FC In­gol­stadt ist ab­ge­stie­gen

5:3 in Bremen – und der Traum vom di­rek­ten Cham­pi­ons-Le­ague-Platz lebt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Lars Rei­ne­feld

Der FC In­gol­stadt (1:1 in Frei­burg) steht als zwei­ter Ab­stei­ger aus der Fuß­bal­lBun­des­li­ga fest. Wie Darm­stadt 98 müs­sen die Schan­zer nach zwei Jah­ren wie­der in die Zwei­te Li­ga zu­rück. Ein „End­spiel“um den dritt­letz­ten (Re­le­ga­ti­ons)Platz gibt es am nächs­ten Sams­tag zwi­schen dem Ham­bur­ger SV und Wolfs­burg. Noch nicht ganz ge­si­chert ist der FC Augsburg (1:1 ge­gen Dort­mund). Augsburg müss­te aber nur in die Re­le­ga­ti­on, wenn der HSV ge­winnt und man selbst hö­her ver­liert als Wolfs­burg. Im Kampf um ei­nen di­rek­ten Cham­pi­ons-Le­aguePlatz zog Hof­fen­heim (5:3 in Bremen) mit Dort­mund gleich; die Tor­dif­fe­renz spricht noch für den BVB.

Mit ei­nem be­geis­tern­den Of­fen­siv­spek­ta­kel hat 1899 Hof­fen­heim sei­ne Chan­ce auf die di­rek­te Qua­li­fi­ka­ti­on für die Cham­pi­ons Le­ague ge­wahrt, ei­ne bes­se­re Aus­gangs­po­si­ti­on für den letz­ten Spiel­tag aber leicht­fer­tig ver­spielt. Beim 5:3 (3:0) in Bremen hat­ten die Kraich­gau­er be­reits mit 5:0 ge­führt, doch dann schlu­gen die Wer­de­ra­ner in der letz­ten hal­ben St­un­de noch drei mal zu. Hof­fen­heim geht da­mit zwar punkt­gleich mit Bo­rus­sia Dort­mund ins Sai­son­fi­na­le – aber mit dem um vier Tref­fer schlech­te­ren Tor­ver­hält­nis. Am nächs­ten Sams­tag emp­fängt Hof­fen­heim den noch um den Klas­sen­er­halt kämp­fen­den FC Augsburg. Dort­mund hat Wer­der Bremen zu Gast. „Hau die weg bit­te“, sag­te Hof­fen­heims Trai­ner Ju­li­an Na­gels­mann zu Bre­mens Coach Alex­an­der Nou­ri, mit dem er ge­mein­sam den Trai­ner­lehr­gang ab­sol­viert hat. Dann dür­fe der Bre- Coach auch ei­nen ge­mein­sa­men Ur­laub pla­nen, scherz­te der 1899-Coach. Doch so rich­tig zum La­chen war Na­gels­mann nicht zu­mu­te. „Auf der ei­nen Seite sind wir sehr glück­lich über den ver­dien­ten Sieg“, sag­te er. Die Fahr­läs­sig­kei­ten sei­nes Teams in der Schluss­pha­se är­ger­ten den ehr­gei­zi­gen Auf­stei­ger der Trai­ner­gil­de aber sehr. „Wir hät­ten auch 7:0 oder 8:0 ge­win­nen kön­nen“, mein­te Na­gels­mann. Die Chan­cen auf Platz drei wä­ren dann deut­lich grö­ßer ge­we­sen. So muss­ten die Hof­fen­hei­mer bei ih­rem ers­ten Sieg in Bremen über­haupt mit den Tref­fern von Adam Sza­lai (7. Mi­nu­te), And­rej Kra­ma­ric (11., 49.), Ste­ven Zu­ber (40.) und Er­min Bi­cak­cic (51.) zu­frie­den sein. Die lan­ge Zeit völ­lig chan­cen­lo­sen Bre­mer be­trie­ben vor 41 000 Zu­schau­ern durch Theo­dor Geb­re Se­las­sie (59.), Phil­ipp Barg­fre­de (86.) und Robert Bau­er (89.) im­mer­hin noch Er­geb­nis­kos­me­tik. Den­noch be­deu­te­te die drit­te Heim­nie­der­la­ge der Rück­run­de ei­nen her­ben Dämp­fer im Ren­nen um die Eu­ro­pa-Le­ague-Plät­ze. Nou­ri nahm sei­ne Spie­ler in Schutz. „Ich neh­me das Spiel auf mei­ne Kap­pe. Un­ser Plan ist heu­te nicht auf­ge­gan­gen“, sag­te der Bre­mer Trai­ner. Nou­ri wur­de von Na­gels­manns of­fen­si­ver Aus­rich­tung über­rum­pelt, sei­ne Pro­fis wirk­ten auf dem Platz ei­ne St­un­de lang völ­lig kon­fus. „Das liegt aber auch dar­an, dass Hof­fen­heim hier sehr, sehr stark auf­ge­tre­ten ist und wir zu vie­le Feh­ler ge­macht ha­ben“, ana­ly­sier­te Nou­ri. Vor al­lem der star­ke Kra­mer ma­ric stell­te die Wer­der-De­fen­si­ve im­mer wie­der vor schier un­lös­ba­re Pro­ble­me. Bre­mens Robert Bau­er war mit dem quir­li­gen Kroa­ten, der sein 50. Pflicht­spiel für Hof­fen­heim ab­sol­vier­te, völ­lig über­for­dert. Auch 1899-Stür­mer Adam Sza­lai war von den Gast­ge­bern kaum zu stop­pen. „Adam und And­rej ha­ben das sehr gut ge­macht“, lob­te 1899-Übungs­lei­ter Ju­li­an Na­gels­mann. Von Di­ens­tag an wird er sein Team nun auf das letz­te Spiel der Sai­son vor­be­rei­ten. „Wir wer­den noch ein­mal al­les raus­hau­en, und dann gu­cken wir mal, wer am En­de Drit­ter wird.“Die Bre­mer ih­rer­seits ha­ben noch ei­ne klei­ne Chan­ce auf die Eu­ro­pa Le­ague, al­ler­dings scheint die Auf­hol­jagd in der Rück­run­de zu viel Kraft ge­kos­tet zu ha­ben. „So­lan­ge die Chan­ce da ist, ist die Hoff­nung auch noch da“, sag­te Ka­pi­tän Zlat­ko Ju­nu­zo­vic den­noch kämp­fe­risch.

Fo­to: avs

Der zwei­te Hof­fen­hei­mer Streich: And­rej Kra­ma­ric (rechts) holt aus – und trifft vor­bei an La­mi­ne Sa­né zum 2:0 in Bremen. Fünf Tref­fer leg­ten die Gäs­te vor, ehe Wer­der noch Er­geb­nis­kos­me­tik bis zum 3:5-End­stand be­trei­ben durf­te. Das „schmeck­te“Hof­fen­heims Trai­ner Ju­li­an Na­gels­mann gar nicht – die Tor­dif­fe­renz könn­te im Fern­du­ell mit Dort­mund um Platz drei zum Züng­lein an der Waa­ge wer­den.

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