Schü­ler über „Gott und die Welt“

Lan­des­sie­ger beim Ge­schichts­wett­be­werb

Der Sonntag (Mittelbaden) - - DIE REGION - Gt

Gott und die Welt. Re­li­gi­on macht Ge­schich­te“war das Rah­men­the­ma des Ge­schichts­wett­be­werbs des Bun­des­prä­si­den­ten, zu dem 173 Bei­trä­ge von Schü­lern aus Ba­den-Würt­tem­berg ein­ge­reicht wur­den. Kom­men­de Wo­che eh­ren die Kör­ber-Stif­tung und das Haus der Ge­schich­te Ba­den-Würt­tem­berg in Stutt­gart die 24 Lan­des­sie­ger – drei Lan­des­prei­se ge­hen an Teil­neh­mer aus dem Ver­brei­tungs­ge­biet des SONN­TAG. Mit welch „aus­ge­zeich­ne­ten“The­men sich die Mäd­chen und Jun­gen aus Karls­ru­her Schu­len be­schäf­tigt ha­ben, le­sen Sie hier.

Wach­set und ver­meh­ret euch? Mit der Eu­ge­nik im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus hat sich So­phie Uhl vom Bis­marck-Gym­na­si­um Karls­ru­he be­schäf­tigt. Was pas­siert, wenn re­li­giö­se Idea­le aus der Ge­sell­schaft ver­drängt wer­den? Wie geht die Kir­che da­mit um? Die Zwölft­kläss­le­rin un­ter­such­te an­hand von Fall­bei­spie­len die Fol­gen der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ras­sen­ideo­lo­gie im da­ma­li­gen Gau Ba­den und wel­che Po­si­tio­nen das Erz­bis­tum Frei­burg und die evan­ge­li­sche Lan­des­kir­che da­zu ein­nah­men. An­hand von Ar­chi­vquel­len und Ge­set­zes­tex­ten zeich­ne­te sie die De­bat­te um die Fra­ge „wer sich ver­meh­ren darf“nach. Und sie macht dar­auf auf­merk­sam, dass das mo­ra­li­sche Di­lem­ma der Ent­schei­dung über Men­schen­le­ben und de­ren Wert in Zei­ten des me­di­zi­ni­schen Fort­schritts fort­be­steht.

Erst­kom­mu­ni­on im Wan­del der Zeit: Dritt­kläss­ler der Grund­schu­le Bei­ert­heim gin­gen im ka­tho­li­schen Re­li­gi­ons­un­ter­richt der Fra­ge nach, wie das Fest der Kom­mu­ni­on im Lau­fe der Zeit ge­fei­ert wur­de. Mit Blick auf ih­re ei­ge­ne Kom­mu­ni­ons­vor­be­rei­tung re­cher­chier­ten sie, wie sich ih­re Ver­wand­ten an die­ses Er­eig­nis er­in­nern konn­ten. Auf der Ba­sis der Zeit­zeu­gen­in­ter­views ge­stal­te­ten die Kin­der ei­ne Mit­mach-Aus­stel­lung in St. Michael und lu­den die Ge­mein­de­mit­glie­der ein, selbst ih­re Ge­schich­te zu er­zäh­len. Die Grund­schü­ler wa­ren er­staunt, dass die Erst­kom­mu­ni­on nicht nur in re­li­giö­ser Hin­sicht in Er­in­ne­rung blieb. So er­zähl­ten vie­le Zeit­zeu­gen von ganz welt­li­chen Din­gen, wie ei­nem ver­schenk­ten Tor­wart­tri­kot, ei­ner Ma­sern-Er­kran­kung oder dem „fal­schen Kleid“am Fest­tag.

Die Kauf­manns­fa­mi­lie Knopf: Dass die Mi­gra­ti­on ein zen­tra­les Ele­ment jü­di­scher Iden­ti­tät ist, hat Ju­li­ka Rösch vom Mark­gra­fen-Gym­na­si­um Dur­lach an ei­nem Bei­spiel auf­ge­zeigt. Zwei ein­schnei­den­de Mi­gra­ti­ons­schrit­te er­leb­ten die Knopfs in 200 Jah­ren: Der ers­te führ­te die jü­di­sche Fa­mi­lie aus Po­sen nach Karls­ru­he, wo sie das Wa­ren­haus „Ge­schwis­ter Knopf“grün­de­te, die ers­te Fi­lia­le ei­nes Wa­ren­haus-Im­pe­ri­ums. Der zwei­te Schritt führ­te die Knopfs auf der Flucht vor na­tio­nal­so­zia­lis­ti­scher Ver­fol­gung nach New York. Aus­ge­hend vom Wa­ren­haus­grün­der Max Knopf über des­sen Toch­ter Mar­ga­re­te Le­vis bis hin zu Don Le­vis, dem in New York le­ben­den Uren­kel, ver­folgt die Elft­kläss­le­rin die­se Fa­mi­li­en­ge­schich­te des Karls­ru­her Zweigs der Fa­mi­lie Knopf.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.