Wie ge­habt: Um­bruch in Bühl

Vol­ley­ball-Bun­des­li­ga: Neue Ge­sich­ter beim TVB

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Pe­ter Tre­bing

Die Re­ak­ti­on kam spät, doch im­mer­hin kam sie über­haupt noch – die Vol­ley­ball-Bun­des­li­ga (VBL) hat end­lich die Sinn­lo­sig­keit der noch in der ver­gan­ge­nen Sai­son aus­ge­tra­ge­nen Pre-Play-offs er­kannt und sie er­satz­los ge­stri­chen. In die­ser Run­de reicht al­so auch der ach­te Platz nach der Haupt­run­de, um si­cher im Play-off-Vier­tel­fi­na­le da­bei zu sein. An­ge­sichts der noch im­mer nicht er­reich­ten Soll­stär­ke von zwölf Teams ein längst fäl­li­ger Schritt. Mit elf Clubs geht die VBL in die Sai­son 2017/18 – und selbst dies schafft man nur, weil man den Al­pen­Vol­leys Ha­ching (ehe­mals Ge­ne­ra­li Ha­ching) ei­ne Wild­card spen­dier­te und So­lin­gen („Ber­gi­sche Vol­leys“) am En­de doch noch die Li­zenz er­teil­te. Doch ins­ge­samt bleibt es da­bei: Das In­ter­es­se an erst­klas­si­gem Bun­des­li­ga-Vol­ley­ball ist in Deutsch­land von Ver­eins­sei­te aus über­schau­bar, denn die Auf­la­gen in der Pre­mi­um­klas­se sind nach wie vor hap­pig. CV Mit­tel­deutsch­land, Zweit­li­gaMeis­ter im Nor­den, ver­zich­te­te eben­so auf den Auf­stieg, wie des­sen Pen­dant im Sü­den, die Os­hi­no Vol­leys Elt­mann. Bei­de aus mehr oder we­ni­ger dem glei­chen Grund: Man konn­te be­zie­hungs­wei­se woll­te sich die Bun­des­li­ga vor­erst nicht leis­ten. Auch die VBL hat wohl er­kannt, dass die we­ni­ger fi­nanz­star­ken Clubs das ho­he Tem­po der Re­for­men und Ve­rän­de­run­gen kaum mit­hal­ten kön­nen. Die Kon­se­quenz: Man wird auf zu­sätz­li­che An­for­de­run­gen vor­erst ver­zich­ten und nur mo­de­ra­te Nach­jus­tie­run­gen vor­neh­men. Und mit der an­ge­streb­ten Re­gu­lie­rung des Aus­län­der­an­teils soll der Weg frei­ge­macht wer­den für mehr deut­sche Ta­len­te in der Bun­des­li­ga. Dies wür­de grund­sätz­lich auch zur neu­en Phi­lo­so­phie des TV In­ger­soll Bühl pas­sen. Die För­de­rung ei­ge­ner Ta­len­te ist ein gro­ßes The­ma beim ba­di­schen Bun­des­li­gis­ten. Da­zu strebt man auch grund­sätz­lich län­ge­re Ver­trags­lauf­zei­ten an – denn die per­ma­nen­te Fluk­tua­ti­on beim spie­len­den Per­so­nal in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ist für die Iden­ti­fi­ka­ti­on des Büh­ler Pu­bli­kums mit der ei­ge­nen Mann­schaft kon­tra­pro­duk­tiv. Mit Zu­spie­ler Kris­ten Clé­ro (be­kam kei­nen Ver­trag an­ge­bo­ten) und Jens Sand­mei­er (zum Zweit­li­ga-Auf­stei­ger SSC Karls­ru­he) hat man gera­de wie­der zwei Spie­ler ver­lo­ren, die ei­gent­lich per­fekt zum An­for­de­rungs­pro­fil des TVB pas­sen wür­den. Und mit Noah Bax­pöh­ler hat man zu­letzt zwar ei­nem wei­te­ren deut­schen Ta­lent zu viel Ein­satz­zei­ten in der Bun­des­li­ga ver­hol­fen – doch der ging zum SVG Lü­ne­burg und wird nun ver­mut­lich Na­tio­nal­spie­ler. Er ist von Bun­des­trai­ner Andrea Gi­an­ni zu ei­nem Vor­be­rei­tungs­lehr­gang für die WM-Qua­li­fi­ka­ti­on ein­ge­la­den wor­den. Er­go wer­den sich die Fans der Büh­ler Bi­sons auch in der Sai­son 2017/18 an vie­le neue Ge­sich­ter ge­wöh­nen müs­sen. Bei­spiels­wei­se an den ja­pa­ni­schen Na­tio­nal­spie­ler Ma­sa­hi­ro Ya­na­gi­da (bis­her Sun­to­ry Sun­birds/Ja­pan), in den man ho­he Er­war­tun­gen setzt. Oder den schwe­di­schen Mit­tel­blo­cker Da­vid Pet­ters­son, den Rus­sen Iu­rii Kruzh­kov, Zu­spie­ler Olex­an­dr Dmy­tri­iev aus der Ukrai­ne oder Li­be­ro To­mas Ruiz (Ita­li­en/Ar­gen­ti­ni­en). Nicht zu ver­ges­sen Ta­len­te wie Cor­bin Bals­ter, Yan­nick Gora­lik (bei­de bis­her VCO Ber­lin) und Ma­rio Schmid­gall (vor­her Vol­ley­Youn­gS­tars Fried­richs­ha­fen).

VBL ver­zich­tet künf­tig auf die Pre-Play-offs

Aus Fer­n­ost nach Ba­den – der Ja­pa­ner Ma­sa­hi­ro Ya­na­gi­da ist die bis­lang wohl spek­ta­ku­lärs­te Neu­ver­pflich­tung des Vol­ley­ball-Bun­des­li­gis­ten TV Bühl für die kom­men­de Sai­son. Fo­to: ima­go/Aflo­sport

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