„Ich lie­be die­sen Kerl“

Bill Cl­in­ton spricht mit viel Emo­ti­on und Hu­mor über Kohl

Der Sonntag (Mittelbaden) - - AKTUELL -

In ei­ner hu­mor­voll-me­lan­cho­li­schen Re­de hat der frü­he­re US-Prä­si­dent Bill Cl­in­ton den ver­stor­be­nen Alt­kanz­ler Hel­mut Kohl ge­wür­digt – und an sei­ne Schwä­che für Es­sen er­in­nert. Sei­ne Frau Hil­la­ry ha­be einst zu ihm ge­sagt, dass er Kohl des­we­gen so sehr mö­ge, weil die­ser der ein­zi­ge Mensch „mit ei­nem grö­ße­ren Ap­pe­tit auf Es­sen“sei als er selbst, sag­te Cl­in­ton beim eu­ro­päi­schen Trau­er­akt im EU-Par­la­ment in Straß­burg. „Ich lie­be die­sen Kerl, weil sein Ap­pe­tit weit über das Es­sen hin­aus­ging“, fuhr Cl­in­ton fort und zeig­te auf den auf­ge­bahr­ten Sarg des Alt­kanz­lers. So ha­be sich Kohl stets für ei­ne Welt ein­ge­setzt, die von nie­man­dem do­mi­niert wer­de und in der die Zu­sam­men­ar­beit über Kon­flik­ten ste­he. Kohls Ver­mächt­nis sei der Ein­satz für Frie­den, Frei­heit, Si­cher­heit und Wohl­stand. „Schla­fe wohl, mein Freund“, be­en­det Cl­in­ton sei­ne Re­de. „Du hast in dei­nem Le­ben ei­nen gu­ten Job ge­macht.“Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel sag­te über Kohl, der sie als jun­ge Po­li­ti­ke­rin aus dem Os­ten ge­för­dert hat­te und un­ter dem sie jah­re­lang Mi­nis­te­rin war, dass er „ei­nen Platz in den Ge­schichts­bü­chern ein­ge­nom­men“ha­be. „Oh­ne Hel­mut Kohl wä­re das Le­ben von Mil­lio­nen Men­schen, die bis 1990 hin­ter der Mau­er leb­ten, völ­lig an­ders ver­lau­fen, na­tür­lich auch mei­nes.“

Fo­to: avs

Ein Bild des ver­stor­be­nen Alt­kanz­lers Hel­mut Kohl war im Straß­bur­ger EU-Par­la­ment auf­ge­stellt, wo beim Trau­er­akt der frü­he­re US-Prä­si­dent Bill Cl­in­ton ei­ne hu­mor­voll-me­lan­cho­li­sche Re­de hielt.

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