„Di­no“HSV wie­der ge­ret­tet

Jo­ker Wald­sch­mitt trifft in 88. Mi­nu­te

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT -

Mar­kus Gis­dol war au­ßer Rand und Band. Wäh­rend Tau­sen­de Fans nach der Last-Mi­nu­te-Ret­tung das Spiel­feld flu­te­ten, sprang der Trai­ner des Ham­bur­ger SV wie ein Flum­mi durch das Volks­park­sta­di­on, ku­gel­te sich mit sei­nen Pro­fis über den Ra­sen und schrie sei­ne Freu­de im­mer wie­der laut­hals her­aus. Der HSV bleibt durch den 2:1 (1:1)-Er­folg im Ab­stiegs-Show­down ge­gen den VfL Wolfs­burg erst­klas­sig – und das ließ an der El­be al­le Däm­me bre­chen. „Ich bin ein­fach dank­bar und froh, dass wir heu­te den Sack zu­ma­chen konn­ten“, sag­te Gis­dol mit sto­cken­der Stim­me. Vie­le sei­ner Pro­fis wein­ten vor Glück. „Wir ha­ben mit dem Team ein Wun­der ge­schafft. Nie­mand hat mehr auf uns ei­nen Pfif­fer­ling ge­setzt. Für uns al­le ist das der Hö­he­punkt un­se­rer Kar­rie­ren“, ju­bel­te Ver­tei­di­ger Mer­gim Mav­raj – und ver­ab­schie­de­te sich dann joh­lend in die Ka­bi­ne. „Nie­mals 2. Li­ga“, schall­te es durch die Ka­ta­kom­ben des Ham­bur­ger Sta­di­ons. We­nig spä­ter lie­fen die Pro­fis mit Bier­fla­schen „be­waff­net“zu­rück in die Are­na zur wil­den Fei­er mit dem ei­ge­nen An­hang. Um­ju­bel­ter Held war Lu­ca Wald­schmidt, der kurz vor dem Ab­pfiff (88.) das Sieg­tor er­ziel­te und da­mit dem Klub die drit­te Re­le­ga­ti­on nach 2014 und 2015 er­spar­te. Ein Mär­chen. 110 Se­kun­den zu­vor ein­ge­wech­selt, traf der An­grei­fer ei­nen Tag nach sei­nem 21. Ge­burts­tag. „Ein­fach un­glaub­lich“, sag­te Wald­schmidt. Fi­lip Kostic (32.) hat­te noch in der ers­ten Halb­zeit für den Aus­gleich ge­sorgt. „Un­glaub­lich“, war auch das Wort, das Gis­dol we­nig spä­ter auf der Pres­se­kon­fe­renz im­mer wie­der be­müh­te. Ei­nen Au­gen­blick spä­ter wur­den sei­ne Au­gen feucht. „Nach dem zehn­ten Spiel­tag wa­ren wir tot, hat­ten nur zwei Punk­te auf dem Kon­to. Das hat noch kei­ner ge­schafft. Wir aber ha­ben uns zu­sam­men­ge­rauft und woll­ten die Ge­schichts­bü­cher neu schrei­ben. Das ha­ben wir ge­schafft.“Was er nach den auf­re­gen­den letz­ten Wo­chen nun füh­le? „Ich bin froh, aber auch ein biss­chen leer. Schla­fen will ich heu­te trotz­dem nicht“, sag­te Gis­dol. HSV-Sport­chef Jens Todt war ein­fach nur „wahn­sin­nig er­leich­tert“. Wäh­rend die rau­schen­de Nicht­ab­stiegs­par­ty im wei­ten Rund ih­ren Lauf nahm, bot sich auf der an­de­ren Sei­te das kom­plet­te Kon­trast­pro­gramm. Die Wolfs­bur­ger Stars um Tor­jä­ger Ma­rio Go­mez schüt­tel­ten ob des ver­ge­be­nen Match­balls im­mer wie­der den Kopf und trot­te­ten mit ver­stei­ner­ten Mie­nen vom Feld. Trotz teil­wei­se drü­cken­der Über­le­gen­heit und der zwi­schen­zeit­li­chen Füh­rung durch Ro­bin Kno­che (23.) müs­sen die Wöl­fe den bit­te­ren Gang in die Re­le­ga­ti­on an­tre­ten. „Ich bin ein biss­chen sprach­los, weil Fuß­ball bru­tal ist“, sag­te Go­mez: „Wir sind aber nicht ab­ge­stie­gen. sid

Wolfs­burg muss nach dem 1:2 in Re­le­ga­ti­on

Sein ers­tes Bun­des­li­ga­tor be­deu­te­te die Ret­tung für den Ham­bur­ger SV: Der ein­ge­wech­sel­te Lu­ca Wald­schmidt schickt den VfL Wolfs­burg in die Re­le­ga­ti­on. Mög­li­cher­wei­se ge­gen Nach­bar Braun­schweig. Fo­to: avs

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