Er­in­nern Sie sich an Ih­re ers­te Fahr­rad­fahrt?

Der Sonntag (Mittelbaden) - - AKTUELL - SO er/Fo­tos: Fa­b­ry

„Ja, das war mit Fünf“, meint Pe­ter Wei­bel (73), Vor­stand des ZKM, aus Karlsruhe. „Ich hat­te Zu­gang zu ei­nem Män­ner­rad mit Stan­ge, das mir na­tür­lich viel zu groß war. Ich bin trotz­dem berg­ab da­mit ge­fah­ren. Brem­sen ging aber nicht. Das Er­geb­nis: Schürf­wun­den. Heu­te fah­re ich nur noch sel­ten Rad.“ „Das muss mit Fünf ge­we­sen sein“, sagt Sieg­bert Kling­ler (77), Rent­ner aus Karlsruhe. „Wir wa­ren acht Kin­der mit nur ei­nem Fa­mi­li­en­rad, das nicht ein­mal be­reift war. Ein ei­ge­nes Rad ha­be ich erst in der Leh­re be­kom­men. Ich fah­re seit Jahr­zehn­ten lei­den­schaft­lich gern, frü­her auch durch die Al­pen.“ „Ja, das war in un­se­rer Sied­lung“, er­klärt An­to­nia Voß (18), tä­tig in der LEA, aus Ett­lin­gen. „Dort ver­lief ein Weg, der an ei­ner Mau­er en­de­te. Als ich mich si­cher ge­nug fühl­te und mein Pa­pa los­ge­las­sen hat, bin ich da­ge­gen ge­fah­ren. Ge­scha­det hat es nicht: Heu­te er­le­di­ge ich al­les mit dem Rad.“ „Rich­tig an­ge­fan­gen ha­be ich mit Neun oder Zehn“, be­tont El­da Le­po­re (72), Rent­ne­rin aus Ett­lin­gen. „Ich weiß noch, wie ei­ner der Jungs zum An­ge­ben frei­hän­dig fah­ren woll­te. Den hat’s hin­ge­legt. Und ich er­in­ne­re mich an die stei­len Ser­pen­ti­nen beim Dorf. Run­ter ging’s, hoch muss­te man schie­ben.“ „Ich war Fünf“, er­zählt Bry­na Hallam (38), Jour­na­lis­tin aus Vic­to­ria/Ka­na­da. „Mei­ne Fa­mi­lie leb­te auf ei­ner Farm. Ich bin gern durch die Fel­der ge­fah­ren und zur Oma. Seit ei­ni­gen Jah­ren ma­che ich Rad­tou­ren durch Deutsch­land, die­ses Mal am Rhein ent­lang. Der Zwi­schen­stopp in Karlsruhe bot sich an.“ „Ja, los ging’s mit un­ge­fähr Vier“, sagt De­niz Kun­ze (23), Stu­dent, zu Be­such in Karlsruhe. „Ich bin wie mei­ne Freun­de zu­nächst mit Stütz­rä­dern durch das Dorf ge­kurvt. Wenn wir den mo­bi­len Eis­ver­käu­fer ge­se­hen ha­ben, gab’s ein gro­ßes Hur­ra. Heu­te fah­re ich lie­ber Long­board als Fahr­rad.“

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