Mehr als nur Op­tik

Ma­te­ri­al­viel­falt für je­den An­spruch

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Bauen Wohnen Modernisieren -

A lles nur Fas­sa­de“lau­tet das Mot­to bei der Su­che nach dem rich­ti­gen Out­fit für die Au­ßen­mau­er. Denn wie Klei­der Leu­te ma­chen, ist die Fas­sa­de das Aus­hän­ge­schild ei­nes je­den Hau­ses. An­hand der äu­ße­ren Wand­be­klei­dung ent­schei­det sich bin­nen Se­kun­den, wel­chen Ein­druck ein Ge­bäu­de beim Be­trach­ter hin­ter­lässt: Wirkt es eher ge­müt­lich oder ele­gant, schlicht oder de­si­gnori­en­tiert? Mit un­ter­schied­li­chen Far­ben, Ma­te­ria­li­en und Ober­flä­chen­struk­tu­ren ste­hen Bau­her­ren fast un­be­grenz­te Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten für die Au­ßen­fas­sa­de zur Ver­fü­gung. Ob aus Klin­ker oder Putz, mit Voll­holz­pro­fi­len oder aus­ge­fal­le­nem Farb­an­strich – auf wel­chen Fas­sa­den­typ die Wahl am En­de fällt, hängt ganz vom per­sön­li­chen Ge­schmack ab. Wel­che Va­ri­an­ten da­bei be­son­ders ge­fragt sind und wel­che Trends der­zeit vor­herr­schen, se­hen Sie hier.

Klin­ker wer­den aus den Na­tur­ma­te­ria­li­en Ton, Lehm und Was­ser her­ge­stellt. Durch Er­hit­zung auf über 1 000 Grad er­hal­ten die Klin­ker ih­re enor­me Wi­der­stands­kraft: Ob Re­gen, Schnee oder Son­nen­strah­len – sie trot­zen Wind und Wet­ter über Ge­ne­ra­tio­nen. Doch nicht nur we­gen ih­rer Ro­bust­heit sind Klin­ker bei Bau­her­ren und Ar­chi­tek­ten so be- Das Sor­ti­ment um­fasst ei­ne na­he­zu un­er­schöpf­li­che Farb­pa­let­te, die ein Le­ben lang licht­be­stän­dig bleibt. Da­bei ver­mit­teln tra­di­tio­nell nor­di­sches Rot oder na­tür­li­che Braun- und Gelb­tö­ne ein Ge­fühl der Wär­me. Edel und be­ru­hi­gend wir­ken da­ge­gen tief-blaue oder vio­let­te Klink­er­fas­sa­den. Die Ober­flä­che setzt beim Fas­sa­den­de­sign wei­te­re reiz­vol­le Ak­zen­te: Glatt, rau, be­san­det oder mit Was­ser­stri­ch­op­tik – die Tex­tur der St­ei­ne ist je nach Ge­schmack und Baustil va­ria­bel. Das­sel­be gilt für die Fu­gen­far­be oder den Zie­gel­ver­band: Je nach An­ord­nung er­ge­ben sich un­ter­schied­li­che An­mu­tun­gen, Mus­ter und Ef­fek­te.

Ne­ben Klin­ker ge­hört Putz zu den „Klas­si­kern“bei der Fas­sa­den­ge­stal­tung. Au­ßen­put­ze sind wah­re Al­les­kön­ner: Weil sie die Wand vor Feuch­tig­keit schüt­zen, er­höht sich die Be­stän­dig­keit der Ge­bäu­de­hül­le bei gleich­zei­ti­ger Auf­wer­tung der Wär­me­däm­mung. Die Aus­wahl an Ober­put­zen ist breit ge­fä­chert: Mi­ne­ra­li­sche Put­ze ver­bes­sern die Riss­fes­tig­keit der Fas­sa­de, far­bi­ge Edel­put­ze sind lich­techt, Kunst­har­ze re­gen­dicht und dif­fu­si­ons­of­fen. Al­le Putz­ar­ten ste­hen in na­he­zu al­len Farb­tö­nen zur Ver­fü­gung und las­sen vie­ler­lei Ex­pe­ri­men­te zu, gleich­wohl der Lieb­ling der Deut­schen im­mer noch Weiß ist – schlicht und zu­rück­hal­tend. Ro­sé, Hell­grau oder Pa­s­tel­lGelb sind eben­falls ge­frag­te Far­ben für die Putz­fas­sa­de.

Kräf­ti­ge­re Ko­lo­rie­run­gen lie­gen bei Bau­her­ren der­zeit ähn­lich hoch im Kurs, weil sie Ge­bäu­den Iden­ti­tät ver­lei­hen. Zu­dem las­sen sich mit Putz aus­drucks­star­ke Struk­tu­rie­run­gen er­zie­len – vom plas­ti­schen Streich­putz über de­ko­ra­ti­ven Kel­len­putz bis hin zum fein­glied­ri­gen Roll­putz, der mit Pin­seln oder Struk­tur­wal­zen auf­ge­tra­gen wird.

Bei der Wand­ver­klei­dung mit Holz muss sich der Bau­herr prin­zi­pi­ell zwi­schen zwei Va­ri­an­ten ent­schei­den: Voll­holz oder ei­ne Fas­sa­de aus Holz­werk­stof­fen? Bei Ers­te­rer ste­hen ihm Holz­schin­deln, Pro­fil­bret­ter oder Stülp- und Bo­den-De­ckel­scha­lun­gen aus ein­hei­mi­schen Höl­zern wie Fich­te, Tan­ne, Kie­fer oder Lär­che zur Aus­wahl. Ob der Bau­herr die Ele­men­te ho­ri­zon­tal, ver­ti­kal oder dia­go­nal an­ord­net, ist sei­ner ei­ge­nen Krea­ti­vi­tät über­las­sen – vor­aus­ge­setzt, es han­delt sich um ei­ne Vor­hang­fas­sa­de mit nicht tra­gen­den Auf­ga­ben.

Wich­tig ist da­bei auch ei­ne schnel­le Was­sera­blei­tung oder das An­brin­liebt: gen von Pro­fil­b­le­chen an ge­fähr­de­ten Stel­len. Im Ge­gen­satz zu Voll­holz kommt Plat­ten­wa­re erst in den letz­ten Jah­ren zum Ein­satz – bis­lang je­doch ver­mehrt an in­di­vi­du­el­len Ar­chi­tek­ten­ent­wür­fen.

Die Plat­ten aus zer­klei­ner­ten Holz­tei­len brin­gen statt Klein­tei­lig­keit flä­chi­ge Ele­men­te ins Spiel. Sä­gerau, ge­bürs­tet oder glatt ge­schlif­fen brin­gen sie zu­dem Struk­tur an die Wand. Ei­ne Fas­sa­de aus Sperr- oder Fur­nier­schicht­holz wä­re al­so auch fürs Ein­fa­mi­li­en­haus durch­aus ei­ne Über­le­gung wert.

Egal, wel­ches Kleid man der Fas­sa­de letzt­end­lich über­stülpt – ganz grund­sätz­lich heißt der ak­tu­el­le Trend bei der Fas­sa­den­ge­stal­tung: „Zu­rück zur Na­tur!“Ty­pisch da­für sind rus­ti­ka­le Ober­flä­chen, na­tür­li­che Ma­te­ria­li­en und war­me Far­ben.

Be­son­ders be­liebt sind der­zeit me­di­ter­ra­ne Ter­ra­cot­ta-Tö­ne, weil sie Wär­me und Be­hag­lich­keit aus­strah­len.

Da­ne­ben sind jetzt dunk­le Farb­tö­ne groß im Kom­men – bei­spiels­wei­se bei Vor­mau­er­zie­geln in An­thra­zit oder Schwarz. Ins­be­son­de­re im Kon­trast zu hel­le­ren Teil­stü­cken kom­men dunk­le Flä­chen gut zur Gel­tung und ver­lei­hen der Fas­sa­de ei­nen über­aus ele­gan­ten Cha­rak­ter.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.