Fla­nie­ren im Ge­mäl­de

Der Sonntag (Mittelbaden) - - DIE REGION -

Zu den span­nends­ten Neue­run­gen des frü­hen 19. Jahr­hun­derts zählt die bür­ger­li­che Öf­fent­lich­keit. Ge­wöhn­lich wird die­se Ent­wick­lung in so­zi­al- und wirt­schafts­po­li­ti­schen Theo­ri­en be­han­delt. Die Aus­stel­lung „Na­tur und Ku­lis­se. Vor­neh­me Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten im 19. Jahr­hun­dert“in Ba­den-Ba­den da­ge­gen fragt nach dem kon­kre­ten Ort, an dem sich die Bür­ger nach dem En­de ad­li­ger Miss­wirt­schaft und kirch­li­cher Be­vor­mun­dung zwang­los tra­fen, ei­n­an­der au­ßer­halb der al­ten Stän­de­ver­fas­sung be­geg­ne­ten, die Wir­kung ih­rer neu­en Klei­der­ord­nung prak­tisch aus­pro­bier­ten, sich amü­sier­ten oder auf ei­ner Bank sa­ßen und das Wetter ge­nos­sen: dem Park. Stadt­na­he Land­schafts­parks sind kom­ple­xe Ge­bil­de. Jen­seits bäu­er­li­cher oder früh­in­dus­tri­el­ler Nut­zung wird die Na­tur gärt­ne­risch ein­ge­hegt, nur um sie des­to deut­li­cher als Na­tur zu in­sze­nie­ren. Im Park des frü­hen 19. Jahr­hun­derts wur­de die Na­tur kom­po­si­to­risch ar­ran­giert wie in ei­nem Land­schafts­ge­mäl­de. Der – bis heu­te an­dau­ern­de –

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