Kein Ent­wick­lungs­stopp

Al­ter Schlacht­hof Karlsruhe: Räu­me für wei­te­re Nut­zer

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - Liebs­cher

Klein, schwarz, stark! Ge­nie­ßen Sie gera­de ei­ne Tas­se Es­pres­so oder Kaf­fee und er­freu­en sich des köst­li­chen Dufts und Ge­schmacks? Noch mehr freu­en dür­fen Sie sich, wenn das wun­der­ba­re Ge­tränk aus dem GEPA-Be­stand kommt. GEPA, die Ge­sell­schaft zur För­de­rung der Part­ner­schaft mit der Drit­ten Welt, wird un­ter an­de­rem von den Kir­chen ge­tra­gen und setzt sich in über 40 Län­dern für fai­ren Han­del ein, der auf fünf Grund­prin­zi­pi­en der christ­li­chen So­zi­al­leh­re fußt: So­li­da­ri­tät, Sub­si­dia­ri­tät, Ge­mein­wohl, Nach­hal­tig­keit und Ge­rech­tig­keit. Ge­grün­det wur­de die GEPA am 14. Mai 1975 von Ju­gend- und Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen der evan­ge­li­schen und ka­tho­li­schen Kir­chen so­wie der Ar­beits­ge­mein­schaf­ten der Drit­te Welt Lä­den mit dem Ziel, part­ner­schaft­li­che Be­zie­hun­gen zu Klein­bau­ern in Afri­ka, Asi­en und Latein­ame­ri­ka auf­zu­neh­men, die sich ge­nos­sen­schaft­lich or­ga­ni­sie­ren. Durch lang­fris­ti­ge Ver­trä­ge und so­zia­le Stan­dards kön­nen die Ko­ope­ra­ti­ven so un­ab­hän­gig von Bör­sen­kur­sen wer­den und ver­läss­li­che Ein­kom­men er­wir­ken. Mitt­ler­wei­le bie­tet die GEPA ei­ne bun­te Pa­let­te von über 100 fair ge­han­del­ten Pro­duk­ten an wie Wein, Ho­nig, Tee, ve­ga­ne Le­bens­mit­tel, Schmuck, Ke­ra­mik, Klei­dung und Kör­be. Auch vie­le Ju­gend­li­che en­ga­gie­ren sich in Schu­len für die GEPA, weil ih­nen „Fair schmeckt!“und sie die Ge­bo­te christ­li­cher Nächs­ten­lie­be und So­li­da­ri­tät um­set­zen wol­len. Sie ver­kau­fen fai­re Pau­sens­nacks, star­ten Auf­klä­rungs­kam­pa­gnen zu Le­bens- und Ar­beits­be­din­gun­gen in den Her­kunfts­län­dern oder über­neh­men als Schü­ler­fir­men Ver­ant­wor­tung für ge­rech­te Le­bens-, Ar­beits- und Han­dels­ver­hält­nis­se. GEPA fei­ert heu­te den 42. Ge­burts­tag. Herz­li­chen Glück­wunsch und Got­tes Se­gen!

Zehn Jah­re ist es her, dass im Schlacht­hof Karlsruhe der Be­trieb ein­ge­stellt wur­de. Der va­ri­an­ten­rei­che Ge­bäu­de­kom­plex zwi­schen Schloss Got­te­saue und Mess­platz wur­de so­zu­sa­gen über Nacht zum „Al­ten Schlacht­hof“. Und un­ter die­ser, nach Ge­schich­te „rie­chen­den“, Adres­se be­gann so­fort die neue Zu­kunft als Krea­tiv­park. Kein scheib­chen­wei­ser Ver­kauf von Fi­let­stü­cken soll­te das sie­ben Hekt­ar gro­ße Kon­ver­si­ons­ge­län­de op­tisch un­ge­nieß­bar ma­chen. Das war schon vor dem En­de von Schwei­ne­stäl­len, Flei­scher­zeu­gung und Fett­schmel­ze klar. Be­reits im Mai 2007 konn­te in der Al­ten Ha­cke­rei mit Bar­be­trieb und Kon­zer­ten be­gon­nen wer­den. Im­mer wei­ter ging es mit der Sa­nie­rung von his­to­ri­schen Ge­bäu­den; im­mer neue Künst­ler, Kul­tur­fir­men und an­de­re Un­ter­neh­men der „Krea­tiv­wirt­schaft“fan­den ei­ne schi­cke Hei­mat mit Pa­ti­na. Bis heu­te hat die städ­ti­sche Fä­cher Gm­bH vie­le der an­vi­sier­ten 30 Mil­lio­nen Eu­ro in­ves­tiert, auch in Neu­bau­ten. Die rund 100 Nut­zer im Krea­tiv­park zah­len Mie­ten, die so­wohl auf güns­ti­ge Start­chan­cen für die Nut­zer als auch auf Wirt­schaft­lich­keit für die Stadt­ent­wick­ler aus­ge­rich­tet sind. Auf ei­ner Per­spek­ti­ve von 30 Jah­ren hin sind die In­ves­ti­tio­nen und Mie­ten aus­ta­riert. Da­mit Pla­ner und Sa­nie­rer die Fort­ent­wick­lung nicht nur am Schreib­tisch voll­zie­hen, be­steht der der Ver­ein „Aus­ge­schlach­tet“. Der Zu­sam­men­schluss der Nut­zer sieht sich als „Kor­rek­tiv für Fehl­ent­wick­lun­gen und au­ßer­städ­ti­sches schlech­tes Ge­wis­sen,“wie es Toll­haus-Ge­schäfts­füh­rer Bernd Bel­sch­ner aus­drückt. Bei­spiels­wei­se geht es den In­ter­es­sen­ver­tre­tern dar­um, dass nicht al­les mit höchs­ten An­sprü­chen sa­niert wird, son­dern et­was rau­re­re Räu­me eben­falls vor­han­den sind. Die jet­zi­gen Nut­zer kön­nen mit­re­den, wenn neue Mie­ter ge­sucht sind. Bei den neu­es­ten Mit­be­woh­nern im Krea­tiv­park han­delt es sich um Kunst­hand­wer­ker, die in der ehe­ma­li­gen Fett­schmel­ze, Haus­num­mer 25, Räu­me be­zie­hen kön­nen. Die Ak­ti­vis­ten von „Aus­ge­schlach­tet“bit­ten am nächs­ten Sams­tag, 20. Mai, mit Un­ter­stüt­zung vom Kul­tur­bü­ro der Stadt Karlsruhe, wie­der zur Kunst- und Kul­tur­nacht im Al­ge­wählt. ten Schlacht­hof. Un­ter dem Mot­to „Schwein ge­habt“läuft von 18 Uhr bis spät in den nächs­ten Mor­gen ei­ne Par­ty mit Pro­gramm. Mu­sik, Thea­ter, Film, Aus­stel­lun­gen oder Mo­de­schau­en ge­hö­ren da­zu. Mög­lichst viel vom Krea­tiv­geist hin­ter al­ten Mau­ern soll drin­nen und drau­ßen den Schlacht­hof brum­men las­sen. Und man­che Ein­bli­cke ge­ben. (Mehr zum Pro­gramm im Ar­ti­kel „Kul­tur­nacht“.) Im Krea­tiv­park geht die Er­schlie­ßung von al­ten wie der Bau von neu­en Ge­bäu­den stän­dig wei­ter. „Gera­de wur­de mit dem Bau des der­zeit Wachs­tums- und Fes­ti­gungs­zen­trums ge­nann­ten Hau­ses be­gon­nen. Und im Kes­sel­haus gibt es Platz für ge­stal­te­te Küns­te wie ein Tanz­thea­ter“, in­for­miert Li­na Ho­scislaw­ski von der Fä­cher Gm­bH. Das bis­lang er­folg­rei­che Karls­ru­her Kon­ver­si­ons­mo­dell am Al­ten Schlacht­hof lockt nicht nur wei­te­re Be­wer­ber an. Aus den Städ­ten Co­burg, Augsburg oder Leip­zig in­for­mier­ten sich De­le­ga­tio­nen zu­letzt, wie in der Ost­stadt zwar nicht ganz fleisch­los, aber un­blu­tig, Wirt­schafts­ge­schich­te krea­tiv aus­ge­schlach­tet wur­de. Tho­mas

Im Krea­tiv­park Al­ter Schlacht­hof Karlsruhe steigt am Sams­tag, 20. Mai, ei­ne Kunst- und Kul­tur­nacht. Un­ter dem Mot­to „Schwein ge­habt“sor­gen vie­le der 100 Mie­ter ge­gen ei­nen Be­su­cher­but­ton für ei­ne Par­ty mit Pro­gramm. Un­se­re Auf­nah­me zeigt das noch nicht ganz sa­nier­te und neu be­bau­te Ge­län­de im Jahr 2014. Fo­to: Ar­tis

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