We­ni­ger Au­tos, mehr Spek­ta­kel?

DTM: Mit ei­ni­gen Neue­run­gen in die Sai­son 2017 / Fans noch nä­her dran

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Man­fred Spitz

Die DTM er­fin­det sich 2017 ein Stück weit neu. Sie ver­sucht es je­den­falls. Nicht zum ers­ten Mal. Mit ei­nem über­ar­bei­te­ten sport­li­chen und tech­ni­schen Re­gle­ment wol­len die Ver­ant­wort­li­chen der Tou­ren­wa­gen­se­rie in der be­vor­ste­hen­den Sai­son wie­der mehr At­trak­ti­vi­tät ein­hau­chen. Die Au­tos von Au­di, BMW und Mer­ce­des-AMG wer­den spek­ta­ku­lä­rer, die Rei­fen kniff­li­ger – und die Leis­tung der Fah­rer wie­der mehr in den Vor­der­grund ge­rückt. Kurz­um: Ein neu­es Renn­for­mat, neue Rei­fen, ab­ge­rüs­te­te Ae­ro­dy­na­mik, statt­des­sen auf über 500 PS auf­ge­motz­te Vier­li­ter-V8-Mo­to­ren, das sind die Zu­ta­ten, mit de­nen das an­ge­kratz­te Image der Se­rie auf­po­liert und für mehr Spek­ta­kel ge­sorgt wer­den soll. An­de­rer­seits: In der DTM-Sai­son 2017, die tra­di­tio­nell am kom­men­den Wo­che­n­en­de auf dem Ho­cken­heim­ring be­ginnt, schrumpft das Feld von 24 auf 18 Star­ter. Die drei Her­stel­ler set­zen je­weils nur noch sechs Fahr­zeu­ge ein. Aus Kos­ten­grün­den. We­ni­ger Au­tos für mehr Show? Ist das – trotz Re­gle­ments­face­lift – wirk­lich das Ei des Ko­lum­bus? 18 Fahr­zeu­ge sei „die un­te­re Gren­ze“, sag­te der neue Chef der DTM-Da­ch­or­ga­ni­sa­ti­on ITR, Ger­hard Ber­ger, in ei­nem In­ter­view mit der Augs­bur­ger All­ge­mei­nen. „Es ist okay. Aber hof­fent­lich sind wir in der La­ge, zu­künf2005), tig wie­der mehr Au­tos an den Start zu brin­gen... Ei­ne Zahl Mit­te 20 wä­re ide­al“, füg­te Ber­ger hin­zu. Der Ex-Formel-1-Pi­lot über­nahm das Ru­der vom „Va­ter der DTM“, Hans Wer­ner Auf­recht. Der Wech­sel an der DTMSpit­ze ist Teil ei­ner um­fas­sen­den Wei­ter­ent­wick­lung der Tou­ren­wa­gen­se­rie, die schritt­wei­se rea­li­siert wer­den soll. „Die Ve­rän­de­run­gen am Fahr­zeug sind deut­lich spür­bar – be­son­ders die Kom­bi­na­ti­on aus we­ni­ger Ae­ro, mehr Leis­tung und den neu­en Rei­fen. Das geht für mich ab­so­lut in die rich­ti­ge Rich­tung. Ich glau­be, wir wer­den die­ses Jahr viel Spaß ha­ben“, meint Au­di-Fah­rer Mat­ti­as Ek­ström, der dienst­äl­tes­te DTM-Pi­lot. „Ich bin über­rascht, wie schnell die neu­en Au­tos sind. Es gibt we­ni­ger Ab­trieb, aber mehr Po­wer und Rei­fen mit mehr Haf­tung. Im Ren­nen wird es si­cher ei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung, dar­auf zu ach­ten“, ver­deut­licht Paul die Res­ta (Mer­ce­des). „Die Bo­xen­stopps mit Rei­fen­wech­sel brin­gen in Ver­bin­dung mit den neu­en Rei­fen und dem Ver­bot von Rei­fen­heiz­de­cken deut­lich mehr tak­ti­sche Mög- lich­kei­ten und wer­den hof­fent­lich für mehr Über­hol­ma­nö­ver auf der Stre­cke sor­gen“, freut sich Ti­tel­ver­tei­di­ger Mar­co Witt­mann (BMW) über die Neue­run­gen. Das neue sport­li­che Re­gle­ment sieht zwei gleich lan­ge Ren­nen (Sams­tag und Sonn­tag) mit je­weils ei­nem vor­ge­schrie­be­nen Bo­xen­stopp vor. So­mit gibt es pro Renn­wo­chen­en­de vier St­un­den Fahr­zeit: die bei­den 55-mi­nü­ti­gen Ren­nen so­wie drei Trai­nings­ein­hei­ten à 30 Mi­nu­ten und zwei Qua­li­fy­ings à 20 Mi­nu­ten. Das „an­ge­pass­te For­mat soll den Zu­schau­ern an bei­den Ta­gen des Renn­wo­chen­en­des mehr Un­ter­hal­tung bie­ten“, sagt ITRVor­stand Florian Zitzlsper­ger. Au­ßer­dem ge­währt die DTM 2017 Ein­bli­cke in die Boxen: Drei von ih­nen, ei­ne je Her­stel­ler, ste­hen den Fans künf­tig of­fen. In­ha­ber ei­nes Fah­rer­la­ger­ti­ckets er­hal­ten beim so­ge­nann­ten „Pit View“Zu­gang zu ei­ner Box, von der aus die Ar­beit in den bei­den be­nach­bar­ten Ga­ra­gen be­ob­ach­tet wer­den kann – und das auch wäh­rend der meis­ten DTM-Ses­si­ons. „Das ist groß­ar­tig. Ab­so­lut per­fekt. Die Fans müs­sen die Au­tos auch ein­mal aus der Nä­he se­hen kön­nen“, fin­det Mer­ce­des-Mann Paul di Res­ta. Bei den Un­ter­türk­hei­mern wird ein Nach­fol­ger für Pas­cal Wehr­lein, den DTMCham­pi­on 2015, drin­gend ge­sucht. Mit di Res­ta (Meis­ter 2010), Ga­ry Paf­fett (Meis­ter Ro­bert Wi­ckens und dem von Au­di ge­kom­me­nen 2016er-Vi­ze­meis­ter Edo­ar­do Mort­a­ra ist das En­sem­ble po­ten­zi­el­ler Mer­ce­des-Ti­tel­an­wär­ter groß. Bei BMW ist der am­tie­ren­de Cham­pi­on und 2014er Ge­samt­sie­ger Mar­co Witt­mann die weiß-blaue Speer­spit­ze; Ti­mo Glock fuhr bei der Ge­ne­ral­pro­be in Ho­cken­heim die Best­zeit al­ler Test­ta­ge. Und Au­di? Die In­gol­städ­ter wol­len nach 2013 end­lich wie­der die Fah­rer­meis­ter­schaft ge­win­nen. Mit ei­nem rund­er­neu­er­ten Ka­der um Ek­ström, Ja­mie Gre­en und dem letz­ten Au­di-Meis­ter Mi­ke Ro­cken­fel­ler soll der gro­ße Wurf ge­lin­gen.

Ek­ström: Ich glau­be, wir wer­den viel Spaß ha­ben

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