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Der Sonntag (Mittelbaden) - - TIPPS & THEMEN - Max

Es ge­nü­gen ei­ni­ge we­ni­ge Tak­te und man ist Oren La­vies Mu­sik hoff­nungs­los ver­fal­len. Spä­tes­tens, wenn nach et­wa 30 Se­kun­den im ers­ten Song „Did You Re­al­ly Say No?“Oren La­vie und Gast­sän­ge­rin Va­nes­sa Pa­ra­dis da­mit be­gin­nen, den Zu­hö­rer mit ver­schlun­ge­nen Ge­s­ang­li­ni­en zu be­tö­ren, gibt es kein Zu­rück mehr. „Be­droom Cri­mes“heißt das Al­bum, das der is­rae­li­sche Kom­po­nist, Pia­nist, Thea­ter­schrift­stel­ler und Re­gis­seur Oren La­vie kom­plett bei sich zu Hau­se am ei­ge­nen Kla­vier auf­ge­nom­men hat. „Für mich ist das Al­bum wie ei­ne Rei­he von Ge­mäl­den von Men­schen in ih­ren Schlaf­zim­mern“, sagt er. „Elf Songs sind elf Sze­nen. Iso­lier­te Mo­men­te, in de­nen je­weils ein ,Ver­bre­chen des Her­zens‘ ver­übt wird.“Schlag­ar­tig be­rühmt ge­wor­den war La­vie 2009 durch ein Mu­sik­vi­deo: Der Clip zu „Her Morning Ele­gan­ce“wur­de zum On­li­ne-Hit, ver­zeich­ne­te über 30 Mil­lio­nen Auf­ru­fe bei YouTu­be und be­scher­te ihm ei­ne Gram­my-No­mi­nie­rung. The­ma des Kurz­films: die Über­gangs­pha­se vom Un­ter­be­wusst­sein zum Be­wusst­sein, die man kurz vor dem Auf­wa­chen durch­lebt. Auch auf „Be­droom Cri­mes“geht’s eher lang­sam zur Sa­che, das Tem­po ex­plo­diert kaum ein­mal. Es zieht vor­sich­tig an und wird ganz be­hut­sam wie­der ge­dros­selt, gleich­sam ei­nem Herz, das die zwölf zeit­lo­sen Songs zum Le­ben er­weckt. Oren La­vie, Be­droom Cri­mes, A+LSO ★★★✩✩

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