Fal­len bei der On­line-Bu­chung

Fal­sches Kli­cken kann teu­er wer­den

Der Sonntag (Mittelbaden) - - REISE & URLAUB - Rai­ner Krau­se/srt

Wer mal eben im In­ter­net ein paar Ta­ge Ur­laub bu­chen will, der soll­te nicht zu has­tig sein. Das gilt für die Wahl des An­bie­ters und für die Bu­chung selbst. Denn ein Schnäpp­chen kann leicht zum Rein­fall wer­den, wenn man an ei­nen un­se­riö­sen An­bie­ter ge­ra­ten ist. Ei­ne Check­lis­te hilft, schwar­ze Scha­fe zu er­ken­nen. So soll­te der Rei­se­an­bie­ter Na­me, Rechts­form, voll­stän­di­ge Adres­se, Te­le­fon­num­mer und Han­dels­re­gis­ter­num­mer an­ge­ben, au­ßer­dem soll­te die Web­sei­te in deut­scher Spra­che sein. Das gilt auch für die All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen und die Er­klä­run­gen zum Da­ten­schutz, die gut auf­find­bar sein soll­ten. Und bei den An­ge­bo­ten muss er­kenn­bar sein, wer die Leis­tung er­bringt und für even­tu­el­le Män­gel haf­tet. Sitzt der An­bie­ter im Aus­land, ist ein Rechts­streit schwie­ri­ger und teu­rer als im Hei­mat­land. Ge­ne­rell gilt: Kommt ei­nem die Web­sei­te ko­misch oder ver­däch­tig vor, dann lässt man die Fin­ger von die­sem An­bie­ter – Al­ter­na­ti­ven gibt es schließ­lich zu Ge­nü­ge.

An­ge­bo­te ge­nau le­sen

Okay, der An­bie­ter hat den Check be­stan­den oder ist als eta­blier­tes Rei­se­un­ter­neh­men oh­ne­hin ver­trau­ens­wür­dig. Jetzt soll­te man sich eben­so sorg­fäl­tig selbst auf die Fin­ger schau­en. Denn beim Bu­chen kann man vie­le klei­ne Feh­ler ma­chen, die gro­ße Aus­wir­kun­gen ha­ben. Wich­tig ist es, die Tex­te auf der Rei­se­sei­te und die All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen ge­nau zu le­sen. Das er­spart Über­ra­schun­gen, wenn der On­line-Rei­se­ver­an­stal­ter hin­ter­her man­che Din­ge an­ders sieht als der Kun­de. Der er­war­tet zum Bei­spiel ein Früh­stück im Ho­tel, das Ho­tel ist aber nur mit Über­nach­tung an­ge­bo­ten wor­den. Oder es fal­len Ge­büh­ren an, die den Rei­sen­den über­ra­schen.

Jupp statt Jo­sef

Ein wei­te­rer häu­fi­ger Feh­ler ist, dass die Ein­ga­ben in der Bu­chungs­mas­ke durch Scrol­len aus Ver­se­hen ge­än­dert wer­den. In der Rei­se­be­stä­ti­gung stellt der Bu­chen­de dann fest, dass er statt im Au­gust erst im Sep­tem­ber ver­reist oder an ei­nem an­de­ren Tag, als er woll­te. Oder man bucht ei­nen Flug nach San Jo­sé in Cos­ta Ri­ca statt nach San Jo­sé in Ka­li­for­ni­en. Vor dem Be­stä­ti­gen der Bu­chung soll­te man da­her sorg­fäl­tig noch ein­mal al­le Da­ten durch­ge­hen und erst dann auf „Bu­chen“kli­cken. Sorg­falt gilt auch für al­le sons­ti­gen An­ga­ben. Ein gän­gi­ger Feh­ler ist es, die Na­men der Rei­sen­den falsch zu schrei­ben: Rei­ner statt Rai­ner, Ruf­for­men wie Jupp statt Jo­sef oder klei­ne Ver­schrei­ber wie Nisl statt Nils. Eben­so fa­tal kann es sein, Vor- und Nach­na­men zu ver­tau­schen. Das kann am Flug­ha­fen Är­ger ge­ben, wenn der Na­me auf dem Ti­cket nicht mit dem auf dem Aus­weis über­ein­stimmt. Im schlimms­ten Fall wird der Rei­sen­de des­we­gen gar nicht erst in die Ma­schi­ne ge­las­sen. Oder man ver­wei­gert ihm nach der Lan­dung die Ein­rei­se ins Ur­laubs­land, was bei Län­dern mit Vi­sum­pflicht wie Chi­na und den Ver­ei­nig­ten Staa­ten durch­aus mög­lich ist. Wem der falsch ge­schrie­be­ne Na­me noch vor Ab­flug auf­fällt, dem be­rech­nen die Flug­ge­sell­schaf­ten für die Än­de­rung Ge­büh­ren von bis zu 160 Eu­ro, man­che ver­lan­gen so­gar, dass der Flug stor­niert und neu ge­bucht wird – zum ta­ges­ak­tu­el­len Preis. Wer aus Ver­se­hen ei­ne un­gül­ti­ge oder fal­sche E-Mail-Adres­se an­gibt, der kann kei­ne In­for­ma­tio­nen vom On­line-Rei­se­ver­an­stal­ter er­hal­ten. Das gilt so­wohl für die Rei­se­be­stä­ti­gung per E-Mail als auch für wich­ti­ge In­for­ma­tio­nen. Dies kön­nen Flug­plan­än­de­run­gen und ge­än­der­te Ein­rei­se­be­stim­mun­gen ins Fe­ri­en­land sein, aber auch die Nach­richt, dass das re­ser­vier­te Ho­tel we­gen Über­bu­chung nicht zur Ver­fü­gung steht oder ei­ne Grup­pen­rei­se we­gen zu ge­rin­ger Teil­neh­mer­zahl ab­ge­sagt wird. Glei­ches pas­siert, wenn der Spam-Fil­ter die E-Mails des On­line-An­bie­ters aus­sor­tiert, wenn E-Mail-Muf­fel ih­re re­le­van­ten Mails nicht oder nicht recht­zei­tig an­se­hen. Denn On­line-Rei­se­an­bie­ter sen­den in der Re­gel kei­ne Post auf tra­di­tio­nel­lem Weg. Soll­te dies doch ein­mal nö­tig sein, ist es wich­tig, sei­ne Adres­se rich­tig an­zu­ge­ben. Er­staun­lich vie­le In­ter­net­bu­cher ma­chen da­bei Feh­ler. Reicht bei­spiels­wei­se das Kre­dit­kar­ten­li­mit nicht aus und ist der Bu­chen­de nicht per Mail er­reich­bar, sind die On­line-Rei­se­an­bie­ter in­zwi­schen ver­pflich­tet, ei­ne Zah­lung­s­er­in­ne­rung auch per Post zu schi­cken und dem Kun­den ei­ne Frist zur Nach­zah­lung ein­zu­räu­men. Spar­sam ge­hen On­line-Bu­cher zu­dem mit der An­ga­be ih­rer Te­le­fon­num­mern um. Das ist ei­ner­seits ver­ständ­lich, weil man so we­nig Da­ten wie mög­lich über sich be­kannt ge­ben will. Es kann aber auch zur Fal­le wer­den, denn oh­ne Te­le­fon- oder Han­dy­num- mer ist man nicht er­reich­bar, falls sich bei­spiels­wei­se kurz­fris­tig Ab­flug­zei­ten än­dern.

Screen­shot ma­chen

Schließ­lich soll­te man al­le wich­ti­gen In­for­ma­tio­nen aus­dru­cken. Was beim Bu­chen noch auf der Sei­te stand, kann ei­nen Tag spä­ter schon ge­än­dert sein. So hat­te ei­ne Münch­ner Fa­mi­lie ein Ho­tel auf Ja­mai­ka ge­bucht. Man ließ sie je­doch nicht hin­ein, da es nur für Er­wach­se­ne war. Vor Ge­richt konn­te der Va­ter nicht be­wei­sen, dass es bei Bu­chung dar­auf kei­nen Hin­weis gab. Die Fol­ge: Es gab nur ei­nen Teil des Rei­se­prei­ses zu­rück. Hät­te der Va­ter die In­for­ma­tio­nen ge­si­chert, hät­te er den ge­sam­ten Rei­se­preis zu­rück er­hal­ten.

Da­mit der Traum­ur­laub nicht zum Alp­traum wird: Wer im In­ter­net bucht, soll­te den Bu­chungs­vor­gang sehr ge­nau ver­fol­gen. Denn fal­sches Kli­cken kann fa­ta­le Fol­gen ha­ben. Fo­to: Geo­rei­sen

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