der SONN­TAG bei …

Holger Han­sel­ka | Prä­si­dent des Karls­ru­her In­sti­tuts für Tech­no­lo­gie

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - Tho­mas Liebs­cher

In mei­ner Schul­zeit ha­be ich so viel ge­tan, wie nö­tig war und an­sons­ten die Frei­zeit in der wun­der­schö­nen Na­tur des Har­zes ge­nos­sen“, er­zählt Holger Han­sel­ka. An die Hei­mat Osterode fühlt sich der Prä­si­dent des Karls­ru­her In­sti­tuts für Tech­no­lo­gie (KIT) er­in­nert, wenn er in der Na­tur des Alb­tals und Nord­schwarz­walds bei­spiels­wei­se mit dem E-Bi­ke un­ter­wegs ist. Nach­mit­tags­stun­den an Wo­che­n­en­den nimmt er sich frei von Schreib­tisch-Den­ken und Sit­zungs-Len­ken. An­sons­ten hat sich der läs­si­ge ju­gend­li­che Zeit­um­gang beim Wis­sen­schafts-Ma­na­ger na­tür­lich kom­plett ver­än­dert – hin zu so viel mes­ser­schar­fer Kom­pakt­heit wie mög­lich. Sieht sich Han­sel­ka Fra­gen ge­gen­über, gibt es vor der Ant­wort kei­ne Zeit­ver­zö­ge­rung. So­fort geht er dar­an ein The­ma ein­zu­ord­nen und ab­zu­ar­bei­ten. Mit ei­nem Höchst­maß an Kon­trol­liert­heit. Der 55-Jäh­ri­ge ist seit vier Jah­ren Chef für über 9 300 Be­diens­te­te beim KIT, dem Zu­sam­men­schluss von Tech­ni­scher Uni­ver­si­tät und dem For­schungs­zen­trum Karlsruhe. Als „For­schungs­uni­ver­si­tät in der Helm­holtz-Ge­mein­schaft“hat das KIT ein Bud­get von jähr­lich 861 Mil­lio­nen Eu­ro und 25 000 Stu­die­ren­de. Vor sei­ner Karls­ru­her Zeit lenk­te er in Darm­stadt das „Fraun­ho­fer In­sti­tut für Be­triebs­fes­tig­keit und Sys­tem­zu­ver­läs­sig­keit“. Im über­tra­ge­nen Sin­ne wä­ren mit bei­den Be­grif­fen ei­ni­ge ak­tu­el­le Auf­ga­ben des Prä­si­den­ten am KIT be­nannt. Das „Fu­si­ons­sys­tem“Cam­pus Nord plus -Süd funk­tio­niert nach neun Jah­ren gera­de at­mo­sphä­risch noch nicht wie er­war­tet. Und ge­fes­tigt schien die Zu­stim­mung zu man­chen Be­triebs­ab­läu­fen zu­letzt eben­falls nicht. Auf ei­ge­ne For­schungs­tä­tig­keit ver­zich­tet Han­sel­ka in Karlsruhe, um sich ganz aufs Steu­ern des rie­si­gen Dop­pel­tan­kers KIT zu kon­zen­trie­ren. An der TU Darm­stadt wirk­te er wäh­rend zwölf Jah­ren bis 2013 als Pro­fes­sor, Vi­ze­prä­si­dent und Lei­ter ei­nes Son­der­for­schungs­be­reichs, wäh­rend er par­al­lel ein „in die Jah­re ge­kom­me­nes“Fraun­ho­ferIn­sti­tut vor­an­brach­te. Da­vor wie­der­um war der jun­ge Wis­sen­schaft­ler ab 1997 fünf Jah­re durch sei­ne Pro­fes­sur an der Uni­ver­si­tät Mag­de­burg am Auf­bau Ost be­tei­ligt. Die rei­ne For­schung oh­ne Trans­fer in die An­wen­dung war nie das Ziel des Nie­der­sach­sen. „Es war früh klar, dass ich In­ge­nieur wer­den woll­te. Ich be­schäf­tig­te mich gern mit dem Mo­dell­bau­kas­ten oder bas­tel­te am Mo­fa.“Nach En­de sei­nes Ma­schi­nen­bau­stu­di­ums ar­bei­tet er am Deut­schen In­sti­tut für Luft- und Raum­fahr­ttech­nik (DLR) in Braun­schweig be­reits am Tech­no­lo­gie­Trans­fer. „Das hat sich er­ge­ben und ich bin mit Be­geis­te­rung dar­in auf­ge­gan­gen.“Han­sel­ka wid­me­te sich, schon früh lei­tend, „Na­tur­fa­ser­ver­stärk­ten Kunst­stof­fen im Fahr­zeug­bau.“In Karlsruhe hat er die Schnitt­stel­len zwi­schen den do­mi­nie­ren­den In­ge­nieur­sund Na­tur­wis­sen­schaf­ten so­wie den be­schei­de­nen Geist- und So­zi­al­wis­sen­schaf­ten zu he­gen. „Wir brau­chen den Aus­tausch mehr denn je“be­fin­det der KIT-Prä­si­dent. Er selbst fin­det An­re­gung und Aus­gleich in der Mu­sik, spielt Cel­lo und schätzt die Sin­fo­nie­kon­zer­te am Staats­thea­ter.

Fo­to: Fa­b­ry

Wis­sen­schafts-Ma­na­ger: Seit vier Jah­ren steht der 55-jäh­ri­ge Holger Han­sel­ka an der Spit­ze des KIT, dem Zu­sam­men­schluss von Tech­ni­scher Uni­ver­si­tät und For­schungs­zen­trum Karlsruhe.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.