Ir­gend­wo im Schwarz­wald...

In der Wild­nis über­nach­ten: Trek­king-Camps ma­chen es mög­lich

Der Sonntag (Mittelbaden) - - DIE REGION - Patri­cia Klatt

Über­nach­ten in der Wild­nis und fern­ab der Zi­vi­li­sa­ti­on, Es­sen am La­ger­feu­er – und Fuchs und Ha­se kom­men zum „Gu­te-Nacht-Sa­gen“vor­bei. „Das ist ein Er­leb­nis, das man so schnell nicht wie­der ver­gisst“. Die Mo­de­ra­to­rin und Jour­na­lis­tin Eve­lin Kö­nig hat mit ih­ren Söh­nen die­se Er­fah­rung be­reits vor ei­ni­ger Zeit im Na­tio­nal­park ge­macht und wür­de es so­fort wie­der tun. „Man ist ja ei­gent­lich gar nicht so weit weg von der Zi­vi­li­sa­ti­on, hat aber trotz­dem nach ein paar Schrit­ten schon das Ge­fühl von ,Frei­heit und Aben­teu­er’“, sagt sie. Gera­de für die Kin­der sei es sehr span­nend ge­we­sen, er­zählt Kö­nig: „Es wur­de ei­ne En­te über dem Feu­er ge­bra­ten und wir muss­ten die Kräu­ter für ei­nen Sa­lat da­zu sel­ber in der Um­ge­bung su­chen. Zum Über­nach­ten ha­ben wir uns dann ein­fach in un­se­re Schlaf­sä­cke ein­ge­rollt. Und dann liegt man da und hört die un­ge­wohn­ten Ge­räu­sche aus dem Wald. Man sieht die Ster­ne über sich wie sonst ei­gent­lich sel­ten. Das war al­les wirk­lich schon sehr be­rüh­rend“, er­in­nert sich Eve­lin Kö­nig. Sie sei­en da­mals al­ler­dings nicht al­lei­ne un­ter­wegs ge­we­sen, son­dern ei­ne Ran­ge­rin ha­be die­se Über­nach­tung in ei­ner Grup­pe be­glei­tet, was durch­aus ein biss­chen be­ru­hi­gend ge­we­sen sei, gibt Eve­lin Kö­nig zu. Wer aber schon im­mer ein­mal ganz al­lei­ne und völ­lig auf sich ge­stellt im Schwarz­wald über­nach­ten woll­te, der hat jetzt auch da­zu die Mög­lich­keit. Denn seit Mai gibt es sechs Trek­king-Camps – „ir­gend­wo im Schwarz­wald“– zwi­schen Ba­den-Ba­den und Freu­den­stadt, in de­nen man die Na­tur haut­nah er­le­ben kann. „Die Ein­rich­tung die­ser Camps ist ei­ne Ko­ope­ra­ti­on von vier Part­nern“,

„Das Ge­fühl von Frei­heit und Aben­teu­er“

er­klärt Adri­an Probst, Re­fe­rent im Na­tur­park Schwarz­wald Mit­te/Nord, der das Pro­jekt in der An­fangs­pha­se be­treut. „Es wird sehr gut an­ge­nom­men und wir sind in den Som­mer­mo­na­ten be­reits gut aus­ge­bucht“, freut sich Probst. Die Trek­kin­gCamps lie­gen ab­seits der Ort­schaf­ten und sind nur zu Fuß zu er­rei­chen. Je­des Camp hat drei Stell­plät­ze für ein Zwei-bis-dreiMann-Zelt, ein Kom­post-Toi­let­ten­sys­tem so­wie ei­ne Feu­er­stel­le. Was­ser und Ver­pfle- gung muss man aber sel­ber mit­brin­gen – und den Müll selbst­ver­ständ­lich auch wie­der mit­neh­men. Die Be­nut­zer­ord­nung muss man bei der Bu­chung ak­zep­tie­ren. Den ge­nau­en Ort und ei­ne Weg­be­schrei­bung er­fährt man erst nach der On­li­ne-Bu­chung. Eben­falls erst dann er­hält man ei­ne Kar­te mit den Ko­or­di­na­ten für den nächs­ten Ret­tungs­punkt so­wie die Stel­len, wo der Han­dy­emp­fang mög­lich ist – was an­ge­sichts der vie­len Fun­k­lö­chern im Schwarz­wald sehr hilf­reich sein kann. „Wir ha­ben uns an dem Trek­king-Kon­zept des Bio­sphä­ren­re­ser­vats Na­tur­park Pfäl­zer­wald ori­en­tiert, dort gibt es sol­che Camps be­reits seit 2009 und die Er­fah­run­gen sind sehr po­si­tiv“, sagt Probst. „Die Cam­per sind in der Re­gel ver­nünf­tig und wir ge­hen da­von aus, dass das hier ge­nau­so sein wird“. Die Trek­king-Camps er­mög­li­chen es, die Nacht im Frei­en auf ei­ne Art zu ver­brin­gen, wie man es sonst bei uns nicht kennt, denn in Ba­den-Würt­tem­berg ist das Über­nach­ten im Wald ei­gent­lich ver­bo­ten. Der Er­folg gibt dem Kon­zept Recht und in den so­zia­len Me­di­en wird über das An­ge­bot eif­rig dis­ku­tiert. „Sehr cool, das klingt doch nach neu­en Ur­laubs­zie­len“, heißt es et­wa, oder: „Find ich rich­tig gut, dass es die­se Trek­king­plät­ze jetzt auch im Schwarz­wald gibt. Hof­fe es zie­hen noch vie­le Re­gio­nen nach“. Auch auf der on­li­ne-Platt­form out­door­ac­tive sind die sechs Trek­king-Camps zu fin­den. Und da liest man dann et­wa: „Nach dem Ge­rold­sauer Was­ser­fall wer­den die Tä­ler schma­ler, die Ber­ge hö­her, der Wald dunk­ler … aben­teu­er­lich ist der Weg ent­lang des Grim­bachs … bis zum Camp Grim­bach“.

Was­ser, Ver­pfle­gung und was man sonst noch braucht, muss man selbst mit­brin­gen.

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