Hinz und Kunz

Hein­rich und Kon­rad wur­den sprich­wört­lich

Der Sonntag (Mittelbaden) - - DIE REGION - lie

Für ein groß an­ge­leg­tes wis­sen­schaft­li­ches Stan­dard­werk über Na­men nutz­te der Frei­bur­ger Na­men­for­scher Kon­rad Kun­ze ei­ne Da­ten­bank mit al­len Na­men der deut­schen Te­le­fon­an­schlüs­se im Jahr 1998. Die ne­ben­ste­hen­den Kar­te zeigt, in wel­chen groß­räu­mi­gen Post­leit­zahl-Ge­bie­ten der Na­me Hil­da am häu­figs­ten ist. Es sind die Ge­bie­te, wo die Post­leit­zah­len mit 76, 77, 78 und 79 be­gin­nen. Und das sind die Ge­gen­den von Karls­ru­he, Ras­tatt, Bühl, Achern und dem Schwarz­wald bis an die Schwei­zer Gren­ze und den Bo­den­see. (Auch Tei­le der Pfalz ha­ben mit 76 be­gin­nen­de Post­leit­zah­len.) „Die Ver­brei­tung von Hil­da deckt sich weit­ge­hend mit dem Ge­biet des frü­he­ren Groß­her­zog­tums Ba­den“, sagt Kun­ze. Er sieht in der Na­men­kar­te ei­ne Nach­wir­kung der Be­liebt­heit von Groß­her­zo­gin Hil­da – auch nach dem En­de der Mon­ar­chie. „Mit den Te­le­fon­bü­chern 1998 ha­ben wir ja in et­wa die Ge­burts­jahr­gän­ge 1920 bis 1980 er­fasst“, so Kun­ze. Men­schen, die nach 1900 ge­bo­ren wur­den, ha­ben wohl ih­re Mäd­chen ger­ne so wie je­ne Ad­li­ge ge­nannt, die in Ba­den ei­ne mar­kan­te Per­sön­lich­keit auch nach 1918 war. Die Be­liebt­heit von Na­men zu be­stimm­ten Zei­ten hat sich in ei­ner sprich­wört­li­chen Wen­dung er­hal­ten. Wenn von „Hinz und Kunz“, al­so je­der­mann, die Re­de ist, dann ste­cken die Na­men Hein­rich und Kon­rad da­hin­ter. Bis zum Spät­mit­tel­al­ter wa­ren das zwei sehr häu­fi­ge Män­ner­na­men, eben­so wie Jo­han­nes (Hans), Pe­ter und Ja­kob. Mäd­chen hie­ßen da­mals Mar­ga­re­te, Kat­ha­ri­na, Eli­sa­beth oder An­na. Seit der Re­for­ma­ti­ons­zeit wur­den ger­ma­ni­sche Na­men ten­den­zi­ell wie­der be­lieb­ter. Eben­so wie Kurz­for­men, die in den evan­ge­li­schen Tauf­re­gis­tern ein­ge­tra­gen wur­den, in den ka­tho­li­schen eher nicht.

Kar­te: ku

Grün un­ter­legt sind die Post­leit­zah­len­ge­bie­te mit der stärks­ten Ver­brei­tung des Na­mens Hil­da in den Te­le­fon­bü­chern 1998. Vie­le Hil­das leb­ten im frü­he­ren Ge­biet des Groß­her­zog­tums und Lan­des Ba­den.

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