End­lich zu­rück in der Bel­eta­ge

Ra­c­ing Straß­burg ist wie­der erst­klas­sig

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Pe­ter Tre­bing

Da­von hat­ten vor der Sai­son ver­mut­lich nicht ein­mal die größ­ten Op­ti­mis­ten bei Ra­c­ing Straß­burg ge­träumt: Als Auf­stei­ger di­rekt den nächs­ten Schritt zu ma­chen und als Meis­ter in die Li­gue 1, die höchs­te fran­zö­si­sche Fuß­ball­klas­se, auf­zu­stei­gen. Doch in­zwi­schen ist dies die sport­li­che Rea­li­tät beim Tra­di­ti­ons­ver­ein aus dem El­sass. Doch mü­he­los war der Weg in die Erst­klas­sig­keit de­fi­ni­tiv nicht. Auf der Ziel­ge­ra­den wur­de es so­gar rich­tig eng. Die Un­ent­schie­den bei Ra­c­ing Lens (1:1) und beim FC Ni­ort (2:2) setz­ten die Ra­c­ing-Pro­fis ge­wal­tig un­ter Druck. Erst das 2:1 am letz­ten Spiel­tag vor ex­akt 27 503 Zu­schau­ern ge­gen den FC Bourg-Pé­ron­nas si­cher­te Straß­burg Platz eins. Schon ein Re­mis hät­te al­le Träu­me im El­sass plat­zen las­sen, denn da­mit wä­re der Auf­stei­ger auf Rang drei ab­ge­rutscht. Die Kon­stel­la­ti­on vor dem Sai­son­fi­na­le in der Li­gue 2 war hoch­bri­sant. Zwi­schen dem ers­ten und dem sechs­ten Platz be­trug der Ab­stand nur drei Punk­te. Bei der Tor­dif­fe­renz wa­ren fünf von sechs Clubs fast gleich­auf – le­dig­lich Sta­de Brest fiel et­was ab. Ein Aus­rut­scher hat­te Spit­zen­rei­ter Straß­burg al­so den Auf­stieg ge­kos­tet. Doch auch so muss­te ge­zit­tert wer­den, nach­dem den Gäs­ten ei­ne Vier­tel­stun­de vor Spie­len­de der An­schluss­tref­fer zum 1:2 ge­lang. Doch nach dem Schluss­pfiff hieß es: En­de gut – al­les gut. Nach bit­te­ren Jah­ren in der sport­li­chen Ver­sen­kung, der dra­ma­ti­schen In­sol­venz des Clubs im Som­mer 2011 und dem müh­sa­men Weg nach oben durf­te das Team von Coach Thier­ry Lau­rey ju­beln. Und mit ihm fast die gan­ze Stadt. Ganz oben auf der Lis­te de­rer, die den Meis­ter von 1979 wie­der in die Bel­eta­ge des fran­zö­si­schen Fuß­balls ge­bracht ha­ben, steht Prä­si­dent Marc Kel­ler. Der Ex-Pro­fi mit el­säs­si­schen Wur­zeln, der nach sei­ner Kar­rie­re mit Sta­tio­nen in Frank­reich (FC Mühlhausen, Ra­c­ing Straß­burg), Deutsch­land (Karls­ru­her SC) und Groß­bri­tan­ni­en (West­ham Uni­ted, Black­burn Ro­vers und FC Ports­mouth) nun auch auf Funk­tio­närs­ebe­ne ei­nen Tri­umph fei­ern konn­te. Seit 2012 hat er Ver­ant­wor­tung über­nom­men bei sei­nem ehe­ma­li­gen Club. Und auch auf na­tio­na­ler Ebe­ne mischt

Als Auf­stei­ger gleich den Durch­marsch ge­schafft

er im Team des Ver­bands­prä­si­den­ten No­ël Le Graët im ad­mi­nis­tra­ti­ven Be­reich mit. In der Fédé­ra­ti­on Françai­se de Foot­ball (FFF) küm­mert er sich um die Ju­nio­ren-Aus­wahl­teams. Von der fünf­ten Li­ga zu­rück in die Pre­mi­um­klas­se – da­für be­nö­tig­te Ra­c­ing nur gan­ze sechs Jah­re. Doch selbst in den schlech­tes­ten Zei­ten lie­ßen die Fans den Ver­ein nicht im Stich. In der gera­de be­en­de­ten Sai­son ka­men im Schnitt 17 013 Zu­schau­er ins Mein­au-Sta­di­on. Da­mit war man zwar weit ent­fernt von Krö­sus Ra­c­ing Lens (28 943 Fans), lag aber auch weit vor der Num­mer drei Sta­de Reims (10403). Schluss­licht in die­ser Sta­tis­tik ist der FC Bourg-Pé­ron­nas. Dort ka­men gera­de ein­mal 2 493 zah­len­de Zu­schau­er pro Heim­spiel. Kein Fra­ge, in der Li­gue 1 wer­den auf der Mein­au si­cher et­li­che Par­ti­en aus­ver­kauft sein. Und die Un­ter­stüt­zung sei­ner Fans wird Ra­c­ing auch nö­tig ha­ben. Mit nur rund 30 Mil­lio­nen Eu­ro Etat wird es schwer, die Klas­se zu hal­ten. Doch da­ran den­ken im Mo­ment si­cher nicht vie­le Ra­c­ing-Fans. Jetzt wird erst ein­mal ge­fei­ert – für Pes­si­mis­mus ist mo­men­tan nur we­nig Platz im El­sass.

Auf­stieg und schon wie­der weg: Kha­lid Bou­taïb steu­er­te 20 Tref­fer zur Zweit­li­ga-Meis­ter­schaft von Ra­c­ing Straß­burg bei und wech­selt nun ab­lö­se­frei zum tür­ki­schen Zweit­li­gis­ten Ma­la­ty­aspor. Fo­to: ima­go

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