Das war’s für den KSC

Ab­stieg in die 3. Li­ga ist be­sie­gelt / „Kei­ner­lei Aus­schrei­tun­gen“

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Alex­an­der Sar­ter

Der Karls­ru­her ist zum zwei­ten Mal in­ner­halb von fünf Jah­ren aus der 2. Fuß­ball-Bun­des­li­ga ab­ge­stie­gen. Das 1:3 (1:1) des ba­di­schen Tra­di­ti­ons­klubs am 31. Spiel­tag im Süd­west-Der­by ge­gen den 1. FC Kai­sers­lau­tern be­sie­gel­te ges­tern den bit­te­ren Gang in die 3. Li­ga – nicht ein­mal zwei Jah­re nach dem Fast-Auf­stieg in die 1. Bun­des­li­ga. Das Ab­stiegs-Schick­sal hat­te den KSC zu­letzt 2012 er­eilt. Da­mals ge­lang Karls­ru­he (deut­scher Meis­ter 1909, DFB-Po­kal­sie­ger 1955 und 1956) an­schlie­ßend der

1:3-Nie­der­la­ge ge­gen den 1. FC Kai­sers­lau­tern

so­for­ti­ge Wie­der­auf­stieg. Vor 18037 Zu­schau­ern im Wild­park­sta­di­on er­ziel­ten Kacper Pr­zy­byl­ko (4.), Se­bas­ti­an Kerk (68.) und Jac­ques Zoua (87.) die To­re für den eben­falls ab­stiegs­be­droh­ten FCK. Da­vid Kin­som­bi (35.) traf für das Ta­bel­len­Schluss­licht in dem „Hoch­ri­si­ko­spiel“, bei dem es laut Po­li­zei „kei­ner­lei Aus­schrei­tun­gen“gab. Der KSC hat aus den zu­rück­lie­gen­den acht Par­ti­en le­dig­lich ei­nen Punkt ge­holt. „Wir ha­ben uns wie­der selbst ge­schla­gen durch dum­me Feh­ler“, sag­te KSC-Sport­di­rek­tor Oli­ver Kreu­zer bei Sky: „Die Mann­schaft ist ver­pflich­tet al­les zu ge­ben, um die nö­ti­ge Fair­ness in den wei­te­ren Spie­len zu wah­ren.“ KSC-An­hän­ger hat­ten sich schon vor der Par­tie von ih­rer Mann­schaft dis­tan­ziert. „Der größ­te Ima­ge­scha­den für den Ver­ein steht auf dem Ra­sen“und „Für uns war auf­ge­ben nie ei­ne Op­ti­on – für Euch schein­bar schon“stand auf Trans­pa­ren­ten im Fan­block. Zu­dem wur­de das Heim­team nicht an­ge­feu­ert. Der­weil ha­ben die Pla­nun­gen für die 3. Li­ga – die trotz der Etat-Hal­bie­rung von 10,5 auf rund fünf Mil­lio­nen Eu­ro nur Durch­gangs­sta­ti­on sein soll – längst be­gon­nen. „Wir be­fas­sen uns be­reits jetzt ernst­haft und ver­ant­wor­tungs­voll mit der 3. Li­ga. Da­zu ge­hört, dass wir al­les dar­an set­zen, die wirt­schaft­li­chen Vor­aus­set­zun­gen zu schaf­fen, um die Li­zenz für die 3. Li­ga zu er­hal­ten“, sag­te der nicht mehr un­um­strit­te­ne Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther, der sich al­lerDie dings der wich­ti­gen Un­ter­stüt­zung von Geld­ge­ber und Vi­ze­prä­si­dent Gün­ter Pi­lar­s­ky si­cher sein kann, vor dem Spiel: „Au­ßer­dem ist un­se­re kla­re Ziel­set­zung, dass wir in der nächs­ten Sai­son den so­for­ti­gen Wie­der­auf­stieg schaf­fen.“Am Neu­bau des Wild­park­sta­di­ons soll nicht ge­rüt­telt wer­den. En­de des ver­gan­ge­nen Jah­res hat­ten sich die Stadt und der KSC auf den Bau ver­stän­digt. Die Ar­bei­ten sol­len An­fang 2018 be­gin­nen, 2020 soll die Are­na fer­tig sein. Die Ge­samt­kos­ten für das neue Sta­di­on, das 35000 Zu­schau­ern Platz bie­tet, be­lau­fen sich auf rund 113 Mil­lio­nen Eu­ro. Im sport­li­chen Be­reich ist Ma­na­ger Oli­ver Kreu­zer da­bei, die Wei­chen zu stel­len. So wur­de der Ver­trag mit Trai­ner Marc-Patrick Meis­ter trotz des un­aus­weich­li­chen Ab­stiegs bis 2019 ver­län­gert. Meis­ter ist seit dem 5. April Chef­trai­ner, er folg­te auf den er­folg­lo­sen Mir­ko Slom­ka und war zu­vor seit Ja­nu­ar als Co-Trai­ner der Pro­fi­mann­schaft ak­tiv. Da­mit Meis­ter Er­folg hat, muss sich im Team al­ler­dings viel än­dern. Das ließ Ka­pi­tän Dirk Or­lis­hau­sen bei sei­ner Ge­ne­ral­ab­rech­nung er­ken­nen. „Ich ha­be ein paar Er­klä­run­gen für den Ab­stieg im Kopf – aber das ist nichts für die Öf­fent­lich­keit“, sag­te der Tor­wart: „Wir hat­ten vier Trai­ner – und kei­nen Er­folg. Da muss sich je­der hin­ter­fra­gen. Jetzt muss es ein Rei­ne­ma­chen ge­ben, um un­be­las­tet in die neue Sai­son zu ge­hen.“

KSC-Trai­ner Marc-Patrick Meis­ter soll den di­rek­ten Wie­der­auf­stieg mit dem KSC schaf­fen. Sei Ver­trag wur­de trotz des Ab­stiegs in die 3. Li­ga bis 2019 ver­län­gert. Fo­to: GES

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