Klaus Pe­ter Rip­pe: Rek­tor der PH Karls­ru­he

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Tho­mas Liebs­cher

Zwei Kat­zen­fi­gu­ren von Ro­si­na Wacht­meis­ter ste­hen auf dem Schreib­tisch von Klaus Pe­ter Rip­pe. Zu Hau­se hat er auch..., nein, re­spekt­vol­ler aus­ge­drückt „le­ben die Kat­zen Sy­bil und Hum­phrey mit uns“, sagt der Rek­tor der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le (PH) Karls­ru­he. Sein Fach­ge­biet ist die Phi­lo­so­phie und da­bei ist er auf prak­ti­sche Phi­lo­so­phie und Ethik spe­zia­li­siert. Fra­gen der Mensch-Tier-Be­zie­hung ge­hö­ren da­zu. „Als ich 1991 da­zu mei­ne ers­te Ver­an­stal­tung an der Uni­ver­si­tät an­bie­ten woll­te, wur­de das als zu exo­tisch ab­ge­lehnt. Das The­ma ist heu­te ge­ra­de­zu in Mo­de“, meint der 58-Jäh­ri­ge. Das Fach Ethik wird an Schu­len Ba­den-Würt­tem­bergs wich­ti­ger – und Fra­gen des Tier­wohls in­ter­es­sie­ren Kin­der und vie­le Men­schen. Nach Ab­wä­gung al­ler Aspek­te fin­det Rip­pe, dass es be­stimm­te, noch prak­ti­zier­te Tier­ver­su­che nicht mehr ge­ben soll­te. Aus dem klei­nen nord­hes­si­schen Ort Hel­sa stammt der PH-Chef. „Dort war ich im Ge­s­an­gund Ge­schichts­ver­ein und ha­be so­gar ei­nen Bild­band über un­ser Dorf her­aus­ge­ge­ben“, er­zählt Rip­pe, des­sen El­tern die Men­schen mit Milch und mehr im Kauf­manns­la­den ver­sorg­ten. Wäh­rend sei­nes Stu­di­ums in Göt­tin­gen stand er vor der Fra­ge, ob er in den po­li­ti­schen Be­trieb als Re­fe­rent bei der SPD ein­stei­gen soll­te. Er ent­schied sich für die Phi­lo­so­phie, aber für die prak­ti­sche. In Saar­brü­cken, Mainz und Zü­rich dach­te er über Ethik nach. „Dann hör­te ich an der Uni auf und hat­te ei­ne Be­ra­tungs­fir­ma in der Schweiz, die ethi­sche Gut­ach­ten er­stell­te.“In Zü­rich lern­te Rip­pe sei­ne deut­sche Frau ken­nen und das Paar wohnt wei­ter gern in der größ­ten Schwei­zer Stadt. Dort er­lang­te er auch die Lehr­be­fug­nis als Pro­fes­sor. Seit 2008 pen­delt der au­to­lo­se Wis­sen­schaft­ler wö­chent­lich nach Karls­ru­he. Vor zwei Jah­ren soll­te sei­ne Stel­le weg­fal­len. Es gab Wi­der­stän­de, auch der Stu­den­ten. Durch ei­nen Kom­pro­miss blieb ei­ne hal­be Stel­le er­hal­ten Und der Streich­kan­di­dat wur­de 2016 Rek­tor an der Bis­marck­stra­ße, wo 3500 jun­ge Leu­te vor al­lem für Lehr­amt an Grund, Haupt-, und Re­al­schu­len aus­ge­bil­det wer­den. „Wir ha­ben viel Zu­lauf von Stu­die­ren­den und ho­he An­sprü­che von der Po­li­tik, weil das Bil­dungs­sys­tem in Ba­den-Würt­tem­berg als nicht mehr gut ge­nug er­ach­tet wird“, sagt Rip­pe. Auch „sei­ne“PH muss im Hoch­schul­wett­be­werb wei­ter an Re­nom­mee ge­win­nen und will gu­te Profs oder Do­zen­ten län­ger hal­ten. Wenn die lan­ge Ta­ges­ar­beit hin­ter Rip­pe liegt, dann legt der gro­ße Film­ken­ner gern ei­ne DVD von al­ten Strei­fen ein. Bei­spiels­wei­se mit Ko­mö­di­en von Lu­bitsch oder Wil­der im Ori­gi­nal. Und im Ur­laub geht es eben­fallss in eng­lisch­spra­chi­ges Ge­biet: „Nach Ox­ford, Bü­cher kau­fen.“

Klaus Pe­ter Rip­pe mag Klas­si­ker der Film­ge­schich­te, vor al­lem Ko­mö­di­en. Des­halb hat der Phi­lo­so­phie­Pro­fes­sor und PH-Rek­tor ein Film-Fo­to von Lau­rel und Har­dy als Stu­den­ten von Ox­ford im Bü­ro. Fo­to: Ar­tis

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