KSC vor Sai­son­start

KSC-Coach Meis­ter hat nur ei­ne Mis­si­on zu er­fül­len – den Auf­stieg

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Pe­ter Tre­bing

Die Ge­ne­ral­pro­be des Karls­ru­her SC ist auf je­den Fall schon mal ge­glückt. Das gest­ri­ge Test­spiel ge­gen den Zweit­li­gis­ten Ein­tracht Braun­schweig vor 1147 Zu­schau­ern ge­wann die Mann­schaft von Chef­coach Marc-Patrick Meis­ter mit 2:1. Do­mi­nik Stroh-En­gel und ein Braun­schwei­ger Ei­gen­tor be­sie­gel­ten den Sieg des KSC, der am kom­men­den Frei­tag im Wild­park ge­gen den VfL Osnabrück in die Sai­son star­tet. Der Ab­stei­ger aus Ba­den ist kla­rer Fa­vo­rit auf den Auf­stieg, wie auch Sport­di­rek­tor Oli­ver Kreu­zer im In­ter­view be­tont. Wei­ter zum KSCKa­der ge­hört Bou­ba­car Bar­ry, des­sen Wech­sel zur Spvgg Greu­ther Fürth am Me­di­zin­check schei­ter­te.

Gleich zwei­mal lag man beim KSC in der ver­gan­ge­nen Sai­son in der Trai­ner­fra­ge kom­plett da­ne­ben: To­mas Oral konn­te die ho­hen Er­war­tun­gen nicht ein­mal im An­satz er­fül­len und der ver­meint­li­che Ret­ter Mir­ko Slom­ka ver­sag­te eben­falls kom­plett. Zwi­schen die­sem glück- und er­folg­lo­sen Duo durf­te sich kurz auch Lu­kas Kwas­ni­ok ver­su­chen, doch der hat­te nicht die er­for­der­li­che Li­zenz und muss­te nach zwei Un­ent­schie­den den Platz auf der Trai­ner­bank wie­der räu­men. Coach Num­mer vier war dann Marc-Patrick Meis­ter, der den He­bel zwar auch nicht mehr um­le­gen konn­te, doch wei­ter das Ver­trau­en der Ver­eins­füh­rung ge­nießt und mit dem per­so­nel­len Um­bruch be­treut wur­de, der nö­tig schien, um­so schnell wie mög­lich wie­der in die 2. Bun­des­li­ga zu­rück­zu­keh­ren. Oder an­ders for­mu­liert: Meis­ter

Frei­tag, 20.30 Uhr: KSC – VfL Osnabrück

hat nur ei­ne „Mis­si­on“zu er­fül­len – den Auf­stieg. Die Mit­tel zur Rea­li­sie­rung hat man ihm zur Ver­fü­gung ge­stellt. Der Ka­der wur­de rund­er­neu­ert, und un­ter den Neu­en fin­den sich ver­meint­lich vie­le Pro­fis, de­nen man Füh­rungs­qua­li­tä­ten zu­trau­en kann. Kai Bü­low, der von 1860 Mün­chen in den Wild­park wech­sel­te, wur­de so­gar gleich zum Ka­pi­tän be­stimmt. Auch sein Stell­ver­tre­ter Da­vid Pisot ist neu. Und mit Ben­ja­min Uphoff gibt es auch ei­ne neue Num­mer eins. Das ak­tu­el­le KSC-Auf­ge­bot wim­melt eben nicht mehr vor lau­ter Ver­zag­ten, de­nen die Miss­er­fol­ge in der Zwei­ten Li­ga sicht­bar je­des Selbst­be­wusst­sein nah­men. Zau­dern statt zau­bern wur­de zum Pro­gramm für Ya­ma­da, Krebs und Co. Die Ta­len­te schie­nen über­for­dert oder un­kon­zen­triert, die Rou­ti­niers wa­ren ge­dank­lich wohl schon auf Ver­eins­su­che, als die La­ge im­mer pre­kä­rer wur­de. Es war die Quit­tung für ei­ne zu­min­dest un­glück­li­che Ka­der­pla­nung vor der Sai­son. Die Che­mie zwi­schen dem da­ma­li­gen Sport­di­rek­tor Jens Todt und dem Prä­si­di­um schien auch nicht mehr zu stim­men. Und der ei­gen­wil­li­ge Chef­coach To­mas Oral trug bis zu sei­ner Ent­las­sung auch sei­nen Teil als Cha­os-Be­schleu­ni­ger bei. Der Rück­stand in der Ta­bel­le, den sich die Mann­schaft mit vie­len Miss­er­fol­gen „er­ar­bei­tet“hat­te, war kaum noch auf­zu­ho­len. Und auch die Epi­so­de Slom­ka wird wohl nur un­an­ge­nehm in Er­in­ne­rung blei­ben. Doch un­ter Hoff­nungs­trä­ger Marc-Patrick Meis­ter soll nun wie­der al­les ganz an­ders wer­den. Der Ka­der ist hoch­wer­tig, das Pu­bli­kum scheint wil­lig, sei­nen Teil zum an­vi­sier­ten Auf­stieg bei­zu­tra­gen. Was viel da­mit zu tun hat, dass die Ge­sich­ter des Ab­stiegs fast al­le ver­schwun­den sind. Doch ein­fach wird die Auf­ga­be nicht. Die Kon­kur­renz ist schwer ein­zu­schät­zen, weil vie­le Dritt­li­gis­ten ihr ki­cken­des Per­so­nal zum Teil in­ten­siv aus­ge­tauscht hat. Ein star­ker Kon­kur­rent scheint aber der 1. FC Mag­de­burg, Vier­ter der ver­gan­ge­nen Sai­son, zu sein. Auch we­gen der un­glaub­lich treu­en An­hän­ger­schaft. Im Schnitt ka­men 18 288 Zu­schau­er pro Heim­spiel. Oder sind die Würz­bur­ger Ki­ckers Kon­kur­rent Num­mer eins im Auf­stiegs­kampf? An­ge­sichts der neu­en Ka­der­struk­tur des KSC – viel Qua­li­tät und Rou­ti­ne plus hoch­be­gab­te Ta­len­te – muss man aber nicht un­be­dingt den Blick auf die Mit­be­wer­ber rich­ten. Die Pro­fis aus dem Wild­park ha­ben es selbst in der Hand, den Auf­stieg un­ter Dach und Fach zu brin­gen. Die Er­war­tun­gen an die neue Mann­schaft sind hoch. Doch im Ge­gen­satz zu ih­ren Vor­gän­gern, die den Ab­stieg mit­ver­schul­det ha­ben, ge­nie­ßen die Neu­en viel Kre­dit – ganz be­son­ders bei den Fans. Auch dies kann und muss Coach Marc-Patrick Meis­ter zur Er­fül­lung sei­ner „Mis­si­on“nut­zen.

Ge­lun­ge­ne Ge­ne­ral­pro­be: Mit 2:1 (0:1) be­sieg­te der KSC im letz­ten Test­spiel vor dem Sai­son­auf­takt am kom­men­den Frei­tag den Zweit­li­gis­ten Ein­tracht Braun­schweig. Für den KSC tra­fen vor 1 147 Zu­schau­ern Do­mi­nik Stroh-En­gel (im wei­ßen Tri­kot) und der Braun­schwei­ger Jo­seph Baf­fo per Ei­gen­tor. Fo­to: GES/Prang

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