Grü­ße aus dem Ur­laub

Trotz E-Mail und SMS wer­den im­mer noch Post­kar­ten ver­schickt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SONNTAGSKINDER - Tanja Ka­sisch­ke

In ein­ein­halb Wo­chen star­ten die Som­mer­fe­ri­en und da­mit be­ginnt die Ur­laubs­zeit, in der vie­le Fa­mi­li­en ver­rei­sen. Wer mag, schickt von un­ter­wegs Post nach Hau­se und grüßt da­mit Freun­de oder Nach­barn. Kar­ten­schrei­ben ge­hört noch im­mer da­zu, ob­wohl we­gen E-Mails und Kurz­nach­rich­ten vom Han­dy ver­mut­lich we­ni­ger Post­kar­ten ver­schickt wer­den als frü­her. Ein Grund mehr, sich mit den ver­blie­be­nen Bot­schaf­ten Mü­he zu ge­ben. Sie wer­den vom Emp­fän­ger be­stimmt ge­wür­digt. Hier kom­men ein paar Tipps für Ur­laubs­grü­ße, die gut an­kom­men.

Um­schlä­ge bas­teln

Brief­um­schlä­ge sel­ber­ma­chen geht mit ei­ner Scha­blo­ne ganz schnell. Da­zu zu­erst ei­nen al­ten Brief­um­schlag an den Kle­be­stel­len vor­sich­tig auf­tren­nen und aus­ein­an­der­fal­ten. Das Pa­pier auf ei­nen sta­bi­len Kar­ton le­gen und mit ei­nem Stift um­ran­den, Scha­blo­ne aus­schnei­den, fer­tig. Die Falt­kan­ten, an de­nen der Um­schlag spä­ter ge­knickt wird, mit Strich­li­ni­en ein­zeich­nen. Die Scha­blo­ne kann auf je­des be­lie­bi­ge Pa­pier ge­legt wer­den. Tipp: Je klei­ner die Scha­blo­ne, des­to mehr Aus­wahl hat man beim Ma­te­ri­al und kann zum Bei­spiel Sei­bil­den. ten aus Zeit­schrif­ten ver­wen­den, auch ein Ma­ga­zin aus dem Ur­laub oder ei­nen Rei­se­ka­ta­log. Wer meh­re­re Um­schlä­ge aus dem­sel­ben Pa­pier bas­telt, kann sie als Set ver­schen­ken.

Gut ver­sie­gelt

Gut ver­sie­gelt wur­de ein Brief frü­her, ehe er ab­ge­schickt wur­de. Der Ab­sen­der drück­te da­zu das Sie­gel, ei­ne Art Stem­pel, in ei­nen Trop­fen flüs­si­ges Sie­gel­wachs, das er zu­vor er­wärmt und auf den Brief ge­träu­felt hat­te. Ehe es Brief­um­schlä­ge gab, wur­den Brief­bö­gen auf der Vor­der­sei­te be­schrif­tet und mit der un­be­schrie­be­nen Rück­sei­te au­ßen ge­fal­tet. Das Sie­gel­wachs ver­schloss den Brief und ver­riet den Ab­sen­der: Denn je­der be­saß ei­nen per­sön­li­chen Sie­gelstem­pel. Au­ßer­dem wahr­te ein Sie­gel das Brief­ge­heim­nis, denn das Pa­pier ließ sich nur öff­nen, in­dem das Sie­gel ge­bro­chen wur­de. Ein Kor­ken, in des­sen Un­ter­sei­te ein Knopf mit Mus­ter ge­drückt wird, funk­tio­niert wie ein Sie­gelstem­pel. Vor­aus­set­zung: Der Knopf hat ein Mus­ter. Mit ei­ner bren­nen­den Ker­ze Wachs auf ei­nen Brief­um­schlag träu­feln, das Knopf­sie­gel hin­ein­drü­cken und kurz fest­hal­ten, bis das Wachs er­kal­tet und fes­ter wird. Dann wie­der lö­sen. Tipp: Ro­te Ker­zen se­hen aus wie ech­tes Sie­gel­wachs.

Ge­heim­schrift

Zi­tro­nen­saft macht Schrift un­sicht­bar, per­fekt für ei­ne ge­hei­me Gruß­bot­schaft. Mit ei­ner Fe­der oder ei­nem spitz zu­ge­schnit­te­nen Stroh­halm den Saft auf Pa­pier auf­tra­gen und gut trock­nen las­sen. Ab geht die Post! Ein war­mes Bü­gelei­sen macht die Nach­richt wie­der sicht­bar.

Post aus Stoff

Ku­schel­post passt nicht nur zu Lie­bes­brie­fen! Ei­ne Pa­pier­post­kar­te auf ein Stück Stoff le­gen und die Rän­der mit ei­nem Stift nach­zie­hen. Wich­tig: Den Stoff vor­ab fal­ten, so dass sich beim Aus­schnei­den zwei post­kar­ten­gro­ße Stoffs­tü­cke er­ge­ben. De­ren Rand soll­te ei­ne Fin­ger­kup­pe brei­ter sein als die ur­sprüng­li­che Post­kar­te, an die­ser Kan­te wer­den bei­de Hälf­ten nach dem Be­schrif­ten zu­sam­men­ge­näht. Die Ku­schel­post mit Stoff­mal­far­ben be­ma­len, den Ab­sen­der drauf­schrei­ben, die Kar­te trock­nen las­sen und zu­sam­men­nä­hen. Be­vor die letz­te Kan­te zu­ge­näht wird, kommt noch ein biss­chen Füll­wol­le in die „Hül­le“, so dass sie aus­sieht wie ein klei­nes Kis­sen. Ach­tung: Die Post­kar­te muss, wenn sie in­ner­halb Deutsch­lands ab­ge­schickt wird, mit ei­ner 1,45-Eu­ro-Brief­mar­ke fran­kiert wer­den. Die 45 Cent für ei­ne nor­ma­le Post­kar­ten rei­chen als Por­to nicht aus.

Ma­len nach Zah­len

Mo­tiv­rät­sel funk­tio­nie­ren wie „Ma­len nach Zah­len“. Sie zu lö­sen, macht viel Spaß: Passt das Bild zum Ur­laubs­ort? Wel­che Ge­schich­te er­zählt es? Das Mo­tiv mit Blei­stift auf ei­ne lee­re Post­kar­te zeich­nen. Mit schwar­zem Filz­stift dann ei­ni­ge Punk­te mar­kie­ren und mit Zah­len der Rei­he nach be­schrif­ten. Sie ver­bin­det der Emp­fän­ger, so­bald er die Post er­hal­ten hat. Nicht ver­ges­sen: Das Ori­gi­nal­mo­tiv vorm Ver­schi­cken weg­ra­die­ren!

Schnip­sel auf­kle­ben

Statt zu schrei­ben ist es ei­ne schö­ne Ab­wechs­lung, Zei­tungs­schnip­sel auf ei­ne Post­kar­te zu kle­ben und dar­aus neue Sät­ze zu Für Fort­ge­schrit­te­ne: Wäh­rend der Fe­ri­en im Aus­land die frem­de Spra­che ver­wen­den, die dort ge­spro­chen wird!

Kunst auf Kar­ten

Post­kar­ten­kunst auf Ur­laubs­kar­ten kommt übe­r­all gut an! Das Mo­tiv der ge­kauf­ten Kar­te be­lie­big ver­zie­ren, zum Bei­spiel mit was­ser­fes­tem Stift, Na­gel­lack, Ein­tritts­kar­ten oder ei­ner Pri­se Sand vom Strand. Tipp: Mit et­was Kleis­ter lässt sich Sand zu ei­nem Brei mi­schen, der – nach­dem er auf ei­nem sta­bi­len, post­kar­ten­gro­ßen Kar­ton aus­ge­här­tet ist – wie ein ech­tes Stück vom Strand ver­schickt wer­den kann. Je schwe­rer die Kar­te, des­to teu­rer das Por­to!

Mit aus­ge­schnit­te­nen Schnip­seln aus der Zei­tung kann man auch ei­ne Post­kar­te schrei­ben. Und manch­mal rei­men sich die Tex­te so­gar! Fo­to: Gers­ten­berg-Ver­lag (aus dem Buch „Ab die Post)

Vie­le Ide­en für schö­ne Brie­fe und Kar­ten fin­den sich in die­sem Buch.

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