Oh­ne Kopf­tuch

Ir­ri­ta­tio­nen bei Trumps ers­ter Aus­lands­rei­se

Der Sonntag (Mittelbaden) - - AKTUELL - AFP/avs

In­mit­ten der Af­fä­re um die frag­wür­di­ge Ent­las­sung von FBI-Chef Ja­mes Co­mey hat US-Prä­si­dent Do­nald Trump sei­ne ers­te Aus­lands­rei­se un­ter­nom­men. Zum Auf­takt traf er ges­tern in Ri­ad ein. Die sau­di­ara­bi­sche Haupt­stadt ist die ers­te Sta­ti­on der neun­tä­gi­gen Rei­se durch den Na­hen Os­ten und Eu­ro­pa. Kö­nig Sal­man be­rei­te­te Trump und sei­ner Frau Me­la­nia ei­nen herz­li­chen Emp­fang. Me­la­nia und Trumps Toch­ter Ivan­ka ha­ben beim Staats­be­such zu­nächst gro­ßes Auf­se­hen er­regt. Bei­de Frau­en tra­ten in dem ul­tra­kon­ser­va­ti­ven Kö­nig­reich oh­ne Kopf­tuch auf. Der sau­di­sche Kö­nig Sal­man schüt­tel­te der First La­dy nach der An­kunft am Flug­ha­fen in Ri­ad auch kurz die Hand – was für vie­le streng­gläu­bi­ge Mus­li­me in Sau­di-Ara­bi­en ein an­stö­ßi­ges Ver­hal­ten sein dürf­te. An­schlie­ßend führ­ten Trump und der 81jäh­ri­ge Kö­nig ein ers­tes Ge­spräch in ei­nem Emp­fangs­raum im Flug­ha­fen. Riads Stra­ßen wa­ren mit Por­träts des Kö­nigs und Trumps mit der Über­schrift „Ge­mein­sam wer­den wir tri­um­phie­ren“ge­schmückt. In Ri­ad wird Trump heu­te ei­ne Re­de vor mehr als 50 Staats- und Re­gie­rungs­chefs aus ara­bi­schen Län­dern hal­ten. Trump hat­te an­ge­kün­digt, die Teil­neh­mer des Gip­fels auf­for­dern zu wol­len, Stel­lung ge­gen is­la­mis­ti­sche Be­we­gun­gen zu be­zie­hen. Die USA und Sau­diA­ra­bi­en ha­ben wäh­rend des Be­suchs ein Waf­fen­ge­schäft in Hö­he von rund 110 Mil­li­ar­den Dol­lar (knapp 100 Mil­li­ar­den Eu­ro) ab­ge­schlos­sen. Es sei der größ­te ein­zel­ne Rüs­tungs­de­al in der US-Ge­schich­te, teil­te Re­gie­rungs­spre­cher Se­an Spi­cer im Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter mit. Sau­di-Ara­bi­en ge­hört welt­weit zu den be­deu­tends­ten Käu­fern von Rüs­tungs­gü­tern. Für die USA ist das sun­ni­ti­sche Kö­nig­reich au­ßer­dem ein wich­ti­ger Ver­bün­de­ter in der Re­gi­on ge­gen den schii­ti­schen Iran und ge­gen die Dschi­ha­dis­ten­mi­liz Is­la­mi­scher Staat (IS) in Sy­ri­en und im Irak. An­de­re USPrä­si­den­ten hat­ten als Ziel ih­rer ers­ten Aus­lands­rei­se meist Nach­bar­län­der wie Me­xi­ko oder Ka­na­da ge­wählt. Trumps di­rek­ter Vor- gän­ger Ba­rack Oba­ma war bei ei­nem Be­such in Sau­di-Ara­bi­en sehr kühl emp­fan­gen wor­den, weil er das Atom­ab­kom­men mit Riads Erz­feind Te­he­ran vor­an­ge­trie­ben hat­te. Trump hat das Ab­kom­men da­ge­gen im­mer wie­der scharf kri­ti­siert. Trump wird nach sei­nem zwei­tä­gi­gen Sau­diA­ra­bi­en-Be­such nach Is­ra­el und in die Pa­läs­ti­nen­ser­ge­bie­te wei­ter­rei­sen. Wei­te­re Sta­tio­nen der ins­ge­samt neun­tä­gi­gen Rei­se sind der Va­ti­kan, wo er von Papst Fran­zis­kus emp­fan­gen wird, der Na­to-Gip­fel in Brüs­sel so­wie der Gip­fel der sie­ben füh­ren­den In­dus­trie­staa­ten (G7) auf Si­zi­li­en. Über­schat­tet wird Trumps Rei­se vom Skan­dal um mög­li­che il­le­ga­le Russ­land-Kon­tak­te sei­nes Wahl­kampf­teams und die Ent­las­sung des Chefs der Bun­des­po­li­zei FBI, Ja­mes Co­mey. Die­ser wird dem­nächst vor dem Ge­heim­dienst­aus­schuss des US-Se­nats aus­sa­gen. Laut „Washington Post“ist in den FBI-Er­mitt­lun­gen zur Russ­land-Af­fä­re auch ei­ne hoch­ran­gi­ge Fi­gur aus Trumps en­ge­rem Um­feld im Vi­sier.

Bei sei­nem ers­ten Aus­lands­be­such als US-Prä­si­dent wur­de Do­nald Trump ges­tern in Ri­ad von Kö­nig Sal­man von Sau­di-Ara­bi­en be­grüßt. Im Hin­ter­grund Me­la­nia Trump, die – eben­so wie Trumps Toch­ter Ivan­ka – oh­ne Kopf­tuch auf­ge­tre­ten ist, was für Ir­ri­ta­tio­nen sorg­te. Fo­to: AFP

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