Ist der Mut­ter­tag noch zeit­ge­mäß?

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell - Er/Fotos: Fa­b­ry

„Ja, ab­so­lut“, be­tont Na­ta­lie Schwei­zer (34), Stu­di­en­ko­or­di­na­to­rin aus Rhein­stet­ten. „Müt­ter tun so viel. An die­sem spe­zi­el­len Tag sagt man Dan­ke. Das fin­de ich wich­tig. Es freut mich zum Bei­spiel, wenn mein klei­ner Sohn mir et­was bas­telt. Und er fin­det es auch toll, wenn er sieht, wie viel es mir be­deu­tet.“ „Ja, na­tür­lich“, sagt Gui­sep­pe Em­bri­ce (87), Rent­ner aus Bruch­sal. „Ich bin Ita­lie­ner. Sie wis­sen doch, wie es bei uns ist: Die Fa­mi­lie ist wich­tig und Ma­ma ist die Bes­te! Zum Mut­ter­tag gab’s aber kei­ne gro­ßen Ge­schen­ke von uns Kin­dern, höchs­tens selbst ge­pflück­te Blu­men aus dem Nach­bars­gar­ten.“ „Ja, ich feie­re ihn je­des Jahr“, ant­wor­tet Ulas Ce­lik (37), Neu­ro­lo­ge, zu Be­such in Karlsruhe. „Ich be­dan­ke mich bei mei­ner Mut­ter und schen­ke ihr ei­ne Klei­nig­keit. Zwar wird der Mut­ter­tag im­mer kom­mer­zi­el­ler, was mich stört, aber ich weiß auch, dass sie sich sehr freut. Al­so ma­che ich das gern.“ „Ja, um die Wert­schät­zung be­wusst zu zei­gen“, meint Edith Sze­ge­di (33), Bü­ro­an­ge­stell­te aus Vai­hin­gen. „Im All­tag ist man oft so ein­ge­bun­den, dass man ver­gisst, Dan­ke zu sa­gen. In­wie­weit man sich da­für dem Kom­merz hin­gibt, bleibt je­dem selbst über­las­sen. Ich fin­de ge­mein­sa­me Zeit viel wich­ti­ger.“ „Ei­gent­lich soll­te je­der Tag Mut­ter­tag sein“, sagt Katja Ja­nus (21), Aus­zu­bil­den­de aus Lan­gen­stein­bach. „Ob es zeit­ge­mäß ist, ihn zu fei­ern, fra­ge ich mich da­her nicht. Die­ses Jahr ar­bei­ten wir bei­de, aber wir ver­brin­gen ein an­de­res Mal ei­nen schö­nen Tag zu­sam­men. Mei­ne Mut­ter ist im­mer für mich da.“ „Ja, klar“, er­klärt Tho­mas Muhl (51), frei­schaf­fen­der Künst­ler aus Ett­lin­gen. „Ich über­ra­sche sie heu­te ein­fach und wer­de mit ein paar Blu­men für den Gar­ten vor der Tür ste­hen. Die hal­ten län­ger als schnell ver­blü­hen­de Ro­sen. Da­mit wird sie nicht rech­nen, denn sie wohnt in Düsseldorf.“

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