Fern­fah­rer ver­haf­tet

Er soll die Frau­en in En­din­gen und Kuf­stein er­mor­det ha­ben

Der Sonntag (Mittelbaden) - - AKTUELL - AFP

Sie­ben Mo­na­te nach dem Se­xu­al­mord an der 27-jäh­ri­gen Jog­ge­rin Ca­ro­lin G. bei Frei­burg ist die Tat of­fen­bar auf­ge­klärt. Po­li­zei und Staats­an­walt­schaft Frei­burg ver­kün­de­ten ges­tern die Fest­nah­me ei­nes 40jäh­ri­gen Fern­fah­rers, der in der Re­gi­on ar­bei­tet. Der Mann steht auch im drin­gen­den Ver­dacht, im Ja­nu­ar 2014 ei­ne 20 Jah­re al­te fran­zö­si­sche Aus­tausch­stu­den­tin im ös­ter­rei­chi­schen Kuf­stein ver­ge­wal­tigt und ge­tö­tet zu ha­ben. Ca­ro­lin G. war am 6. No­vem­ber 2016 nicht vom Jog­gen zu­rück­ge­kehrt. Vier Ta­ge nach ih­rem Ver­schwin­den wur­de die jun­ge Frau aus En­din­gen er­schla­gen in ei­nem Wald­stück in der Nä­he ih­res Wohn­orts ge­fun­den. Die Er­mitt­lun­gen er­ga­ben, dass sie Op­fer ei­nes Se­xu­al­ver­bre­chens wur­de. Im Ja­nu­ar hat­ten die Er­mitt­ler dann ei­ne Par­al­le­le zu ei­nem un­ge­lös­ten Ver­bre­chen in Ös­ter­reich fest­ge­stellt: Die Ver­ge­wal­ti­gung und Er­mor­dung der Eras­mus-Stu­den­tin Lu­ci­le K. in der Nacht zum 12. Ja­nu­ar 2014 in Kuf­stein. Ein Spu­ren­ver­gleich leg­te na­he, dass es sich um den­sel­ben Tä­ter han­delt. Bei­de Tat­or­te hät­ten sich in Au­to­bahn­nä­he be­fun­den, sag­te Richard Ker­ber, Lei­ter der nach dem Mord ein­ge­rich­te­ten Son­der­kom­mis­si­on „Er­le“, bei ei­ner Pres­se­kon­fe­renz in En­din­gen. Au­ßer­dem ha­be die beim Mord an Lu­ci­le K. ver­wen­de­te Hub­stan­ge ei­nem Lk­wTyp zu­ge­ord­net wer­den kön­nen. Die Su­che nach ei­nem Fern­fah­rer sei ei­ne von meh­re­ren Tä­ter­hy­po­the­sen ge­we­sen. Durch die Aus­wer­tung von Maut­da­ten aus Ös­ter­reich sei die Zahl der in Fra­ge kom­men­den Spe­di­tio­nen ein­ge­grenzt wor­den, sag­te Ker­ber. Am Mitt­woch ha­be sich ei­ne der Spu­ren kon­kre­ti­siert. Der aus Ru­mä­ni­en stam­men­de Ver­däch­ti­ge ha­be sei­nen Wohn­sitz im Raum Frei­burg, sein Han­dy sei zum Zeit­punkt des Mor­des an Ca­ro­lin G. in der Funk­zel­le am Tat­ort ein­ge­loggt ge­we­sen. Au­ßer­dem ent­spre­che das Pri­vat­au­to des Man­nes dem Fahr­zeug­typ, den Zeu­gen in der Nä­he des Tat­orts be­ob­ach­tet hät­ten. Ei­ne Spei­chel­pro­be brach­te ei­ne Über­ein­stim­mung mit der an bei­den Tat­or­ten ge­fun­de­nen DNA. Am Frei­tag sei der mut­maß­li­che Tä­ter an sei­ner Ar­beits­stät­te fest­ge­nom­men wor­den. Frei­burgs Lei­ten­der Ober­staats­an­walt Dieter In­ho­fer sag­te, dass der Be­schul­dig­te die Vor­wür­fe be­strei­te. Das Amts­ge­richt er­ließ ges­tern aber Haft­be­fehl we­gen des drin­gen­den Tat­ver­dachts. Der Haft­be­fehl be­zie­he sich nur auf den Fall Ca­ro­lin G., da ein Aus­län­der für ei­ne Straf­tat im Aus­land mit aus­län­di­schem Op­fer nicht in Deutsch­land vor Ge­richt ge­stellt wer­den kön­ne. Ei­ne spä­te­re Aus­lie­fe­rung nach Ös­ter­reich für ein wei­te­res Ver­fah­ren sei mög­lich. „Die­ser Fall ist ein Mus­ter­bei­spiel, wie un­er­läss­lich ei­ne un­kom­pli­zier­te, ver­trau­ens­vol­le Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen eu­ro­päi­schen Län­dern ist“, sag­te In­ho­fer. We­ni­ge Wo­chen vor der Tat in En­din­gen war in Frei­burg ei­ne Me­di­zin­stu­den­tin ver­ge­wal­tigt und ge­tö­tet wor­den. In die­sem Fall sitzt seit De­zem­ber ein af­gha­ni­scher Flücht­ling in Un­ter­su­chungs­haft. „Ich hof­fe jetzt, dass un­se­re Re­gi­on wie­der mehr zur Ru­he kom­men kann und das ver­letz­te Si­cher­heits­ge­fühl suk­zes­si­ve wie­der hei­len kann“, sag­te Frei­burgs Po­li­zei­prä­si­dent Bern­hard Rot­zin­ger.

Ein Herz an ei­nem Brun­nen in En­din­gen wur­de für die er­mor­de­te Ca­ro­lin G. auf­ge­hängt. Fo­to: avs

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