Schal­ke 04: Te­des­co statt Tu­chel

Club­chef Tön­nies ver­tei­digt die mu­ti­ge Ent­schei­dung in der Trai­ner­fra­ge

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Ul­li Brün­ger

Club­chef Cle­mens Tön­nies ist über­zeugt, mit der Ver­pflich­tung des noch un­er­fah­re­nen Trai­ner­ta­lents Do­me­ni­co Te­des­co die rich­ti­ge Wahl für ei­ne er­folg­rei­che Zu­kunft des FC Schal­ke 04 ge­trof­fen zu ha­ben. „Ich ha­be mir sei­ne Vi­ta in Ru­he an­ge­guckt: Das ist ein jun­ger, ver­hält­nis­mä­ßig un­be­kann­ter, aber sehr kom­pe­ten­ter Trai­ner“, sag­te der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de des Gel­sen­kir­che­ner Fuß­ball-Bun­des­li­gis­ten im gest­ri­gen In­ter­view mit der Fun­ke Me­di­en­grup­pe (Sams­tag). Er sei nach dem Tref­fen mit dem erst 31-Jäh­ri­gen „top be­geis­tert“ge­we­sen: „Er hat mich auch von der mensch­li­chen Sei­te her to­tal über­zeugt.“Der Re­vier­club hat­te am Frei­tag Chef­trai­ner Mar­kus Wein­zierl nach ei­nem Jahr be­ur­laubt und über­ra­schend den Coach des

BVB-Coach war we­gen ei­ge­ner Fans un­denk­bar

Zweit­li­gis­ten Erz­ge­bir­ge Aue als Nach­fol­ger ge­holt. Dass Te­des­co als jüngs­ter Chef­trai­ner in Schal­kes His­to­rie im Pro­fi-Fuß­ball bis­her nur über die Er­fah­rung von elf Zweit­li­ga­Par­ti­en ver­fügt, in de­nen er Aue zum Klas­sen­er­halt führ­te, hält Tön­nies nicht für ei­nen Ma­kel oder ein Ri­si­ko. Im Ge­gen­teil: „Fin­de ich gut!“, mein­te der Fleisch­fa­bri­kant aus Rhe­da-Wie­den­brück. „Ich glau­be, dass der Trai­ner­be­ruf nichts mit dem Al­ter zu tun hat. Son­dern mit Rei­fe, Per­sön­lich­keit und der Qua­li­tät der Ar­beit.“Tön­nies ver­wies auf die Kar­rie­ren von Ju­li­an Na­gels­mann (1899 Hof­fen­heim), Jür­gen Klopp (FSV Mainz 05, Bo­rus­sia Dort­mund und FC Li­ver­pool) und Tho­mas Tu­chel (FSV Mainz 05 und Bo­rus­sia Dort­mund), die zu­nächst auch kaum Er­fah­rung hat­ten. Er ver­traue Ma­na­ger Chris­ti­an Hei­del, der Klopp und Tu­chel einst in Mainz ent­deckt ha­be. Auch wenn es mit Wein­zierl nicht so funk­tio­nier­te, wie man sich das vor­ge­stellt hat­te, ver­traut Tön­nies dem Sport­vor­stand, „er ist ja nicht ganz un­er­folg­reich mit der Be­nen­nung von völ­lig un­be­kann­ten Über­ra­schungs­trai­nern“. Man ha­be auch über den zu­vor beim Re­vier­nach­barn Bo­rus­sia Dort­mund be­ur­laub­ten Tu­chel nach­ge­dacht, Tön­nies ein. Die­ser sei zwei­fel­los ein „über­ra­gen­der Trai­ner“. Aus Re­spekt vor Schal­kes Fans ha­be man das je­doch nicht wei­ter­ver­folgt. „Ich weiß nicht, ob das jetzt ge­passt hät­te zu die­sem Zeit­punkt, ihn so frisch von Dort­mund zum Erz­ri­va­len zu ho­len. Ich weiß nicht, wie die Fans das auf­ge- nom­men hät­ten.“Dass Te­des­co bei den Kö­nigs­blau­en vor ei­ner gro­ßen Her­aus­for­de­rung steht, liegt auf der Hand. Tön­nies be­ton­te, dass sich Schal­kes Er­war­tungs­hal­tung nicht ge­än­dert ha­be: „Un­ser An­spruch ist, Cham­pi­ons Le­ague zu spie­len. Nicht nur mei­ner, son­dern der der Fans, der Mit­glie­räum­te der. Wir wol­len oben mit­spie­len, ei­ner der gro­ßen Kräf­te in­ner­halb der Bun­des­li­ga sein.“Sei­ne ers­ten Fra­gen an den jun­gen Coach sei­en ge­we­sen: „Wie se­hen Sie die Mann­schaft? Kön­nen Sie die­se Mann­schaft bes­ser ma­chen? Da hat er ge­sagt: Ja, das kann ich.“

Cle­mens Tön­nies (rechts, hier bei der Ver­ab­schie­dung von Hol­ger Bad­stu­ber) hält die Ver­pflich­tung von Do­me­ni­co Te­des­co als Wein­zierl-Nach­fol­ger für ei­ne rich­ti­ge Ent­schei­dung. Auch Tho­mas Tu­chel sei ein Kan­di­dat ge­we­sen, doch der wä­re den Fans we­gen sei­ner BVB-Ver­gan­gen­heit nicht ver­mit­tel­bar ge­we­sen. Fo­to: avs

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