Zu­nächst die Mit­te be­haup­ten

Tennis: Bun­des­li­gist TC Rüppurr muss et­li­che Aus­fäl­le ver­kraf­ten

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Pe­ter Tre­bing

Von der Meis­ter­schaft spricht man nicht beim Tennis-Bun­des­li­gis­ten TC Rüppurr. Das hat ei­ner­seits mit dem Bud­get zu tun, das zur Ver­fü­gung steht. An­de­rer­seits mit der feh­len­den Pla­nungs­si­cher­heit in punc­to Mann­schafts­auf­stel­lung, mit der Te­am­ma­na­ger Markus Schur aber Jahr für Jahr le­ben muss. Drei Spie­le­rin­nen pro Par­tie kön­ne er meist schon früh­zei­tig be­nen­nen, beim Rest wür­de sich dies erst kurz­zei­tig er­ge­ben, um­reißt Schur die Pro­ble­ma­tik: „Da müs­sen wir Ge­duld und gu­te Ner­ven ha­ben.“Und eben auch ein we­nig dar­auf hof­fen, dass die Wunsch­spie­le­rin­nen schon früh aus den par­al­lel zur Bun­des­li­ga-Sai­son statt­fin­den­den Tur­nie­ren flie­gen. Das sei in der Tat ei­ne „ko­mi­sche Si­tua­ti­on“, gibt Schur zu. Des ei­nen Leid wä­re in die­sen Fäl­len dann tat­säch­lich des an­de­ren (TC Rüppurr) Freud.

Ers­tes Heim­spiel ge­gen Ham­burg am 19. Mai

So ähn­lich läuft es auch in Sa­chen Fi­nan­zen. Für die kom­men­den zwei Spiel­zei­ten sei der Bun­des­li­ga-Spiel­be­trieb zwar si­cher ge­stellt, sagt TCR-Prä­si­dent Tho­mas Volk­mar. Doch die Su­che nach Spon­so­ren bleibt trotz­dem ein Dau­er­the­ma. Da müs­sen man eben auch auf „Bet­tel­tour“ge­hen, wie Volk­mar dies nennt. Doch das macht man of­fen­sicht­lich ziem­lich gut. Die vie­len Kleins­pon­so­ren, ins­ge­samt cir­ca 50, sei­nen eben in der Sum­me enorm wich­tig, um den Etat zu fi­nan­zie­ren. Der be­wegt sich auch für die Sai­son 2017 im nied­ri­gen sechs­stel­li­gen Be­reich. Oder et­was prä­zi­ser for­mu­liert: „Es steht ei­ne Eins am An­fang und die zwei­te Zahl ist klei­ner als fünf.“(Voll­mar). Geld, das aber nicht nur an die Spie­le­rin­nen fließt. Dar­in sind sämt­li­che Kos­ten ent­hal­ten, auch die für das Rah­men­pro­gramm bei den Heim­spie­len. Et­was, das auch Te­am­ma­na­ger Schur au­ßer­ge­wöhn­lich fin­det, denn: „Die meis­ten Ver­ei­ne ma­chen nichts.“Die­ses Pa­ket aus sport­li­cher Qua­li­tät und an­spre­chen­dem Am­bi­en­te fin­det so­gar Meis­ter Re­gens­burg so gut, dass er es für sei­ne ei­ge­nen Heim­spie­le ko­piert. Auch ei­ne Form der An­er­ken­nung. Um­ge­kehrt wür­de Markus Schur wohl auch ger­ne das Re­gens­bur­ger Er­folgs­re­zept ko­pie­ren, das man auf ei­ne ein­fa­che Formel re­du­zie­ren könn­te: Al­les ver­pflich­ten, was Rang und Naal­so men hat. Das aber funk­tio­niert beim TC Rüppurr nicht, des­halb tritt Prä­si­dent Voll­mar bei den sport­li­chen Am­bi­tio­nen auch sanft auf die Brem­se: „Die Mit­te be­haup­ten, mit dem Blick nach oben.“Die Fa­vo­ri­ten sind an­no 2017 eben an­de­re. Zu­nächst ein­mal Ti­tel­ver­tei­di­ger Re­gens­burg und dann auch noch der Ham­bur­ger „Club an der Als­ter“. „We­gen der Mel­de­lis­ten“, sagt Schur, der er­gänzt: „Ich wür­de uns mit Stutt­gart gleich­set­zen.“Blie­ben noch drei Clubs üb­rig, die die bei­den Ab­stei­ger un­ter sich aus­ma­chen wer­den: Der TC Ra­dolf­zell, Blau Weiß Aa­chen und Blau Weiß Ber­lin. Doch sol­che Ein­schät­zun­gen kön­nen sich auch schnell än­dern. Die Bun­des­li­ga sei eben ein Glücks­spiel, meint Markus Schur. Egal, wie vie­le As­se man im Är­mel hat, könn­te man die­se Ein­schät­zung er­gän­zen. Denn Spie­le­rin­nen wie Lau­ra Sie­ge­mund und Man­dy Mi­nella ste­hen nicht im­mer zur Ver­fü­gung. Und der ge­plan­te „Kern der Mann­schaft“exis­tiert beim TC Rüppurr schon jetzt nicht mehr. Ge­ra­de erst muss­te die Nie­der­län­de­rin Micha­el­la Kra­jicek we­gen ih­rer fünf­ten Knie­ope­ra­ti­on pas­sen. Re­ca-Lu­ca Ja­ni und An­na Bon­dar ste­hen we­gen Kreuz­band­ris­sen nicht zur Ver­fü­gung. Zwei Stamm­spie­le­rin­nen sind noch ge­blie­ben: Dal­ma Gal­fi (Un­garn) und Lau­ra Pous Tio (Spa­ni­en). Die Un­ga­rin Ag­nes Buk­ta soll des­halb mög­lichst oft die Lü­cke fül­len, die Kra­jicek hin­ter­lässt. Los geht die Punk­te­jagd für die TCR-Ten­nis­spie­le­rin­nen am 14. Mai mit der Par­tie beim TC Ra­dolf­zell, das ers­te Heim­spiel ist auf den Sonn­tag, 19. Mai, ter­mi­niert. Geg­ner ist „Der Club an der Als­ter“. Und im Team von Markus Schur sol­len dann nach Mög­lich­keit mit Sie­ge­mund und Mi­nella min­des­tens zwei der Spie­le­rin­nen ste­hen, die das Bud­get doch et­was mehr be­las­ten als et­wa das Kern­team um Gal­fi und Pous Tio.

Ak­tu­ell ist sie die Num­mer 68 der Welt­rang­lis­te: Man­dy Mi­nella. Die Lu­xem­bur­ge­rin ge­hört wie­der zum Ka­der des Bun­des­li­gis­ten TC Rüppurr. Im ers­ten Heim­spiel der Sai­son ge­gen den „Club an der Als­ter“(Ham­burg) soll sie nach Mög­lich­keit im Ka­der von Te­am­ma­na­ger Markus Schur ste­hen. Fo­to: GES/Prang

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