Ve­nus & Co

Aus­flü­ge zu den äl­tes­ten Kunst­wer­ken der Mensch­heit

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Fo­to: avs

Mit üp­pi­gen For­men be­sticht die „Ve­nus vom Hoh­le Fels“, die äl­tes­te Frau­en­dar­stel­lung der Welt. 40 000 Jah­re ist sie alt und stammt aus ei­ner der Höh­len in Ba­den-Würt­tem­berg, die vor ei­ner Wo­che zum Unesco-Wel­ter­be ge­kürt wur­den. Wo man die Ve­nus und an­de­re her­aus­ra­gen­de Fun­de aus den Eis­zeit­höh­len be­wun­dern kann,

Die Kunst­wer­ke sind ziem­lich klein, meist nur vier bis sechs Zen­ti­me­ter groß – aber sie ha­ben sechs Höh­len in Ba­den-Würt­tem­berg Welt­ruhm ver­schafft: Heu­te vor ei­ner Wo­che hat das Unesco-Ko­mi­tee die „Höh­len der äl­tes­ten Eis­zeit­kunst“am Ran­de der Schwä­bi­schen Alb zum Wel­ter­be er­nannt. Dort ha­ben Archäo­lo­gen die äl­tes­ten fi­gür­li­chen Kunst­wer­ke und Mu­sik­in­stru­men­te der Mensch­heit ent­deckt: im Ach­tal bei Schel­klin­gen und Blau­beu­ren (Hoh­le Fels, Gei­ßen­k­lös­ter­le und Sir­gen­stein­höh­le) so­wie im Lo­ne­tal (Bock­stein­höh­le, Hoh­len­stein und Vo­gel­herd­höh­le). Die Freu­de in der Re­gi­on Alb-Do­nau-Kreis/Ulm/Hei­den­heim, wo vor 40 000 Jah­ren der „Welt­kul­tur­sprung“statt­ge­fun­den hat, ist groß. Schon schmie­det man dort Plä­ne, das Ge­biet tou­ris­tisch aus­zu­bau­en. Vie­le der fan­tas­ti­schen Fun­de aus den Eis­heit­höh­len kann man frei­lich schon heu­te in Mu­se­en be­stau­nen. Wo her­aus­ra­gen­de Ob­jek­te aus den Eis­zeit­höh­len in Ba­den-Würt­tem­berg aus­ge­stellt sind, le­sen Sie hier: Blau­beu­ren Im Ur­ge­schicht­li­chen Mu­se­um Blau­beu­ren hält sie Hof: die Ve­nus aus dem Hoh­le Fels. Sie ist die bis­her äl­tes­te be­kann­te, von Men­schen­hand ge­schaf­fe­ne Frau­en­fi­gur, 40 000 Jah­re alt und aus ei­nem Mam­mutstoß­zahn ge­schnitzt. Was so­fort ins Au­ge fällt: die über­deut­li­chen Ge­schlechts­merk­ma­le der nur sechs Zen­ti­me­ter ho­hen Fi­gur. Auch Mu­sik­in­stru­men­te, die zu den äl­tes­ten der Mensch­heit ge­hö­ren, wer­den in Blau­beu­ren ge­zeigt. Dar­un­ter sind Flö­ten aus Vo­gel­kno­chen oder Mam­mu­tel­fen­bein (Kirch­platz 10 in Blau­beu­ren, ge­öff­net Di­ens­tag bis Sonn­tag 10 bis 17 Uhr). www.ur­mu.de Ulm „Aus­nah­me­grö­ße“hat der „Lö­wen­mensch“: Die 40 000 Jah­re al­te Fi­gur aus Mam­mut-El­fen­bein ist 31 Zen­ti­me­ter groß. Aus­ge­stellt ist der spek­ta­ku­lä­re Fund aus der Sta­delHöh­le im Hoh­len­stein, ein Mi­sch­we­sen aus Tier und Mensch, im Ul­mer Mu­se­um (Markt­platz 9 in Ulm, diens­tags bis sonn­tags 11 bis 17 Uhr, don­ners­tags bis 20 Uhr). www.loewen­mensch.de Archäo­park Vo­gel­herd Das Prunk­stück des Archäo­parks Vo­gel­herd in Nie­derstot­zin­gen (Kreis Hei­den­heim) ist ein 4,9 Zen­ti­me­ter gro­ßes Mam­mut aus dem Vo­gel­herd. Das be­son­de­re am Archäo­park: Er um­rahmt die Vo­gel­herd-Höh­le und ist da­mit der ein­zi­ge Platz in der neu­en Wel­ter­beRe­gi­on, an dem der Höh­len­fund­ort und die Prä­sen­ta­ti­on von Fun­den ver­eint sind. Das Be­su­cher­zen­trum ist weit­ge­hend un­ter ei­nem Gras­wall „ver­steckt“, aber die Front zum In­nen­hof ver­glast, so dass von je­der Po­si­ti­on aus die Sicht auf den Hü­gel des Vo­gel­herds mög­lich ist. Im Out­door-Be­reich gibt es stein­zeit­li­che Mit­mach-Sta­tio­nen (Am Vo­gel­herd 1 in Nie­derstot­zin­gen – Stet­ten o. L., ge­öff­net Di­ens­tag bis Frei­tag 10 bis 18 Uhr, am Wo­che­n­en­de 10 bis 18 Uhr, in den Som­mer­fe­ri­en don­ners­tags 10 bis 22 Uhr). www.ar­chaeo­park-vo­gel­herd.de Tü­bin­gen Die meis­ten Ori­gi­nal­fund­stü­cke aus den Eis­zeit­höh­len sind im Mu­se­um Al­te Kul­tu­ren auf Schloss Ho­hent­ü­bin­gen zu se­hen, dar­un­ter zahl­rei­che Tier­fi­gu­ren aus Mam­mu­tel­fen­bein aus der Vo­gel­herd-Höh­le – et­wa ein 4,8 Zen­ti­me­ter lan­ges Pferd und ein 8,8 Zen­ti­me­ter lan­ger Höh­len­lö­we – so­wie ein neu ent­deck­tes Frag­ment ei­ner Flö­te aus Gän­se­gei­er­kno­chen (Burg­stei­ge 11 in Tü­bin­gen, ge­öff­net Mitt­woch bis Sonn­tag 10 bis 17 Uhr, don­ners­tags 10 bis 19 Uhr) www.uni­mu­se­um.uni-tu­e­bin­gen.de Stutt­gart Im Würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­mu­se­um tanzt der Scha­ma­ne: Aus Mam­mut-El­fen­bein ge­schnitzt ist der 3,8 Zen­ti­me­ter ho­he „Ado­rant“. Das Tier-Mensch-Mi­sch­we­sen aus dem Gei­ßen­k­lös­ter­le ist in der Schau­samm­lung „Le­gen­dä­re Meis­ter­Wer­ke“zu se­hen (Schil­ler­platz 6 in Stutt­gart, diens­tags bis sonn­tags 10 bis 17 Uhr). An­net­te Bor­chardt-Wen­zel www.lan­des­mu­se­um-stutt­gart.de Wei­te­re In­fos: www.welt-kul­tur­sprung.de

Fa­mi­li­en­aus­flug in die St­ein­zeit: In Nie­derstot­zin­gen im Land­kreis Hei­den­heim sind ur­ge­schicht­li­che Tier­fi­gu­ren in un­mit­tel­ba­re Nä­he ih­res Fund­orts, der Vo­gel­herd-Höh­le, aus­ge­stellt: Der „Archäo­park“macht’s mög­lich. In Out­door-Be­reich gibt es Mit­mach­sta­tio­nen. Fo­to: Marc St­ein­metz für Archäo­park Vo­gel­herd

Die „Ve­nus aus dem Hoh­le Fels“ist ei­ne nur sechs Zen­ti­me­ter gro­ße, 40 000 Jah­re al­te Frau­en­fi­gur – hier ist sie aus zwei ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven zu se­hen. Aus­ge­stellt ist die Ve­nus, die aus ei­ner der zum Wel­ter­be er­ko­re­nen Höh­len stammt, im Ur­ge­schicht­li­chen Mu­se­um Blau­beu­ren. Fo­to: Uni­ver­si­tät Tü­bin­gen

Der Lö­wen­mensch aus dem Hoh­len­stein-Sta­del: Die­se 31 Zen­ti­me­ter gro­ße Fi­gur ist im Mu­se­um Ulm zu se­hen. Fo­to: Oleg Kuchar © Mu­se­um Ulm

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