Hent­ke knackt WM-Norm

Schwim­men: Sonst vie­le Ent­täu­schun­gen bei der DM in Ber­lin

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Tho­mas Eßer

Welt­jah­res­best­zeit, WM-Norm ge­knackt – Schmet­ter­lings-Schwim­me­rin Fran­zis­ka Hent­ke war die po­si­ti­ve Aus­nah­me an ei­nem an­sons­ten für vie­le Schwim­mer ent­täu­schen­den drit­ten Tag bei den Deut­schen Meis­ter­schaf­ten in Ber­lin. Die Eu­ro­pa­meis­te­rin von 2016 schlug auf der 200-Me­ter-Stre­cke im Fi­na­le nach 2:06,18 Mi­nu­ten an. Sie ver­tei­dig­te ih­ren Ti­tel er­folg­reich und war elf Hun­derts­tel­se­kun­den schnel­ler als die Ja­pa­ne­rin Su­zu­ka Ha­se­ga­wa, die zu­vor die Jah­res­best­zeit ge­hal­ten hat­te. Die 28-jäh­ri­ge Hent­ke schaff­te als ein­zi­ge ges­tern in Ber­lin die ge­for­der­te WM-Zeit. „Ich wä­re ger­ne noch ei­nen Tick schnel­ler ge­schwom­men“, sag­te sie. „Aber ich bin zu­frie­den.“

Bun­des­trai­ner Lam­bertz hat­te mehr er­war­tet

Ins­ge­samt ha­ben erst fünf Ath­le­ten die Richt­wer­te er­reicht. Zwei in der of­fe­nen Klas­se – ne­ben Hent­ke noch Phi­lip Heintz über 200 Me­ter La­gen. Und drei U-23-Schwim­mer – Poul Zell­mann (400 Me­ter Frei­stil), Da­mi­an Wier­ling (50 Me­ter Frei­stil) und Flo­ri­an Well­brock (1 500 Me­ter Frei­stil). Zwar sind die Nor­men in die­sem Jahr als Re­ak­ti­on auf das schwache Ab­schnei­den der deut­schen Schwim­mer bei Olym­pia 2016 be­son­ders hart, den­noch hat­te Chef­bun­des­trai­ner Hen­ning Lam­bertz bei den na­tio­na­len Ti­tel­kämp­fen bis­lang mehr er­war­tet. Vor al­lem von den U-23-Schwim­mern, die leich­te­re Nor­men ha­ben, als ih­re äl­te­ren Kol­le­gen. Lam­bertz sprach von „er­staun­lich we­ni­gen“, die die Norm un­ter­bo­ten. Das wur­de auch ges­tern deut­lich. An­na Di­et­ter­le schaff­te als ein­zi­ge Schwim­me­rin die U-23-Vor­l­auf­norm (54,88). Im Fi­na­le über 100 Me­ter Frei­stil ver­pass­te die 20-Jäh­ri­ge in 55,28 Se­kun­den je­doch die ge­for­der­te Zeit. Um die Qua­li­fi­ka­ti­on für die Welt­meis­ter­schaf­ten vom 14. bis zum 30. Ju­li in Bu­da­pest zu schaf­fen, hät­te Die­ter­le in bei­den Läu­fen die Nor­men er­fül­len müs­sen. Ni­na Kost ge­wann in 54,99 Se­kun­den. Bei den Män­nern ge­wann wie schon im ver­gan­ge­nen Jahr DaDas mi­an Wier­ling (48,68). Ti­tel er­folg­reich ver­tei­digt, WM-Norm ver­passt hieß es für La­gen­schwim­mer Ja­cob Heidtmann. Er sieg­te zwar wie schon 2016 auf der 400-Me­ter-Stre­cke, war aber schon im Vor­lauf fast zwei Se­kun­den lang­sa­mer als die ge­for­der­te WM-Zeit. Heidtmann be­grün­de­te die ver­pass­te Norm auch mit der Um­stel­lung auf mehr Kraft­trai­ning. Er denkt schon an die Olym­pi­schen Spie­le 2020 in To­kio. „Das ist auch ge­nau der rich­ti­ge Weg, da­mit ich in drei Jah­ren da bin, wo ich hin will.“ Kraft­kon­zept ist wie die här­te­ren Nor­men Teil der Re­for­men des Deut­schen Schwimm-Ver­bands. Rü­cken­schwim­mer Chris­ti­an Die­ner schaff­te die ge­for­der­te WMZeit eben­falls schon im Vor­lauf über 200 Me­ter Rü­cken nicht (1:58,99). Im Fi­na­le war er dann schnel­ler und sieg­te in 1:57,51. „Bei den bei­den hat­te ich schon die Hoff­nung, dass es klappt“, sag­te Chef­bun­des­trai­ner Lam­bertz zu Die­ner und Heidtmann. Welt­meis­ter Mar­co Koch qua­li­fi­zier­te sich nicht für das Fi­na­le über 50 Me­ter Brust.

Star­ke Zeit ge­schwom­men: Eu­ro­pa­meis­te­rin Fran­zis­ka Hent­ke schaff­te über 200 Me­ter Schmet­ter­ling die Norm für die Welt­meis­ter­schaft. Fo­to: avs

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