Vet­tel be­steht Stress­test

Nach Zit­ter­par­tie: Start­platz zwei statt Tech­nik-K.o.

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Mar­co Hei­bel

Zit­ter­par­tie mit (fast) per­fek­tem En­de: Nach ei­ner emo­tio­na­len Ach­ter­bahn­fahrt ent­ging Fer­ra­ri-Pi­lot Se­bas­ti­an Vet­tel in der Qua­li­fi­ka­ti­on zum Gro­ßen Preis von Spa­ni­en erst haar­scharf ei­nem GAU, dann läu­te­te der vier­ma­li­ge For­mel-1-Welt­meis­ter die nächs­te Run­de im Gi­gan­ten­du­ell mit Mer­ce­des-Star Le­wis Ha­mil­ton ein. Mit nur 0,051 Se­kun­den Rück­stand auf sei­nen här­tes­ten WM-Ver­fol­ger si­cher­te sich Vet­tel den zwei­ten Start­platz. Drit­ter wur­de Ha­mil­tons Mer­ce­des-Team­kol­le­ge Valt­te­ri Bot­tas (Finn­land). Re­nault-Pi­lot Ni­co Hül­ken­berg kam nicht über den ent­täu­schen­den 13. Start­platz hin­aus. Es fehl­te nicht viel, und Vet­tel hät­te heu­te vom letz­ten Start­platz ins Ren­nen (14 Uhr/ RTL) ge­hen müs­sen. „Das Au­to ist gera­de so für das Qua­li­fy­ing fer­tig ge­wor­den. Wenn man sieht, was da so al­les an Tei­len zu­sam­men­pas­sen muss – das ist fast ein Wun­der, dass die das so hin­ge­kriegt ha­ben“, sag­te der 29-Jäh­ri­ge vol­ler An­er­ken­nung für sei­ne Mecha­ni­ker. Das Fer­ra­ri-Team hat­te wäh­rend des Ab­schluss­trai­nings ein Was­ser­leck im Ver­bren­nungs­mo­tor von Vet­tels „Gi­na“ent­deckt und den vier­ma­li­gen Welt­meis­ter an­ge­wie­sen, so­fort an­zu­hal­ten. In we­ni­ger als zwei St­un­den tausch­te die Scu­de­ria dann den ge­sam­ten An­trieb an Vet­tels Au­to aus. Ar­tig be­dank­te der sich bei sei­ner Aus­fahrt um 14:02 Uhr via Funk auf Ita­lie­nisch mit den Wor­ten „Gra­zie ra­gaz­zi“, ehe sein Ren­nin­ge­nieur ihn er­neut schock­te und an­wies, das Au­to „so­fort“an­zu­hal­ten. Nach ei­nem Re­set aus dem Cock­pit mel­de­te Vet­tel je­doch „al­les wie­der okay“– und fuhr vor­läu­fi­ge Best­zeit im Q1. Im letz­ten Ab­schnitt schnup- per­te Vet­tel mit Best­zei­ten in den ers­ten bei­den Sek­to­ren gar an sei­ner ers­ten Po­le über­haupt in Bar­ce­lo­na, ehe er sich in den letz­ten Kur­ven ei­nen Ver­brem­ser leis­te­te. „Ich bin hier schon so vie­le Run­den ge­fah­ren, aber die letz­te Schi­ka­ne fällt mir im­mer noch schwer“, räum­te Vet­tel ein. „Scha­de, da wä­re mehr drin ge­we­sen.“Mer­ce­des-Mo­tor­sport­chef To­to Wolff er­war­tet nun ei­ne Fort­set­zung des en­gen Du­ells zwi­schen Vet­tel und Ha­mil­ton, der sei­ne 64. Kar­rie­re-Po­le ein­fuhr. „Das wa­ren Nuan­cen, die ent­schie­den ha­ben. Das wird ei­ne ganz en­ge Sa­che“, sag­te Wolff bei RTL. Auf dem Cir­cuit de Ca­ta­lun­ya ist Start­platz eins al­ler­dings be­son­ders wert­voll: 13-mal in den letz­ten 16 Jah­ren star­te­te der spä­te­re Sie­ger von der Po­le. Be­mer­kens­wert ist aber auch, dass in den letz­ten zehn Jah­ren zehn ver­schie­de­ne Fah­rer in Bar­ce­lo­na ge­wan­nen, dar­un­ter Vet­tel (2011), Ha­mil­ton (2014) und im Vor­jahr Max Ver­stap­pen (Red Bull).

GP von Spa­ni­en: Nur Ha­mil­ton war schnel­ler

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