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Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen - Ww

Man­che sind ja der Mei­nung, Blon­die sei Punk. Das ist na­tür­lich Quatsch. Au­ßer der was­ser­stoff­blon­den Fri­sur von Sän­ge­rin Deb­bie Har­ry und dem coo­len Out­fit der Mu­si­ker war nichts pun­kig an der Band aus New York Ci­ty, die ir­gend­wie im­mer als cool galt, ob­wohl sie auch ganz schön viel seich­ten Dis­coPop ver­öf­fent­lich­te. Egal. Blon­die fei­ern (mal wie­der) ein Come­back und ne­ben Deb­bie Har­ry (71) sind mit Gi­tar­rist Chris St­ein (67) und Schlag­zeu­ger Clem Bur­ke (61) im­mer­hin zwei wei­te­re „Ur-Blon­dies“mit am Start. „Wir woll­ten ein tra­di­tio­nel­les Blon­die-Al­bum ma­chen, das nach un­se­ren frü­he­ren Wer­ken klingt“, sagt Deb­bie Har­ry und mit „Pol­li­na­tor“hat die Band ge­nau das ge- macht: Ein Al­bum mit Songs, die sich ir­gend­wo in der Grau­zo­ne zwi­schen New Wa­ve und Dis­co be­we­gen. Ein paar ein­gän­gi­ge Ra­dio­songs sind mit „Doom or des­ti­ny“(mit Gast­sän­ge­rin Jo­an Jett) und „Long ti­me“auch da­bei, aber ins­ge­samt reißt ei­nen die Schei­be nicht so wirk­lich vom Ho­cker. Viel­leicht liegt’s am Kon­zept. Der Al­bum­ti­tel „Pol­li­na­tor“(Be­stäu­ber) weist schon dar­auf hin: Blon­die lie­ßen sich be­stäu­ben. Nur knapp die Hälf­te der Songs wur­den von der Band selbst ge­schrie­ben, den Rest steu­er­ten Kol­le­gen wie Charli XCX, Sia oder John­ny Marr bei. Nicht übel, aber frü­her war dann doch mehr La­met­ta. Blon­die, Pol­li­na­tor, BMG Re­cor­ds ★★★✩✩

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