, End­rei­ni­gung – das al­les muss manch­mal noch zu­sätz­lich be­zahlt wer­den. In Dä­ne­mark bei­spiels­wei­se wer­den die Ver­brauchs­kos­ten von Was­ser, Gas und Strom üb­li­cher­wei­se se­pa­rat be­rech­net. Das kann vor al­lem bei Häu­sern mit Pool ins Geld ge­hen. Denn der wird in der Re­gel elek­trisch be­heizt wie auch oft das Haus selbst. Die­sen Schwie­rig­kei­ten geht aus dem Weg, wer die Fe­ri­en­woh­nung beim Rei­se­ver­an­stal­ter bucht. Die sonst üb­li­chen Ne­ben­kos­ten sind dann schon in den Preis ein­ge­rech­net. Ne­ben kla­ren Prei­sen hat das pau­schal ge­buch­te Fe­ri­en­heim auch bei Streit­fäl­len Vor­tei­le. Denn nor­ma­ler­wei­se fal­len Fe­ri­en­Ar­les woh­nun­gen un­ter das Miet­recht. An­ge­bo­te aus ei­nem Pau­schal­rei­se­ka­ta­log da­ge­gen wer­den nach dem deut­schen Rei­se­ver­trags­recht be­ur­teilt. Es schützt den Ver­brau­cher bes­ser als das Miet­recht und bie­tet bei­spiels­wei­se auch Preis­min­de­rung bei ei­ner ver­schmutz­ten Woh­nung und Scha­dens­er­satz we­gen ver­geu­de­ter Ur­laubs­zeit. Des­we­gen muss man sich aber nicht scheu­en, di­rekt beim Ei­gen­tü­mer oder über ei­nen Ver­mitt­ler zu bu­chen. Nur soll­ten ein paar Fein­hei­ten be­dacht wer­den. Denn es kommt im­mer wie­der vor, dass Be­trü­ger – auch über se­riö­se Ver­mitt­ler­por­ta­le – ein Fe­ri­en­do­mi­zil an­bie­ten, das gar nicht exis­tiert, und die Mie­te auf schnell wie­der auf­ge­lös­ten Kon­ten im Aus­land ver­schwin­det. Das muss ei­nen nicht ver­un­si­chern. Die Be­trü­ger sind ein­fach zu ent­lar­ven. Ist nur ei­ne E-Mail-Adres­se an­ge­ben und feh­len Na­me, Adres­se und Te­le­fon­num­mer des Ver­mie­ters, dann ist das ein deut­li­cher Hin­weis. Stut­zig wer­den soll­te man bei all­zu nied­ri­gen Miet­prei­sen oder un­ge­wöhn­li­chen Zah­lungs­wei­sen. Si­cher geht man bei Zah­lung per Last­schrift oder Kre­dit­kar­te. Dann kann man das Geld im Be­trugs­fall wie­der zu­rück­ho­len. So­gar bei ver­trau­ens­wür­di­gen Ver­mie­tern soll­te man nur bu­chen, wenn ei­ne de­tail­lier­te Be­schrei­bung der Woh­nung oder des Hau­ses vor­liegt. Die Be­schrei­bung im In­ter­net si­chert man auf dem Rech­ner oder druckt sie aus. In der Be­schrei­bung soll­ten die­se Punk­te an­ge­ge­ben sein: Grö­ße und Art (Woh­nung oder Haus, Qua­drat­me­ter, Zim­mer­zahl), Bet­ten (An­zahl, wo, Art), Aus­stat­tung (Kü­che, dort vor­han­de­ne Ge­rä­te wie Ge­schirr­spül­ma­schi­ne, TV, Wasch­ma­schi­ne,

Das Klein­ge­druck­te un­be­dingt le­sen

Hei­zung, Park­platz, Gar­ten­mö­bel), La­ge (in Fe­ri­en­an­la­ge, Wohn­vier­tel, Ver­gnü­gungs­vier­tel oder an Durch­gangs­stra­ße, Ent­fer­nung zu Strand und Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten). Dann soll­ten al­le zu­sätz­li­chen Ab­ma­chun­gen schrift­lich ge­trof­fen wer­den. Ei­ne vor­be­rei­te­te Check­lis­te ver­hin­dert, dass da­bei Wich­ti­ges über­se­hen wird. Be­stä­ti­gen las­sen soll­te man sich den Preis und die ver­ein­bar­te Per­so­nen­zahl. Wich­tig ist auch, die Hö­he der Kau­ti­on und die Kos­ten bei Rei­se­rück­tritt fest­zu­le­gen. Fal­len zu­sätz­lich zum Miet­preis Ne­ben­kos­ten an, lässt man sich die­se ein­zeln je­weils mit Prei­sen auf­füh­ren. Das kön­nen sein: Strom, Gas, Was­ser, Hei­zung, Leih­ge­büh­ren für Lie­gen oder Ge­rä­te, Kur­ta­xe, Steu­ern, Ver­si­che­rung, Haus­tie­re, Park­ge­büh­ren. Und schließ­lich soll­te man deut­sches Miet­recht ver­ein­ba­ren und ei­nen Ge­richts­stand in Deutsch­land, so­weit das mög­lich ist.Sonst kann es ei­ni­ge Über­ra­schun­gen ge­ben: Liegt die ge­mie­te­te Vil­la in Frank­reich, kann es sein, dass nach fran­zö­si­schem Recht pro­zes­siert wer­den muss – auch vor ei­nem deut­schen Ge­richt. Und mit dem Stutt­gar­ter Ver­mie­ter muss man sich vi­el­leicht vor ei­nem fran­zö­si­schen Ge­richt in strei­ten, weil es ein eu­ro­päi­sches Ab­kom­men so vor­schreibt. Auch wenn das pri­va­te Fe­ri­en­do­mi­zil über ein Rei­se­bü­ro am Hei­mat­ort ge­bucht wird, schützt das nicht vor die­sen Schwie­rig­kei­ten. Denn das Rei­se­bü­ro ist nor­ma­ler­wei­se nur Ver­mitt­ler und nicht Ver­mie­ter. Ist die Woh­nung et­wa schmut­zig und vol­ler Un­ge­zie­fer, dann kann man sich nicht an das Rei­se­bü­ro hal­ten. Das haf­tet nur für Feh­ler bei der Ver­mitt­lung, bei­spiels­wei­se wenn es statt ei­ner Woh­nung für sechs Per­so­nen ein kusch­lig-klei­nes Ap­par­te­ment für ein Pär­chen be­stellt hat.

Vil­la im Wald: Die Bu­chung des rich­ti­gen Fe­ri­en­hau­ses ist der ers­te Schritt zur Ur­laubs­er­ho­lung. Um un­lieb­sa­me Über­ra­schun­gen zu ver­mei­den, soll­ten Mie­ter Wert auf kla­re An­ga­ben und Ver­ein­ba­run­gen le­gen. Fo­to: Cen­ter Parcs

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