Kann sich das rä­chen?

Fer­ra­ri-Stra­te­gie: Jetzt kein Ri­si­ko – aber Stra­fen dro­hen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Jens Marx

Fer­ra­ri will jetzt kein Ri­si­ko ein­ge­hen – und könn­te da­für am En­de wo­mög­lich zah­len. Vier Tur­bo­la­der dür­fen die Formel-1-Teams in die­sem Jahr ver­wen­den. Macht bei 20 Ren­nen ei­nen für fünf Grand Prix. Fer­ra­ri hat aber be­reits vor dem heu­ti­gen vier­ten Sai­son­lauf den drit­ten Tur­bo­la­der ein­ge­baut. „Das ist viel­leicht An­fang der Sai­son nicht der Plan ge­we­sen“, sag­te Fer­ra­ris WM-Spit­zen­rei­ter Se­bas­ti­an Vet­tel in Sot­schi, mein­te aber auch. „So wie ich es ver­ste­he, ist es kein gro­ßes Pro­blem.“Vor­sichts­maß­nah­men, be­kräf­tig­te Fer­ra­ris Stre­ckenMotor­chef Lu­i­gi Fr­abo­ni. „Wir sind in ei­ner stra­te­gi­schen Pha­se der Sai­son, und wir wol­len im Mo­ment kei­nen Feh­ler ma­chen.“Der of­fen­sicht­lich auch not­ge­drun­gen mo­di­fi­zier­te Plan ging bis­her auf. Und nach­dem Vet­tel in Sot­schi sei­ne ers­te Po­le Po­si­ti­on seit an­dert­halb Jah­ren ein­ge­fah­ren hat, star­tet der Hep­pen­hei­mer heu­te vom ers­ten Platz in den Gro­ßen Preis von Russ­land (14 Uhr/ RTL). Der WM-Spit­zen­rei­ter setz­te sich im Qua­li­fy­ing vor sei­nem Team­kol­le­gen Ki­mi Räik­kö­nen (Finn­land) und den bei­den Mer­ce­des-Pi­lo­ten Valt­te­ri Bot­tas (Finn­land) und Le­wis Ha­mil­ton (Groß­bri­tan­ni­en) durch. Erst­mals seit Frank­reich 2008 ste­hen wie­der bei­de Fer­ra­ri in der ers­ten Start­rei­he. „Ich bin heu­te sehr glück­lich, aber wir blei­ben mit bei­den Bei­nen auf dem Bo­den“, sag­te Fer­ra­ri-Te­am­chef Maurizio Ar­riv­a­be­ne. Vet­tel hat­te im Sep­tem­ber 2015 in Sin­ga­pur die bis da­to letz­te Fer­ra­ri-Po­le ein­ge­fah­ren. Vor dem heu­ti­gen GP von Russ­land führt Fer­ra­ri in der Fah­rer­wer­tung mit sei­nem deut­schen Star­pi­lo­ten mit sie­ben Punk­ten vor Mer­ce­des-Wi­der­sa­cher Ha­mil­ton. In der Kon­struk­teurs­wer­tung mit drei Punk­ten vor dem deut­schen Werks­renn­stall und Welt­meis­ter der ver­gan­ge­nen drei Jah­re. Das Ziel ist auch klar. Fer­ra­ri will erst­mals seit 2008 wie­der den Te­am­ti­tel ho­len und in der Fah­rer­wer­tung erst­mals seit dem Tri­umph von Ki­mi Räik­kö­nen 2007 wie­der den Pi­lo­ten-Cham­pi­on stel­len. Ein er­neu­tes Schei­tern im vor­erst letz­ten Ver­trags­jahr von Vet­tel bei der Scu­de­ria ist kei­ne Op­ti­on für Ober-Boss Ser­gio Mar­chion­ne. Der Fi­at- und Fer­ra­ri-Chef gra­tu­lier­te dem Team zu den Sie­gen in Aus­tra­li­en und Bah­rain per öf­fent­li­chem State­ment. „Wir sind nun ab­so­lut zu­ver­sicht­lich, dass un­ser Sieg in Mel­bourne nicht nur ein ein­ma­li­ger Er­folg war, son­dern dass wir bis zum En­de bei die­ser WM vorn da­bei sind.“Frag­lich ist al­ler­dings, ob Vet­tel und Fer­ra­ri straf­frei durch die Sai­son kom­men. Der frü­he Ein­satz der drei Tur­bo­la­der könn­te eher das Ge­gen­teil ver­mu­ten las­sen. Soll­te der fünf­te ein­ge­baut wer­den müs­sen, gibt es ei­ne Straf­ver­set­zung von zehn Plät­zen für den Fah­rer des be­trof­fe­nen Au­tos in der Start­auf­stel­lung.

Drei von vier Tur­bo­la­dern wur­den schon ein­ge­baut

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