Der Ring rockt wie­der

Nach Ter­ror­alarm: Be­hör­den ver­tei­di­gen Un­ter­bre­chung des Fes­ti­vals

Der Sonntag (Mittelbaden) - - AKTUELL - AFP

Ein Ter­ror­alarm hat das Mu­sik­fes­ti­val „Rock am Ring“über­schat­tet. Nach der Durch­su­chung des Fes­ti­val­ge­län­des und der Über­prü­fung von drei vor­läu­fig fest­ge­nom­me­nen Ver­däch­ti­gen gab die Po­li­zei ges­tern Ent­war­nung. Am frü­hen Nach­mit­tag wur­den die To­re zu den Kon­zert­büh­nen wie­der ge­öff­net. Der rhein­land-pfäl­zi­sche In­nen­mi­nis­ter Ro­ger Le­w­entz ver­tei­dig­te die Ent­schei­dung, das Fes­ti­val am Frei­tag­abend zu un­ter­bre­chen und das Ge­län­de zu räu­men. Laut Po­li­zei hat­ten sich im Lau­fe des Frei­tags Hin­wei­se auf ei­nen mög­li­chen An­schlag auf die Groß­ver­an­stal­tung ver­dich­tet, zu der knapp 90 000 Mu­sik­fans am Pfingst­wo­chen­en­de an den Nür­burg­ring ge­kom­men wa­ren. Im Fo­kus stan­den drei Ver­däch­ti­ge aus der hes­si­schen Sala­fis­ten-Sze­ne, von de­nen min­Der des­tens ei­ner Ver­bin­dun­gen in den Be­reich des „is­la­mis­ti­schen Ter­ro­ris­mus“ha­ben soll. Die Ver­däch­ti­gen hät­ten über Hel­fer-Aus­wei­se Zu­gang zu si­cher­heits­re­le­van­ten Be­rei­chen des Fes­ti­val­ge­län­des ge­habt, teil­te die Po­li­zei ges­tern auf ei­ner Pres­se­kon­fe­renz mit. Die Staats­an­walt­schaft Ko­blenz ha­be Er­mitt­lungs­ver­fah­ren we­gen Vor­be­rei­tung ei­nes Spreng­stoff­an­schlags ein­ge­lei­tet, die drei Män­ner sei­en vor­läu­fig fest­ge­nom­men und ih­re Woh­nun­gen durch­sucht wor­den. Der Ver­dacht er­här­te­te sich aber nicht, ges­tern ge­gen 7 Uhr wur­den die Män­ner wie­der ent­las­sen. Die Er­mitt­lun­gen dau­ern je­doch an, wie Chris­toph Sem­mel­rog­ge von der Po­li­zei Ko­blenz, sag­te. Bei den Woh­nungs­durch­su­chun­gen sei­en ver­däch­ti­ge Ge­gen­stän­de si­cher­ge­stellt wor­den. rhein­land-pfäl­zi­sche In­nen­mi­nis­ter Le­w­entz sag­te, die Be­hör­den hät­ten ei­ne „drin­gen­de Ge­fahr“für die Be­su­cher nicht aus­schlie­ßen kön­nen. „Das ist dann ein für uns nicht mehr ver­tret­ba­res Ri­si­ko. Dann muss ent­spre­chend ge­han­delt wer­den“, sag­te er. Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re hat­te be­reits in der Nacht er­klärt: „So bit­ter es ist, die Si­cher­heit der Be­su­cher muss an ers­ter Stel­le ste­hen.“Ver­an­stal­ter Marek Lie­ber­berg hat­te die Be­hör­den in ei­ner spon­ta­nen Pres­se­kon­fe­renz am Frei­tag­abend kri­ti­siert. Es sei­en 1 200 Po­li­zis­ten vor Ort, sag­te er. Wenn das nicht aus­rei­che, um ein Ge­län­de für si­cher zu er­klä­ren, fra­ge er sich, war­um Fuß­ball-Län­der­spie­le bei der­ar­ti­gen Ver­dachts­mo­men­ten statt­finden könn­ten. „War­um sind wir die Prü­gel­kna­ben für die Si­tua­ti­on?“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.