Im­po­san­te Di­men­sio­nen

Die Hoch­burg bei Em­men­din­gen ist ei­ne der größ­ten Burg­rui­nen am Ober­rhein

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Freizeit & Ausflüge - SO

Die Hoch­burg bei Em­men­din­gen ist ei­ne der größ­ten Burg­rui­nen am Ober­rhein. Ge­ra­de im Früh­ling hat man von dort aus ei­ne spek­ta­ku­lä­re Aus­sicht auf die an­gren­zen­den Aus­läu­fer des Schwarz­walds und die Rhein­ebe­ne. Die Hoch­burg bie­tet aber auch ein­ma­li­ge Ein­bli­cke in die Ge­schich­te des Bur­gen- und Fe­s­tungs­baus. Im The­men­jahr „Über Kreuz“, das die Staat­li­chen Schlös­ser und Gär­ten Ba­den-Würt­tem­berg in die­sem Jahr an Ori­gi­nal­schau­plät­zen fei­ern, ste­hen die Re­for­ma­ti­on und ih­re Fol­gen im Mit­tel­punkt – auch in Em­men­din­gen. Die Hoch­burg gilt als ei­ne der be­deu­tends­ten Wehr­an­la­gen in Ba­den-Würt­tem­berg. Schließ­lich ist sie die größ­te Burg­rui­ne Süd­ba­dens. Vom Tal aus zei­gen sich ih­re im­po­nie­ren­den Di­men­sio­nen: Mit ei­ner Nor­dSüd-Aus­deh­nung von fast 250 Me­tern be­herrscht die mäch­ti­ge Fe­s­tung Wald, Wein­ber­ge und die gan­ze Um­ge­bung. Be­son­ders im lich­ten Grün des Früh­lings ist der Auf­stieg zur Burg mit dem noch frei­en Blick auf Tor­an­la­gen, Fe­s­tungs­gra­ben und Zwin­ger über­wäl­ti­gend. Und oben an­ge­kom­men, wird man für den Auf­stieg auch gleich be­lohnt: mit ei­ner spek­ta­ku­lä­ren Aus­sicht auf die früh­lings­grü­nen Aus­läu­fer des Schwarz­walds und die Rhein­ebe­ne bei Em­men­din­gen. Mark­graf Karl II. (1529 bis 1577) war es, der im Jahr 1556 die Re­for­ma­ti­on in Ba­den ein­führ­te. Ihm ver­dankt die Hoch­burg den um­fas­sen­den Neu­bau der Be­fes­ti­gungs­an­la­gen, die nach den da­mals mo­derns­ten Leh­ren des Fe­s­tungs­baus er­rich­tet wur­den. Nach der Re­for­ma­ti­on kam der mit­tel­al­ter­li­chen Hoch­burg ei­ne enor­me stra­te­gi­sche Be­deu­tung zu: Sie war nun Grenz­bas­ti­on zwi­schen der evan­ge­li­schen Mark­graf­schaft und dem ka­tho­li­schen Vor­der­ös­ter­reich. Mit dem Aus­bau zur Lan­des­fes­tung um 1600 un­ter Mark­graf Ge­org Fried­rich wur­de sie zur größ­ten Fe­s­tungs­an­la­ge in Ba­den. Dass die Hoch­burg ih­re heu­te noch sicht­ba­re Grö­ße er­hielt, ver­dankt sie den Kon­flik­ten zwi­schen ka­tho­li­schen und evan­ge­li­schen Län­dern. Denn dort, wo die Burg steht, mit dem Ein­zug der Re­for­ma­ti­on plötz­lich kon­kur­rie­ren­de Macht­blö­cke an­ein­an­der. Die evan­ge­li­schen Mark­gra­fen woll­ten mit der Hoch­burg ih­re Macht und ih­re Gren­zen auf Dau­er si­chern. Kurz nach der Ein­füh­rung der Re­for­ma­ti­on be­gann da­her der Aus­bau zur Fe­s­tung und spä­ter zur Lan­des­fes­tung. Im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg wur­de die Burg je­doch von kai­ser­li­chen – ka­tho­li- – Trup­pen ein­ge­nom­men und zer­stört. Nach ei­nem teil­wei­sen Wie­der­auf­bau wa­ren es schließ­lich Trup­pen des fran­zö­si­schen Kö­nigs Lud­wig XIV., die 1688 im Erb­fol­ge­krieg die ma­jes­tä­ti­sche Fe­s­tung voll­ends zur Rui­ne mach­ten. Für Familien bie­tet die Hoch­burg bei Em­men­din­gen Aben­teu­er pur. Denn die rie­si­ge Burg steckt vol­ler Rit­ter­ge­schich­ten. Wie hag­renz­ten ben die Be­woh­ner der rie­si­gen Burg ge­lebt? Wa­ren die Be­fes­ti­gun­gen aus ei­nem Guss oder das Werk meh­re­rer Ge­ne­ra­tio­nen? Wie hat die Burg funk­tio­niert? Für wie vie­le Leu­te war sie ge­baut wor­den? Die Ge­bäu­de und die enor­me Aus­deh­nung der Fe­s­tungs­an­la­ge bie­ten bei Füh­run­gen vie­le An­läs­se für Ge­schich­te und Ge­schich­ten. Und im Burg­mu­se­um gibt es echte Ka­no­nen­ku­geln zu be­schen stau­nen. Die Füh­run­gen auf der Hoch­burg sind die Sa­che des tra­di­ti­ons­rei­chen Hoch­burg-Ver­eins. Und so kommt es, dass al­le, die hier die Ge­schich­te prä­sen­tie­ren, sehr en­ga­giert sind: Sie zei­gen ih­re ganz ei­ge­ne Hoch­burg – ein be­son­de­res Er­leb­nis.

Die Hoch­burg bei Em­men­din­gen bie­tet ein­ma­li­ge Ein­bli­cke in die Ge­schich­te des Bur­gen- und Fe­s­tungs­baus. Im The­men­jahr „Über Kreuz“, das die Staat­li­chen Schlös­ser und Gär­ten Ba­den-Würt­tem­berg in die­sem Jahr an Ori­gi­nal­schau­plät­zen fei­ern, ste­hen die Re­for­ma­ti­on und ih­re Fol­gen im Mit­tel­punkt – auch in Em­men­din­gen. Fo­to: Men­de / SSG

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.