Die Re­gi­on

Glas­künst­ler: Schwarz­mül­ler und sei­ne fi­li­gra­nen Wer­ke

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Ju­le Mül­ler/bo

Schwimm­bad oder Bag­ger­see – für vie­le Leu­te ist das im Som­mer das Frei­zeit­ver­gnü­gen Num­mer eins. Doch nicht je­der ist ei­ne Was­ser­rat­te. Was sonst aber kann man an hei­ßen Wo­che­n­en­den un­ter­neh­men? Wir ha­ben uns um­ge­schaut – und ei­ni­ge im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes „coo­le“Aus­flugs­zie­le ent­deckt, die an Sonn­ta­gen ge­öff­net sind und kei­ne An­mel­dung er­for­dern. Ne­ben­bei: Sie loh­nen den Be­such auch, wenn’s küh­ler ist als in den ver­gan­ge­nen Ta­gen.

Auf küh­len Hö­hen

Wan­dern an hei­ßen Ta­gen? Das klingt nach Tor­tur. Aber bei Gerns­bach gibt es ei­ne Land­schaft, die sich durch ein fast süd­skan­di­na­vi­sches Kli­ma aus­zeich­net. Auf dem Kal­ten­bronn, 1 000 Me­ter über NN, ist meist ei­ni­ge Grad käl­ter als in Karls­ru­he und es weht ein leich­ter Wind, ver­si­chert Mar­gi­ta Klump vom In­fo­zen­trum. Für hei­ße Tage emp­fiehlt sie be­son­ders den 8,5 Ki­lo­me­ter lan­gen Grün­hüt­ten-Rund­wan­der­weg, der teil­wei­se über Boh­len­ste­ge durchs Na­tur­schutz­ge­biet Wild­see­moor führt. Der Rund­weg oh­ne nen­nens­wer­te Stei­gun­gen ist auch für Wan­der­an­fän­ger gut zu be­wäl­ti­gen. At­trak­tiv für Kin­der ist der Troll­pfad, auf dem Fa­mi­li­en ne­ben dem ei­gent­li­chen Weg den Wald er­for­schen kön­nen. Und falls ein Ge­wit­ter auf­zieht und al­les ins Was­ser zu fal­len droht, kann man kurz­fris­tig um­schwen­ken und bei der in­ter­ak­ti­ven Aus­stel­lung im In­fo­zen­trum Kal­ten­bronn mehr über das Hoch­moor er­fah­ren (mitt­wochs bis sonn­tags von 10 bis 17 Uhr, Ein­tritt drei Eu­ro, er­mä­ßigt zwei Eu­ro). Ei­ne Kar­te mit den Wan­der­we­gen kann man auf der Home­page des In­fo­zen­trums run­ter­la­den.

In fri­schen Tie­fen

Ganz­jäh­rig sechs bis acht Grad Cel­si­us – im Berg­werk „Frisch­glück“in Neu­en­bürg im Enz­kreis geht es wahr­lich „frisch“zu. Wo im 19. Jahr­hun­dert noch Ei­sen­erz ab­ge­baut wur­de, kön­nen jetzt Be­su­cher das Le­ben un­ter Tage ken­nen­ler­nen. Füh­run­gen oh­ne An­mel­dung wer­den sams­tags und sonn­tags von 11 bis 17 Uhr an­ge­bo­ten. In­grid Gö­bel vom Ver­ein AR­GE Neu­en­bür­ger Berg­bau em­pum ei­nen Pul­li und ge­schlos­se­ne Schu­he. Auch Kin­der sind im Berg­werk will­kom­men – sie soll­ten al­ler­dings 163 Stu­fen er­klim­men kön­nen. „Un­ser Berg­werk ist mei­nes Wis­sens nach das ein­zi­ge in Ba­den-Würt­tem­berg, in dem man von unten nach oben geht.“, sagt Gö­bel. Der Ein­tritt kos­tet 5,50 Eu­ro, er­mä­ßigt 3,50 Eu­ro, Ju­gend­li­che zah­len 4,50 Eu­ro.

Die Welt des „wei­ßen Gol­des“

Von Karls­ru­he fährt man mit dem Au­to et­wa ei­ne St­un­de nach Bad Friedrichshall – und wird im dor­ti­gen Salz­berg­werk mit an­ge­neh­men Tem­pe­ra­tu­ren um 18 Grad und ei­nem ein­zig­ar­ti­gen Licht­spek­ta­kel un­ter Tage be­lohnt. Das Salz­berg­werk ist ein noch ak­ti­ver Berg­bau­be­trieb – da­her kön­nen Be­su­cher nur am Wo­che­n­en­de ab 9.30 Uhr mit dem För­der­korb ein­fah­ren und dann auf ei­ge­ne Faust die schein­bar end­los lan­gen Gän­ge er­kun­den. Der Rund­weg durch die Welt des „wei­ßen Gol­des“ist eben­so be­ein­dru­ckend wie in­for­ma­tiv und spek­ta­ku­lär aus­ge­stat­tet – die Be­su­cher kön­nen so­gar ei­ne Schauspren­gung durch­füh­ren. Als be­son­de­res High­light be­zeich­net Sven­ja Kraus­kopf vom Salz­berg­werk die 40 Me­ter lan­ge Berg­manns­rut­sche aus Holz, die für viel Spaß sorgt. Et­wa zwei Stun­den soll­te man für den Rund­weg ein­kal­ku­lie­ren. Die letz­te Fahrt nach Un­ter­ta­ge star­tet um 15.30 Uhr. Der Ein­tritt kos­tet 9,50 Eu­ro für Er­wach­se­ne und 5,50 Eu­ro für Kin­der.

Ab in die Sil­ber­gru­be

Acht bis zehn Grad kühl ist es im Be­su­cher­berg­werk Gru­be Wen­zel in Ober­wol­fach (Or­ten­au­kreis), wo frü­her Sil­ber ab­ge­baut wur­de. Füh­run­gen gibt es diens­tags bis sonn­tags je­weils um 11, 13 und 15 Uhr. Auch Kin­der sind will­kom­men, Mit­ar­bei­te­rin Ca­fiehlt tia Ga­natz hat so­gar schon mal ein vier Mo­na­te al­tes Ba­by be­grüßt. Um in der Gru­be vor Schlamm und Schmutz ge­schützt zu sein, wer­den die Be­su­cher vor der ein­ein­halb­stün­di­gen Tour mit Re­gen­ja­cke, Gum­mi­stie­fel und Helm aus­ge­stat­tet. Der Ein­tritt kos­tet sechs, er­mä­ßigt vier Eu­ro.

Mit dem „Se­gen Got­tes“

Im Bad­ner­lied wird es be­sun­gen: Das ehe­ma­li­ge Sil­ber­berg­werk „Se­gen Got­tes“in Has­lach: Der Berg­bau spiel­te im Kin­zig­tal einst ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Im heu­ti­gen Be­su­cher­berg­werk in Has­lach kann man nicht nur der Som­mer­hit­ze ent­flie­hen, son­dern auch sil­ber­füh­ren­de Schwer- und Fluss­spat­gän­ge in sel­te­ner Schön­heit er­le­ben. Kris­tall­dru­sen, Sin­ter und Sta­lak­ti­ten ge­hö­ren zu den Schät­zen der Gru­be. Füh­run­gen be­gin­nen täg­lich au­ßer mon­tags 11, 13.30 und 15.30 Uhr. Der Ein­tritt kos­tet sechs, er­mä­ßigt vier Eu­ro.

Tropf­stein­höh­len

Nicht nur in Berg­wer­ken, auch in Höh­len ist es kühl. Um ei­ne der gro­ßen Schau­höh­len Ba­den-Würt­tem­bergs zu er­rei­chen, muss man von un­se­rer Re­gi­on aus al­ler­dings meist et­was wei­ter fah­ren – vie­le gibt es auf der Schwä­bi­schen Alb. Ein wun­der­ba­res Na­tur­denk­mal be­sitzt auch der Oden­wald: die Eber­stadter Tropf­stein­höh­le in Bu­chen mit ih­ren Sta­lak­ti­ten und Sta­lag­mi­ten. Die Höh­le ist 600 Me­ter lang, die Tem­pe­ra­tur liegt kon­stant bei elf Grad. Be­sich­ti­gen kann man sie bis En­de Au­gust täg­lich von 10 bis 16 Uhr im Rah­men von Füh­run­gen, die in der Re­gel zur vol­len St­un­de be­gin­nen (Ein­tritt vier Eu­ro, er­mä­ßigt drei Eu­ro).

18 Grad Cel­si­us be­trägt die Tem­pe­ra­tur im Salz­berg­werk Bad Friedrichshall. Licht­in­stal­la­tio­nen er­leuch­ten die end­los wir­ken­den Gän­ge un­ter Tage. Fo­to: @ Süd­west­deut­sche Salz­wer­ke AG

Im Hö­hen­ge­biet Kal­ten­bronn ist es „im­mer ei­nen Kit­tel käl­ter“als an­ders­wo. Vie­le schö­ne Na­tur­er­leb­nis­se hat man auf ei­nem 8,5 Ki­lo­me­ter lan­gen Rund­weg, der durchs Wild­see­moor führt. Fo­to: bo

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