Was kön­nen Sie nicht weg­wer­fen?

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell - Er/Fo­tos: Fa­b­ry

„Vie­les. Ich bin Samm­ler“, er­klärt Bern­hard Halb­edel (61), Be­am­ter, ge­schäft­lich in Karls­ru­he. „Te­le­fon­kar­ten, Brief­mar­ken, Klei­dung, Über­ra­schungs­ei-Figuren ... die Lis­te ist lang, das Haus voll. Mei­ne Frau zieht mich schon auf da­mit. Sie denkt, ich ver­lie­re den Über­blick, aber das stimmt nicht.“ „Kla­mot­ten“, meint Patrick Schaf­fer (31), Ser­vice-Chef in ei­nem Re­stau­rant, aus Ba­den-Ba­den. „Ob­wohl ich be­stimmt 20 T-Shirts im Schrank ha­be, zie­he ich nur fünf an. Ei­gent­lich könn­te der Rest weg. Bis­lang hat­te ich aber noch kei­ne gro­ße Lust aus­zu­mis­ten. Mei­ne Freizeit nut­ze ich lie­ber an­ders.“ „Mö­bel wie das al­te Stock­bett der Kin­der“, ant­wor­tet Pe­ter Büh­ler (64), Rent­ner aus Schwai­gern. „Es liegt aber nicht am Wil­len. Mir fehlt die Mög­lich­keit, das Gan­ze schnell zu ent­sor­gen. Da ich ei­ne klei­ne Woh­nung ha­be, ist das vom Platz her schon ein Pro­blem. Auch ein ka­put­ter Com­pu­ter ist da­bei.“ „Bü­cher“, sagt Ni­co­le Hol­zer (43), Dro­gis­tin aus Wag­häu­sel. „Ich sor­tie­re zwar aus, schaf­fe es aber oft doch nicht, mich von ih­nen zu tren­nen. Vor al­lem Reit­bü­cher ste­hen im Re­gal. Man­che ha­be ich schon mit 13 be­kom­men. Ge­ne­rell fin­de ich aus­mis­ten schwie­rig. Am bes­ten klappt’s bei ei­nem Um­zug.“ „Kin­der­spiel­zeug“, er­zählt An­na Be­ckert (18), Schü­le­rin aus Ötig­heim. „An mei­nen Ku­schel­tie­ren hän­gen so vie­le Er­in­ne­run­gen und mein Herz – die will ich nicht weg­ge­ben. Auch mei­nen frü­he­ren Schul­ran­zen konn­te ich bis­her im­mer ret­ten. Kla­mot­ten aus­zu­sor­tie­ren be­rei­tet mir hin­ge­gen kei­ne Pro­ble­me.“ „Ty­pisch Frau: Schu­he“, scherzt Na­di­ne Blank (26), Sach­be­ar­bei­te­rin Bau­stel­len­lo­gis­tik aus Lan­dau. „Man könn­te sie ja doch noch­mal an­zie­hen. Au­ßer­dem he­be ich mei­ne al­ten Bar­bies und Jon­glier­bäl­le auf. Die Vor­stel­lung, dass spä­ter even­tu­ell mei­ne Kin­der da­mit spie­len, fin­de ich schön.“

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