Ist ein Dress-Co­de im Be­ruf wich­tig?

Der Sonntag (Mittelbaden) - - AKTUELL - Er/Fo­tos: Fa­b­ry

„Nein, so­fern man dem Job an­ge­mes­sen ge­klei­det ist“, ant­wor­tet Man­fred Ko­patz (50), Pa­pier­tech­no­lo­ge aus Strau­ben­hardt. „Ob mir ein Ban­ker mit Hemd und ei­ner schö­nen Je­ans oder im An­zug ge­gen­über­sitzt, ist mir egal. Es muss nur ge­pflegt aus­se­hen. In mei­nem Un­ter­neh­men be­kom­me ich Sa­chen ge­stellt.“ „Ja, in man­chen Be­ru­fen schon“, meint Sil­ke Car­ro­ne-Leh­ner (47), Ver­käu­fe­rin aus Karls­ru­he. „Bei ei­nem Rechts­an­walt oder Ban­ker er­war­te ich se­riö­se Klei­dung. Zu le­ger wür­de den fal­schen Ein­druck ver­mit­teln. Ich tra­ge die Mar­ken, die im La­den an­ge­bo­ten wer­den – ge­wis­ser­ma­ßen auch ein Dress-Co­de.“ „Ja, das ist wich­tig“, sagt Pie­tro Ta­ran­ti­no (40), La­ger­ar­bei­ter aus Karls­ru­he. „Bei uns im Un­ter­neh­men drückt die Klei­dung die Be­triebs­zu­ge­hö­rig­keit aus und zeigt, wer Leih­ar­bei­ter und wer lang­jäh­ri­ger fes­ter Mit­ar­bei­ter ist. Wir ha­ben sehr da­für ge­kämpft, dass wir kom­plett aus­ge­stat­tet wer­den.“ „Ja, in be­stimm­ten Be­rei­chen wie dem öf­fent­li­chen Di­enst“, er­klärt Gi­na Saad Saoud (31), Kind­heits­päd­ago­gin aus Ho­cken­heim. „Man kann über die Klei­dung und das ei­ge­ne Auf­tre­ten ge­ne­rell er­rei­chen, dass ei­nem ein ge­wis­ser Re­spekt ent­ge­gen­ge­bracht wird. Da­her gibt es in vie­len Be­ru­fen Dress-Co­des.“ „Ja, denn am Spruch ‚Klei­der ma­chen Leu­te‘ ist et­was dran“, be­tont Kim Thang (32), An­ge­stell­te im Con­trol­ling aus Karls­ru­he. „Gut an­ge­zo­gen macht man oft ei­nen bes­se­ren, kom­pe­ten­te­ren Ein­druck. Bei uns in der Fir­ma gilt ‚Bu­si­ness ca­su­al‘. Ich tra­ge zum Bei­spiel ei­ne schö­ne Blu­se zur Stoff­ho­se.“ „Ja, das ist es“, er­wi­dert Sebastian Blechin­ger (19), Aus­zu­bil­den­der aus Knitt­lin­gen. „Ich le­ge Wert dar­auf, auch im Job gut und an­ge­mes­sen an­ge­zo­gen zu sein. Wie weit sich je­mand ei­nem be­stimm­ten Dress­Code an­passt, bleibt aber je­dem selbst über­las­sen. So­lan­ge es für den Chef okay ist …“

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