„Alp­traum am hell­lich­ten Tag“

Schwe­den be­stra­fen Feh­ler von Llo­ris

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Avs

Schwe­dens spä­tes Sen­sa­ti­onstor ge­fiel Ar­jen Rob­ben gar nicht. Der nie­der­län­di­sche Ka­pi­tän hat­te in Rot­ter­dam mit sei­ner Na­tio­nal­mann­schaft zwar beim De­büt von Coach Dick Ad­vo­caat ei­nen 5:0 (2:0)-Sieg ge­gen Lu­xem­burg ge­fei­ert – doch gleich­zei­tig ge­wan­nen im an­de­ren Spiel der WM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­grup­pe A die Schwe­den dank des spä­ten 60-Me­ter-Traum­to­res von Ola Toi­vo­nen mit 2:1 (1:1) ge­gen Frank­reich. „Nach dem Sieg von Schwe­den wird es schwie­ri­ger“, stell­te Rob­ben er­nüch­tert fest. Denn nun hat Oran­je wei­ter drei Zäh­ler Rück­stand auf den Play-off-Rang zwei. „Schwe­den zwingt Oran­je jetzt zur äu­ßers­ten Kraft­pro­be“, schrieb die Zei­tung „De Te­le­graaf“. Bei nur drei Zäh­lern Rück­stand auf den neu­en Ta­bel­len­füh­rer Schwe­den ist für die Nie­der­lan­de aber auch die di­rek­te Qua­li­fi­ka­ti­on für die WM 2018 in Russ­land plötz­lich wie­der mög­lich. Enor­me Be­deu­tung kommt dem Du­ell mit dem EM-Zwei­ten Frank­reich im Au­gust zu. „Vi­el­leicht kön­nen wir in Paris für ei­ne Über­ra­schung sor­gen“, sag­te Bay­ern-Pro­fi Rob­ben. Ad­vo­caat lob­te, dass „je­der hart ge­ar­bei­tet hat“. Auch die Fran­zo­sen müs­sen nach ih­rer Las­tMi­nu­te-Nie­der­la­ge in Solna ge­gen Schwe­den um die WM-Teil­nah­me ban­gen und ge­gen die Nie­der­lan­de un­be­dingt punk­ten. Die Zei­tung „Le Pa­ri­si­en“be­zeich­ne­te das Match als „die Nie­der­la­ge, die al­les än­dert“: „Jetzt muss man sich bis zum Schluss ran­hal­ten,

„Oran­je“fei­ert 5:0 und Frank­reich ver­liert 1:2

um sich zu qua­li­fi­zie­ren.“Für „L’Équi­pe“war es ein „Alp­traum am hell­lich­ten Tag“. Trai­ner Di­dier De­schamps sprach laut der Sport­zei­tung von ei­nem „Ka­ta­stro­phen-Sze­na­rio“. Lan­ge sah es in Solna nach ei­nem 1:1 aus – dann patz­te Ka­pi­tän und Tor­hü­ter Hu­go Llo­ris in der vier­ten Mi­nu­te der Nach­spiel­zeit. „Ich ste­he zu die­sem Feh­ler“, sag­te der 30-Jäh­ri­ge. Er war mit dem Ball am Fuß aus sei­nem Straf­raum her­aus­ge­lau­fen und hat­te ihn in Rich­tung des Mit­tel­krei­ses ge­spielt – di­rekt auf Ola Toi­vo­nen. Der Stür­mer nutz­te die Chan­ce und traf aus gro­ßer Ent­fer­nung zum 2:1. „Das ge­hört auch zum Spiel, Feh­ler zu ma­chen. Lei­der hat er heu­te Kon­se­quen­zen“, sag­te Llo­ris. „Ich hal­te den Kopf hoch.“Es blei­ben noch vier Spie­le. „Und das fran­zö­si­sche Team ist stark und wird das im Sep­tem­ber und Ok­to­ber be­wei­sen, um die­sen ers­ten Platz zu ho­len.“Die Schwe­den da­ge­gen fei­er­ten ih­ren Held Toi­vo­nen. „Das war ein fan­tas­ti­sches Spiel des gan­zen Teams“, sag­te der Stür­mer wei­nend dem Sen­der Ka­nal 5. „Ich dach­te, war­um nicht? Ich war so mü­de, als ich den Ball be­kom­men ha­be, dass ich ein­fach die Chan­ce er­grei­fen muss­te.“Team­kol­le­ge John Gui­det­ti sag­te „Ex­pres­sen“: „Un­glaub­lich cool, dass wir ei­ne Mann­schaft wie Frank­reich ge­schla­gen ha­ben.“Durch den um­ju­bel­ten Tref­fer und den Sieg der Nie­der­lan­de ist die WM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­grup­pe A wie­der völ­lig of­fen. Oran­je setzt dar­auf, mit Ad­vo­caat und den Rou­ti­niers Rob­ben und Wes­ley Sn­ei­j­der – der an sei­nem 33. Ge­burts­tag mit sei­nem 131. Ein­satz zum neu­en Re­kord-Na­tio­nal­spie­ler wur­de – doch noch auf ei­nen der bei­den ers­ten Plät­ze zu klet­tern. Die bei­den Pro­fis hat­ten 2003 un­ter Ad­vo­caat de­bü­tiert und sind 14 Jah­re spä­ter im­mer noch ent­schei­dend. Bei­de tra­fen je ein­mal. „Das sagt et­was über die Qua­li­tät der bei­den und den Zu­stand des nie­der­län­di­schen Fuß­balls aus. Der Über­gang zu neu­en Zei­ten ist lang und schwie­rig“, ur­teil­te „De Volks­krant“.

Fünf Grün­de zum Ju­beln: Ar­jen Rob­ben, Wes­ley Sn­ei­j­der und Mem­phis De­pay (von links) ge­wan­nen ge­gen Lu­xem­burg er­war­tungs­ge­mäß klar mit 5:0 und dür­fen wie­der auf Platz zwei hof­fen. Fo­tos (2): AFP

Pech­vo­gel in Solna: Hu­go Llo­ris ver­schul­de­te die fran­zö­si­sche Nie­der­la­ge ge­gen Schwe­den.

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