BVB bangt um Rang drei

Dort­mund nur 0:0 ge­gen Köln / Ova­tio­nen für Su­bo­tic

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Heinz Bü­se

Ne­ven Su­bo­tic ge­hör­te am En­de der un­ty­pi­schen Null­num­mer die gro­ße Büh­ne ganz al­lein. Mit der Hand auf dem Her­zen stand der Köl­ner Ab­wehr­spie­ler vor der mäch­ti­gen Süd­tri­bü­ne und ver­neig­te sich vor den Dort­mun­der Fans. Selbst die ei­ni­ge Me­ter ab­seits­ste­hen­den BVB-Pro­fis spen­de­ten an­er­ken­nend Ap­plaus. Die Rück­kehr des eins­ti­gen BVB-Pro­fis, der zur­zeit als Leih­spie­ler das Tri­kot des 1. FC Köln trägt, ge­riet beim 0:0 zwi­schen bei­den Mann­schaf­ten zum emo­tio­na­len Hö­he­punkt. „Die acht­ein­halb Jah­re hier wa­ren ein Se­gen. Das ist ei­ne Bin­dung, die noch in 100 Jah­ren be­ste­hen wird“, kom­men­tier­te Su­bo­tic sicht­lich be­wegt. Dar­über hin­aus gab es für den BVB-An­hang je­doch we­nig zu fei­ern. Nur drei Ta­ge nach dem be­rau­schen­den 3:2-Er­folg im DFB-Po­kal­halb­fi­na­le beim FC Bay­ern muss­te ihr Team im Kampf um die di­rek­te Cham­pi­ons-Le­ague-Qua­li­fi­ka­ti­on ei­nen Rück­schlag hin­neh­men. Der kräf­te­zeh­ren­de Auf­tritt in

Jetzt „End­spiel“für den BVB ge­gen Hof­fen­heim

Mün­chen mach­te sich vor al­lem in der Of­fen­si­ve be­merk­bar: Vor 81 360 Zu­schau­ern im aus­ver­kauf­ten Si­gnal Idu­na Park fehl­te der Punch, um aus den zahl­rei­chen Mög­lich­kei­ten Ka­pi­tal zu schla­gen. „Ich bin be­geis­tert, wie viel wir da rein­in­ves­tiert ha­ben. Aber das gibt es nur im Fuß­ball, dass solch ein Spiel un­ent­schie­den aus­geht“, klag­te Dort­mund Trai­ner Tu­chel. Da­mit ge­rät das wich­tigs­te Sai­son­ziel der Bo­rus­sia in Ge­fahr. Mit ei­nem Sieg heu­te ge­gen Frank­furt könn­te Hof­fen­heim vor­bei­zie­hen und als Drit­ter mit zwei Zäh­lern Vor­sprung am kom­men­den Sams­tag zum Fi­na­le um die Kö­nigs­klas­se nach Dort­mund rei­sen. Trotz des Rück­schlags wirk­te Tu­chel nicht ge­f­rus­tet: „Es gibt kei­nen Grund, sich die Lau­ne ver­mie­sen zu las­sen. Nur die Prä­zi­si­on im Tor­ab­schluss hat uns heu­te um den Sieg ge­bracht.“Erst­mals nach zu­vor 21 Pflicht­spie­len blieb der BVB oh­ne ei­ge­nen Tref­fer. Da­bei lag er be­reits zur Halb­zeit bei den Tor­schüs­sen mit 11:2 vorn. Tref­fern von Pier­re-Eme­rick Auba­meyang (15.) und Mar­co Reus (34.) ver­wei­tes ger­te Schieds­rich­ter To­bi­as Sti­e­ler zu Recht we­gen Ab­seits­stel­lun­gen die An­er­ken­nung. An­ders als Tu­chel hat­te Pe­ter Stö­ger al­len Grund zur Freu­de. Schließ­lich ent­wi­ckelt sich der FC-Trai­ner mehr und mehr zum BVBSchreck. Auch in sei­nem sechs­ten Spiel auf der Köl­ner Bank ge­gen den Re­vier­club blieb er oh­ne Nie­der­la­ge. „In Dort­mund ein Un­ent­schie­den zu ho­len, ist kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Wir sind sehr, sehr hap­py mit die­sem Punkt.“Bei al­lem Lob über ei­ne ge­schlos­se­ne Mann­schafts­leis­tung hob Stö­ger ei­nen Spie­ler be­son­ders her­vor: „Mei­ner Mei­nung nach hat Ne­ven Su­bo­tic ein au­ßer­ge­wöhn­lich gu- Spiel ge­macht. Es war für ihn ei­ne un­ge­wöhn­li­che Si­tua­ti­on. Das hat er über­ra­gend ge­meis­tert. Er hat hier zu Recht ei­nen ho­hen Stel­len­wert.“Lo­gisch, dass Su­bo­tic nach der Par­tie der ge­frag­tes­te Spie­ler war. Aus­sa­gen zu sei­ner Zu­kunft blieb er je­doch schul­dig: „Ich möch­te zu ei­nem Ver­ein, der mich braucht. Ich will Fuß­ball spie­len.“Doch zwi­schen den Zei­len war er­kenn­bar, dass er am liebs­ten zur Bo­rus­sia zu­rück­keh­ren wür­de – wenn ihm denn Tu­chel mehr Ein­satz­zei­ten in Aus­sicht stel­len wür­de. „Dass ich mich hier wohl­füh­le, ist un­ter­trie­ben“, so Su­bo­tic.

Mann des Ta­ges: Der von Dort­mund nach Köln aus­ge­lie­he­ne Ne­ven Su­bo­tic (rechts) bot an al­ter (und wie­der künf­ti­ger?) Wir­kungs­stät­te ei­ne Top-Par­tie. Auch BVB-ler Pier­re-Eme­rick Auba­meyang gra­tu­lier­te. Fo­to: avs

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