Cal­me­ja­nes Aus­rei­ß­er­sieg

Sie­ger­büh­ne im Ju­ra-Ge­bir­ge ge­hört dem De­bü­tan­ten Li­li­an Cal­me­ja­ne

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Ema­nu­el Rein­ke

Der fran­zö­si­sche Rad­pro­fi Li­li­an Cal­me­ja­ne hat die ach­te Etap­pe der 104. Tour de Fran­ce im Ju­ra-Ge­bir­ge als Aus­rei­ßer ge­won­nen. Der 24-Jäh­ri­ge setz­te sich nach 187,5 Ki­lo­me­tern von Do­le zur Sta­ti­on des Rous­ses durch. Der Bri­te Chris­to­pher Froo­me be­haup­te­te das Gel­be Tri­kot. Tour-De­bü­tant Cal­me­ja­ne at­ta­ckier­te am Mon­tee de la Com­be de Lai­sia, dem schwie­rigs­ten An­stieg des Ta­ges – und ließ sei­ne Be­glei­ter ste­hen. Bes­ter deut­scher Fah­rer war Rund­fahrt-Ta­lent Ema­nu­el Buch­mann auf Rang 14, er kam an der Sei­te von Froo­me mit 50 Se­kun­den Rück­stand auf Cal­me­ja­ne ins Ziel. Das Grü­ne Tri­kot be­haup­te­te Top-Sprin­ter Mar­cel Kit­tel.

Die Tour-Fa­vo­ri­ten um Chris­to­pher Froo­me be­lau­er­ten sich, die Büh­ne des Sie­gers ge­hör­te dem zä­hen Aus­rei­ßer Li­li­an Cal­me­ja­ne. Auf der ers­ten von zwei an­spruchs­vol­len Etap­pen durch das Ju­ra-Ge­bir­ge nutz­te der 24-jäh­ri­ge Fran­zo­se die Gunst der St­un­de und ge­wann bei sei­nem De­büt bei der Tour de Fran­ce die 187,5 Ki­lo­me­ter lan­ge Etap­pe zur Sta­ti­on des Rous­ses. Ti­tel­ver­tei­di­ger Froo­me hat­te auf dem äu­ßerst schnell und hart ge­fah­re­nen ach­ten Teil­stück der 104. Tour-Aus­ga­be mit sei­nem Team Sky al­les im Griff. Er­neut bei Tem­pe­ra­tu­ren deut­lich jen­seits der 30 Grad dik­tier­te die bri­ti­sche Equi­pe das Tem­po in der Fa­vo­ri­ten­grup­pe und ließ kei­ne für die Ge­samt­wer­tung maß­geb­li­chen An­grif­fe zu. Bes­ter deut­scher Fah­rer war Rund­fahrt-Ta­lent Ema­nu­el Buch­mann auf Rang 14, er kam an der Sei­te des Bri­ten Froo­me mit 50 Se­kun­den Rück­stand auf Cal­me­ja­ne ins Ziel. „Es war rich­tig schwer, aber ich ha­be lei­der den Sprung nach ganz vor­ne ver­passt“, sag­te Buch­mann in der ARD. Cal­me­ja­ne at­ta­ckier­te am Mon­tee de la Com­be de Lai­sia, dem schwie­rigs­ten An­stieg des Ta­ges. Dort ließ der Fran­zo­se sei­ne Be­glei­ter ste­hen, hielt mit enor­mem Steh­ver­mö­gen und trotz zwi­schen­zeit­li­cher Krämp­fe sei­nen Ver­fol­ger Ro­bert Ge­sink (Nie­der­lan­de) in Schach und brach­te sei­nen Vor­sprung si­cher ins Ziel. „Es ist un­glaub­lich, ich ha­be nicht da­mit ge­rech­net“, sag­te Cal­me­ja­ne, der sich auch das Berg­tri­kot si­cher­te. Nach dem Er­folg von Ar- naud De­ma­re auf der vier­ten Etap­pe war es der zwei­te Ta­ges­sieg ei­nes Rad­pro­fis aus der Gran­de Na­ti­on. Für Cal­me­ja­ne war es der bis­her größ­te Tri­umph sei­ner Lauf­bahn, er hat­te im Vor­jahr schon ein­mal ein Teil­stück der Vu­el­ta in Spa­ni­en ge­won­nen. Die deut­schen Fah­rer präg­ten die Etap­pe mit. Buch­mann, Mar­cus Burg­hardt (bei­de Bora­hans­gro­he), Chris­ti­an Knees (Sky) und Ja­sha Süt­ter­lin (Mo­vistar) wa­ren Teil ei­ner zu­nächst 50 Mann um­fas­sen­den Grup­pe. Buch­mann fuhr zeit­wei­se so­gar im vir­tu­el­len Gel­ben Tri­kot. Über die Gelb-Chan­ce dach­te er je­doch nicht ernst­haft nach: „Es ging erst mal ums Ta­ges­er­geb­nis.“Das Grü­ne Tri­kot be­haup­te­te der bis­her drei­fa­che Etap­pen­sie­ger Mar­cel Kit­tel. Sein här­tes­ter Kon­kur­rent De­ma­re litt be­son­ders un­ter dem von Be­ginn an ho­hen Tem­po im Ren­nen. Schon am Zwi­schen­sprint im ers­ten Renn­drit­tel, den der Ros­to­cker And­re Grei­pel ge­wann, lag De­ma­re über drei Mi­nu­ten zu­rück. Kit­tel bau­te hier als Drit­ter sei­nen Vor­sprung auf De­ma­re auf 30 Punk­te aus. Da­nach stell­te sich der Star der ers­ten Tour-Wo­che in den Di­enst sei­ner Quick-Step-Mann­schaft und kam mit dem Grup­pet­to ins Ziel. Heu­te wird es wirk­lich ernst für die Fa­vo­ri­ten. Das Ter­rain im Ju­ra hat es in sich, der neun­te Ab­schnitt gilt als die Kö­nigs­etap­pe der 104. Frank­reich­rund­fahrt. 4 600 Hö­hen­me­ter sind zu über­win­den. Sie­ben Berg­wer­tun­gen stel­len sich den Rad­pro­fis in den Weg, dar­un­ter drei der Son­der­ka­te­go­rie. Nach dem Mont du Chat folgt ei­ne ra­sen­de Ab­fahrt über teils en­ge Stra­ßen. Die wah­ren Kräf­te­ver­hält­nis­se wer­den sich un­ter Froo­me und Co. of­fen­ba­ren. „Der Sonntag wird sehr ent­schei­dend“, glaubt Froo­me. Und Mar­cus Buch­mann meint: „Es wird or­dent­lich zur Sa­che ge­hen. Wer da vorn ist, wird auch am En­de der Tour vorn sein.“

Fo­to: AFP

Zä­her Aus­rei­ßer: Auf dem ach­ten Teil­stück der 104. Tour de Fran­ce nutz­te Li­li­an Cal­me­ja­ne die Gunst der St­un­de und hol­te zum ers­ten Mal in sei­ner Kar­rie­re ei­nen Ta­ges­sieg bei der Frank­reich­rund­fahrt. Der 24-jäh­ri­ge Fran­zo­se setz­te sich auf der ers­ten von zwei an­spruchs­vol­len Etap­pen durch das Ju­ra-Ge­bir­ge am schwie­rigs­ten An­stieg ab, be­wies dann Steh­ver­mö­gen und hielt sei­nen Ver­fol­ger Ro­bert Ge­sink in Schach.

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