Heils­brin­ger un­ter Druck

Sport­vor­stand Chris­ti­an Hei­del „oh­ne Bam­mel“in die Schal­ker Bütt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Tho­mas Li­pin­ski

Vor zwölf Mo­na­ten wur­de er als Heils­brin­ger ge­fei­ert, jetzt muss er die schwächs­te Sai­son seit 17 Jah­ren er­klä­ren: Nach nur ei­nem Jahr als Sport­vor­stand von Schal­ke 04 ist Chris­ti­an Hei­del beim tra­di­tio­nell auf­ge­reg­ten Fuß­ball-Bun­des­li­gis­ten schon ge­wal­tig un­ter Druck ge­ra­ten. Heu­te muss sich der 54-Jäh­ri­ge auf der Mit­glie­der­ver­samm­lung für sei­nen schlech­ten Start bei den Kö­nigs­blau­en recht­fer­ti­gen.

Mit­glie­der­ver­samm­lung meis­tens mit Zünd­stoff

„Ich ge­he da oh­ne Bam­mel hin“, sagt Hei­del. Dass es bei der JHV auf Schal­ke be­son­ders hoch her­ge­hen kann, weiß der lang­jäh­ri­ge Main­zer Ma­na­ger bis­lang eher aus zwei­ter Hand: „Ich hab’ ja frü­her auch schon Fern­se­hen ge­schaut.“Vor ei­nem Jahr rich­te­te sich die Kri­tik vie­ler Mit­glie­der noch ge­gen Auf­sichts­rats­chef Cle­mens Tön­nies, der zur Wie­der­wahl stand. Jetzt muss Hei­del nach 24 Jah­ren beim Kar­ne­vals­ver­ein in Mainz auf Schal­ke in die Bütt, um sei­ne ei­ge­ne ma­ge­re Bi­lanz zu er­klä­ren. Zwei Trai­ner hat er be­reits ge­feu­ert – zu­nächst den von sei­nem Vor­gän­ger Horst Heldt ver­pflich­te­ten And­re Brei­ten­rei­ter, dann nach nur ei­ner Sai­son sei­nen Wunsch­kan­di­da­ten Mar­kus Wein­zierl. Als Ta­bel­len­zehn­ter hat Schal­ke erst­mals nach sie­ben Jah­ren wie­der den Eu­ro­pa­po­kal ver­passt und mit dem Vier­tel­fi­nal-Aus in den Po­kal­wett­be­wer­ben die schlech­tes­te Sai­son seit 1999/2000 ge­spielt. Ob­wohl Hei­del für mehr als 70 Mil­lio­nen Eu­ro neue Spie­ler kauf­te – Re­kord in der Ver­eins­ge­schich­te. Mit der Ver­pflich­tung des 31-jäh­ri­gen Do­me­ni­co Te­des- co setzt Hei­del ein­mal mehr auf sein Händ­chen für jun­ge, un­er­fah­re­ne Trai­ner. In Mainz klapp­te es mit Jür­gen Klopp und Tho­mas Tu­chel, die zu Stars der Bran­che ge­wor­den sind. Auf ei­nen ähn­li­chen Er­folg hofft er auch mit dem jüngs­ten Coach in der kö­nigs­blau­en Historie. Ob das mehr Druck für mich be­deu­tet, spielt kei­ne Rol­le“, be­tont er: „Es geht um den Ver­ein, nicht um mich.“

Schon zwei Trai­ner ge­feu­ert, den Eu­ro­pa­po­kal ver­passt: Chris­ti­an Hei­del muss nach sei­nem ers­ten Jahr als Sport­vor­stand von Schal­ke 04 auf der heu­ti­gen Mit­glie­der­ver­samm­lung mit viel Kri­tik rech­nen. Fo­to: avs

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