Sen­sa­ti­on bei French Open

French Open: Je­le­na Osta­pen­ko schafft Sen­sa­ti­on ge­gen Si­mo­na Halep

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Lars Rei­ne­feld

Je­le­na Osta­pen­ko hat sen­sa­tio­nell die French Open ge­won­nen. Die 20 Jah­re al­te Let­tin setz­te sich ges­tern in Paris im End­spiel ge­gen Si­mo­ne Halep aus Ru­mä­ni­en mit 4:6, 6:4, 6:3 durch und fei­er­te da­mit den ers­ten Grand-Slam-Ti­tel ih­rer Ten­nis-Kar­rie­re. Durch den Er­folg von Osta­pen­ko bleibt An­ge­li­que Ker­ber die Num­mer eins der Welt. Halep hät­te im Sta­de Ro­land Gar­ros ge­win­nen müs­sen, um die Kie­le­rin an der Spit­ze der Welt­rang­lis­te ab­zu­lö­sen. Ker­ber war in Paris be­reits in der ers­ten Run­de aus­ge­schie­den. Ge­gen Halep, die wei­ter auf ih­ren ers­ten gro­ßen Ti­tel war­ten muss, nutz­te Osta­pen­ko nach 1:59 St­un­den ih­ren ers­ten Match­ball.

Nach­dem sie die Sen­sa­ti­on mit ei­nem wei­te­ren kra­chen­den Re­turn per­fekt ge­macht hat­te, ließ Je­le­na Osta­pen­ko ih­ren Schlä­ger aus der Hand fal­len und hüpf­te über die ro­te Asche von Paris. Im Fi­na­le der French Open setz­te sich die 20 Jah­re al­te Let­tin ges­tern ge­gen Si­mo­na Halep aus Ru­mä­ni­en mit 4:6, 6:4, 6:3 durch und fei­er­te da­mit den ers­ten Grand-Slam-Ti­tel ih­rer Ten­nisKar­rie­re. Es war so­gar der ers­te Tur­nier­sieg für Osta­pen­ko über­haupt, die die jüngs­te Paris-Sie­ge­rin seit Iva Ma­jo­li vor 20 Jah­ren ist. Halep, die nach 2014 auch ihr zwei­tes Paris-Fi­na­le ver­lor, muss da­ge­gen wei­ter auf ih­ren ers­ten gro­ßen Tri­umph war­ten. Osta­pen­ko ver­wan­del­te nach 1:59 St­un­den ih­ren ers­ten Match­ball. „Ich kann es nicht glau­ben, dass ich der neue Cham­pi­on bin“, sag­te Osta­pen­ko. „Es ist wie ein Traum, ich ha­be kei­ne Wor­te da­für. Als klei­nes Kind ha­be ich die Spie­le hier im Fernsehen ge­schaut und jetzt ha­be ich hier ge­won­nen. Es ist un­glaub­lich.“Durch den Er­folg von Osta­pen­ko bleibt An­ge­li­que Ker­ber die Num­mer eins der Welt. Halep hät­te im Sta­de Ro­land Gar­ros ge­win­nen müs­sen, um die Kie­le­rin an der Spit­ze der Welt­rang­lis­te ab­zu­lö­sen. Ker­ber war in der ers­ten Run­de aus­ge­schie­den. Bei den Her­ren ste­hen sich heu­te (15 Uhr/ Eu­ro­sport) im Fi­na­le der Spa­nier Ra­fa­el Na­dal und Stan Wa­wrin­ka (Schweiz) ge­gen­über. Na­dal strebt da­bei sei­nen zehn­ten Ti­tel in Paris an. Für Wa­wrin­ka wä­re es nach 2015 der zwei­te Tri­umph bei den French Open. Zwei Ta­ge nach ih­rem 20. Ge­burts­tag be­gann Osta­pen­ko auf dem Court Phil­ip­pe Cha­trier fu­ri­os. Mit ih­rem Voll­gas-Ten­nis nahm sie Halep so­fort den Auf­schlag ab – und das auch noch zu Null. Doch Halep blieb ru­hig und schaff­te so­fort den Aus­gleich. Zum 3:2 ge­lang Osta­pen­ko er­neut ein Break, aber wie­der konn­te sie da­nach ihr Ser­vice nicht hal­ten. Es schien, als wür­de es Osta­pen­ko mit ih­rem Hopp-oder-Top-Ten­nis an die­sem Tag schwer ha­ben. Zwar be­geis­ter­te sie im­mer wie­der mit ra­san­ten Win­ner-Schlä­gen. Doch die Zahl der ver­meid­ba­ren Feh­ler war auf der an­de­ren Sei­te zu hoch. So hol­te sich Halep mit ih­rer rei­fe­ren und aus­ge­wo­ge­ne­ren Tak­tik nach 37 Mi­nu­ten den ers­ten Satz. Osta­pen­ko schau­te frus­triert und et­was rat­los in ih­re Box, ei­ne neue Tak­tik be­kam sie aber auch von dort nicht mit auf den Weg ge­ge­ben. Halep brauch­te da­her zu Be­ginn des zwei­ten Ab­schnitts ei­gent­lich nicht viel mehr zu ma­chen, als den Ball im Spiel zu hal­ten. Der nächs­te Feh­ler der Let­tin ließ nicht lan­ge auf sich war­ten. Erst beim Stand von 0:3 aus ih­rer Sicht be­kam Osta­pen­ko wie­der et­was mehr Prä­zi­si­on in ihr Spiel und war da­mit so­fort zu­rück in der Par­tie. Beim Stand von 3:3 ging der zwei­te Satz prak­tisch wie­der von vor­ne los. Mit ih­rer Al­les-oder-Nichts-Tak­tik dreh­te die Let­tin die Par­tie und hol­te sich nach 1:25 St­un­den den zwei­ten Satz. Nun lag die Sen­sa­ti­on in der Luft, die jüngs­te Fi­na­lis­tin bei ei­nem Grand-Slam-Tur­nier seit Ca­ro­li­ne Woz­ni­a­cki vor acht Jah­ren bei den US Open hat­te das Mo­men­tum nun auf ih­rer Sei­te. Und auch wenn sie noch ein­mal mit 1:3 in Rück­stand ge­riet, Osta­pen­ko ließ sich nicht mehr auf­hal­ten. Zum 2:3 schaff­te sie das Re-Break und gab kein Spiel mehr ab. Halep stemm­te sich zwar ge­gen die Fi­nal­Nie­der­la­ge, doch am En­de wa­ren 54 Win­ner von Osta­pen­ko ein­fach zu viel.

„Wir­bel­wind“Je­le­na Osta­pen­ko (rechts) schaff­te die Sen­sa­ti­on und setz­te sich im Fi­na­le der French Open in Paris ge­gen die ho­he Fa­vo­ri­tin Si­mo­na Halep in drei Sät­zen durch. Für die erst 20 Jah­re al­te Let­tin war es der ers­te Tur­nier­sieg im Pro­fi­be­reich über­haupt. Halep kas­sier­te ih­re zwei­te Fi­nal­nie­der­la­ge in Ro­land Gar­ros nach 2014. Fo­to: AFP

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