Töd­li­che Ge­röll-La­wi­ne

Ta­ge­lan­ger Regen hat den Berg­hang auf­ge­weicht

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell - AFP

Nach ei­nem mas­si­ven Erd­rutsch im Süd­wes­ten Chi­nas, der ein gan­zes Dorf un­ter sich be­gra­ben hat, ber­gen die Ret­tungs­kräf­te im­mer wei­te­re To­des­op­fer. Über 100 Men­schen wur­den ges­tern Abend noch ver­misst. Am Mor­gen war nach hef­ti­gen Re­gen­fäl­len ei­ne Ge­röll-La­wi­ne über das Berg­dorf Xin­mo in der Pro­vinz Si­chuan her­ein­ge­bro­chen. 2 000 Hel­fer such­ten nach mög­li­chen Über­le­ben­den. Un­ter an­de­rem wur­den ein Paar und ein Ba­by ge­ret­tet und in ein Kran­ken­haus ge­bracht. Ein weiterer Über­le­ben­der wur­de un­ter dem Ge­röll ge­or­tet, konn­te je­doch zu­nächst nicht ge­bor­gen wer­den. Hel­fer ver­such­ten mit Bull­do­zern, Sei­len, aber auch mit ih­ren blo­ßen Hän­den die rie­si­gen Fels­bro­cken fort­zu­hie­ven. Po­li­zei und Ar­mee such­ten auch mit Spür­hun­den nach Ver­schüt­te­ten. Dem ört­li­chen Po­li­zei­chef Chen Tie­bo zu­fol­ge liegt ei­ne Gesteins­schicht von meh­re­ren Ton­nen auf dem Dorf. Die Gesteins­mas­sen wa­ren so ge­wal­tig, dass sie ei­ne Stra­ße auf ei­ner Län­ge von 1,6 Ki­lo­me­tern blo­ckier­ten. Nach star­ken Re­gen­fäl­len sei ein Teil ei­nes Berg­han­ges ab­ge­bro­chen und ha­be die La­wi­ne aus­ge­löst. „Das hier ist ein Erd­be­ben­ge­biet, und hier gibt es nicht vie­le Pflan­zen“, sag­te Chen. Bäu­me könn­ten hel­fen, nach star­ken Re­gen­fäl­len das Was­ser auf­zu­neh­men und ei­nen Erd­rutsch zu ver­hin­dern. „Es ist der größ­te Erd­rutsch in die­ser Ge­gend seit dem Erd­be­ben von Wen­chuan“, sag­te Wang Yong­bo, ein Ver­ant­wort­li­cher bei den Ret­tungs­maß­nah­men. Er be­zog sich auf das Erd­be­ben, bei dem 2008 in der Pro­vinz Si­chuan 8 7000 Men­schen ge­stor­ben wa­ren. Tao Ji­an vom ört­li­chen Wet­ter­dienst sag­te dem Staats­fern­se­hen, die ber­gi­ge Um­ge­bung sei durch das Erd­be­ben von 2008 in- sta­bil ge­wor­den: „Schon schwa­cher Regen kann ei­ne geo­lo­gi­sche Ka­ta­stro­phe aus­lö­sen.“Für Si­chuan wur­den wei­te­re schwe­re Re­gen­fäl­le vor­aus­ge­sagt. Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel über­mit­tel­te dem chi­ne­si­schen Re­gie­rungs­chef und den be­trof­fe­nen Men­schen ih­re An­teil­nah­me.

Das chi­ne­si­sche Berg­dorf Xin­mo gibt es nicht mehr. Es liegt un­ter ei­ner meh­re­re Ton­nen schwe­ren Gestein­schicht be­gra­ben. Die Ge­röll-La­wi­ne hat ver­mut­lich mehr als 100 Men­schen ge­tö­tet. Fo­to: AFP

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