SONN­TAG DER BEI...

Der Sonntag (Mittelbaden) - - DIE REGION - Ka­trin Kö­nig

In ver­gan­ge­nen Zei­ten, sagt Ros­wi­tha Mei­er­hö­fer, war der Deut­sche Haus­frau­en­bund (heu­te „Netz­werk Haus­halt“) für vie­le Frau­en ein wich­ti­ger Mo­sa­ik­stein in ih­rem All­tag. „Es be­deu­te­te ein Stück Frei­heit, zu den Ver­an­stal­tun­gen zu ge­hen und sich über das Neu­es­te im Be­reich Haus­halt zu in­for­mie­ren.“Sie er­in­nert sich noch, wie groß die Freu­de ih­rer Mut­ter über ein Päck­chen Ra­ma oder Per­sil war: In den Ver­an­stal­tun­gen des DHB wur­den die­se Pro­dukt­pro­ben ver­teilt – auch in Mei­er­hö­fers Hei­mat­dorf Hau­sach. „Für ge­ho­be­ne Haus­hal­te bil­de­te der DHB in sei­nen Grün­der­jah­ren Frau­en zum Di­enst­per­so­nal aus. Haus­halts­wirt­schaf­te­rin­nen, Meis­te­rin­nen und Hil­fen wer­den auch heu­te noch in Pri­vat­haus­hal­ten ein­ge­setzt.“Mit dem Wan­del der Zeit und der zu­neh­men­den Be­rufs­tä­tig­keit von Frau­en ent­wi­ckel­te sich auch der Haus­frau­en­bund wei­ter – so­gar na­ment­lich: „Heu­te ste­hen die Buch­sta­ben für Den­ken, Han­deln und Be­we­gen“, so die Vor­sit­zen­de des Lan­des­ver­bands Ba­den-Rhein­hes­sen-Pfalz. Sie er­zählt von Schnitt­stel­len des Be­rufs­ver­bands et­wa mit Po­li­tik, Recht, Ge­sell­schaft und Wirt­schaft – kurz: Mit al­len wich­ti­gen Ver­bän­den im Land und Bund, die sich mit ähn­li­chen Ar­beits­ge­bie­ten be­fas­sen. „Als Ar­beit­ge­ber­ver­band schließt der DHB auch Ta­rif­ver­trä­ge ab.“Un­ter an­de­rem in Karls­ru­he und Mann­heim wirkt er wei­ter­hin in der haus­wirt­schaft­li­chen Be­rufs­bil­dung mit, auch In­fo-Ver­an­stal­tun­gen gibt es noch im­mer. Und die­se sind laut Mei­er­hö­fer kei­nes­wegs auf „Wa­schen, Put­zen und Kochen“be­schränkt; so spie­le zum Bei­spiel das The­ma Ver­brau­cher, Um­welt und Fa­mi­lie längst ei­ne wich­ti­ge Rol­le. „Vie­le Orts­ver­bän­de sind zu­dem kul­tu­rell en­ga­giert.“Das gilt auch für ih­ren Wohn­ort Neu­ried-Al­ten­heim – und ge­riet für sie zur Brü­cke zu ih­rer heu­ti­gen Ak­ti­vi­tät: „Tätschd amol in un­se­re Vor­stands­sit­zung kom­men?“, sei sie vom Orts­ver­band ge­fragt wor­den. Dort bat man die „när­risch ver­an­lag­te“Mei­er­hö­fer vor 25 Jah­ren, durch das Fast­nachts­pro­gramm zu füh­ren. „Das war im­mer ei­ne fan­tas­ti­sche Show.“Ih­re Mo­de­ra­ti­on er­wies sich als Er­folg, als Ga­ge er­hielt sie ein Jahr kos­ten­lo­se Mit­glied­schaft. „Da hat­te man mich im Sack.“Prompt wur­de sie zur Vor­sit­zen­den ge­wählt, und mit der wach­sen­den Lei­den­schaft für ihr Tun er­klomm sie im DHB die „Kar­rie­re­lei­ter“: Lan­ge im Bun­des­vor­stand ak­tiv, ist sie seit 16 Jah­ren Lan­des­ver­bands­vor­sit­zen­de – und auch mit 70 Jah­ren noch häu­fig un­ter­wegs. „Der Um­gang mit all die­sen Men­schen macht mir to­tal Spaß.“Als Her­aus­for­de­run­gen nennt sie den Weg­fall von Spon­so­ren aus der In­dus­trie und das Des­in­ter­es­se jun­ger Frau­en an der Ver­bands­ar­beit. Den Kopf in den Sand steckt Mei­er­hö­fer in­des nicht; sie ist ein op­ti­mis­ti­scher und en­er­gie­ge­la­de­ner Typ. Auch im Pri­vat­le­ben: Sie schwimmt und spielt Golf, „kra­xelt“mit ih­rem Part­ner über Bur­gen, liest und wid­met sich Haus und Gar­ten. „Ich ba­cke und ko­che gern, und den Haus­halt füh­re ich noch im­mer kom­plett selbst.“In­zwi­schen kön­ne sie aber auch über ein Staub­korn hin­weg­se­hen: „Hier“, sagt sie , „wird ge­lebt“.

Ros­wi­tha Mei­er­hö­fer aus Neu­ried-Al­ten­heim ist Vor­sit­zen­de des Lan­des­ver­bands Ba­den-Rhein­hes­sen-Pfalz vom „DHB Netz­werk Haus­halt“(frü­her Deut­scher Haus­frau­en­bund). Fo­to: pr

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