Vor­fahrt für die Klei­nen

Das Zug­spitz­land prä­sen­tiert Na­tur zum Aus­pro­bie­ren

Der Sonntag (Mittelbaden) - - REISE & URLAUB - Ju­dith Kunz

Er­leb­nis­sta­tio­nen in der Na­tur zum Aus­pro­bie­ren, An­fas­sen und Ent­de­cken. Wil­de Schluch­ten und sanf­te Spa­zier­gän­ge, küh­le Was­ser­fäl­le und son­ni­ge Lie­ge­wie­sen. Das Zug­spitz­land rund um die drei Or­te Oberau, Eschen­lo­he und Far­chant bie­tet per­fek­te Be­din­gun­gen für ei­nen ge­ne­ra­ti­ons­über­grei­fen­den Ur­laub. Wie funk­tio­niert ein Baum­te­le­fon? Und wie klingt ei­gent­lich die Berg­welt? An den 18 Sta­tio­nen des Wal­d­er­leb­nis­pfa­des in Far­chant er­le­ben Fa­mi­li­en den Wald mit al­len Sin­nen und er­fah­ren da­bei Wis­sens­wer­tes über das Öko­sys­tem. Da­bei geht es ei­ne drei­vier­tel St­un­de schat­tig und eben durch den Forst. Lan­ge­wei­le kommt kei­ne auf. „Wir wol­len Fan­ta­sie und Kon­zen­tra­ti­on der Kin­der an­re­gen – auf spie­le­ri­sche Wei­se und oh­ne künst­li­che Ani­ma­ti­on“, er­klärt Tou­ris­tik­lei­te­rin Bar­ba­ra Host­mann. Wäh­rend die grö­ße­ren Kin­der spie­len und ent­de­cken, plan­schen die Klei­nen mit Oma und Opa durchs Kn­eipp­be­cken und füh­len, wie schön der Wald­bo­den fe­dert. Da­bei ist die Na­tur im Loi­sach­tal vor der Zug­spit­ze die per­fek­te Ku­lis­se für Spiel und Spaß. Der son­ni­ge, wei­te Tal­kes­sel ist ide­al für ge­müt­li­che Wan­de­run­gen – mit bes­ter Sicht auf be­ein­dru­cken­de Berg­pan­ora­men wie das Wet­ter­stein­mas­siv samt Alp- und Zug­spit­ze. So­gar die Kleins­ten kön­nen mit auf die Aus­flü­ge, dank vie­ler kin­der­wa­gen­ge­rech­ter We­ge für die ganz Klei­nen. Der in­ter­ak­ti­ve Na­tur­er­leb­nis­pfad in Eschen­lo­he in­for­miert an mehr als 20 Sta­tio­nen über hei­mi­sche Tie­re und Pflan­zen. Nä­he­res über die Ge­schich­te ver­mit­telt der his­to­ri­sche Lehr­pfad in Oberau ent­lang der al­ten Ki­en­berg­stra­ße, ein le­gen­dä­rer Ab­schnitt der al­ten Han­dels­ver­bin­dung Augs­burg-Ve­ne­dig. Hier zo­gen einst Kö­ni­ge und Fürs­ten nach Ita­li­en, wan­der­ten Pil­ger über den Ki­en­berg nach Rom. Auch Händ­ler und Bo­ten nutz­ten die Pass­stra­ße. Heu­te zeigt der Lehr­pfad die Mei­len­stei­ne die­ser ge­schichts­träch­ti­gen Ver­bin­dung. Lust auf ei­ne Ab­küh­lung? Das Ele­ment Was­ser gibt es in vie­len Va­ria­tio­nen – ent­we­der in ei­nem der groß­zü­gi­gen Frei­bä­der, als ent­spann­tes Plät­schern an der Loi­sach oder als Rau­schen bei ei­ner Wan­de­rung durch die Asam­klamm oder zu den Kuh­flucht­fäl­len, die über meh­re­re Fall­stu­fen ins­ge­samt 270 Me­ter zu Tal stür­zen. Da­mit ge­hö­ren sie zu den höchs­ten in ganz Deutsch­land. Ab der obe­ren Kuh­flucht­brü­cke wur­de der Weg so aus­ge­baut, dass auch un­ge­üb­te­re Wan­de­rer die Aus­sicht ge­nie­ßen kön­nen. In der Asam­klamm in Eschen­lo­he hat sich die Eschen­lai­ne ei­ne tie­fe Schlucht ge­bahnt, vor­bei an schrof­fen, stei­len Fels­wän­den. Den bes­ten Blick auf die­ses Spek­ta­kel hat man von der Asam­klamm­brü­cke; die Rund­wan­de­rung dau­ert et­wa ein­ein­halb St­un­den. Wenn der sanf­te klei­ne Fluss durch Schnee­schmel­ze oder län­ge­ren Re­gen an­schwillt, hallt ein dump­fes Brül­len durch die Klamm. Be­schau­li­cher geht es da bei der ab­wechs­lungs­rei­chen Fa­mi­li­en­wan­de­rung zu, die von Eschen­lo­he an den Sie­ben Qu­el­len vor­bei nach Oberau führt. Zu­nächst geht es ent­lang der Loi­sach und dem Mühl­bach, wo Kin­der un­zäh­li­ge Mög­lich­kei­ten zum plan­schen und St­ei­ne wer­fen fin­den. Dann über Wie­sen, Feld- und Wald­we­ge zu den Karst­quel­len, die durch ih­re Na­tur­be­las­sen­heit und Klar­heit be­ein­dru­cken und sich zu ei­ner Rast mit gran­dio­sem Zug­spitz­blick an­bie­ten. Zu gu­ter Letzt ent­fal­tet das Pfühl­moos sei­ne gan­ze Pracht: Hell­gel­be Troll­blu­men blü­hen ne­ben dun­kel­ro­ten Ku­ckucks­blu­men und dun­kel­blau­en Schwert­li­li­en. Die Stre­cke be­trägt rund sie­ben Ki­lo­me­ter, zu­rück geht es mit der Bahn. Von ei­ner Qu­el­le ge­speist wird auch der gro­ße Na­tur­see im Al­pen­schwimm­bad Oberau. Hier kön­nen klei­ne und gro­ße Was­ser­rat­ten ganz ent­spannt plan­schen, sich am Spiel­platz be­schäf­ti­gen oder an den Tisch­ten­nis­plat­ten ih­re Kräf­te mes­sen – ge­nau­so wie im Far­chan­ter Warm­frei­bad, das mit 43 Me­ter lan­ger Rut­sche, 20 000 Qua­drat­me­ter gro­ßer Lie­ge­wie­se und Beach­vol­ley­ball­platz punk­tet. Wer nicht auf ei­ge­ne Faust durchs Zug­spitz­land strei­fen möch­te, kann an ge­führ­ten Wan­de­run­gen teil­neh­men. Von „We­ge und Stei­ge die kaum ei­ner kennt“, über Spa­zier­gang mit Kräu­ter­päd­ago­gin bis zur Voll­mond­wan­de­rung mit Pick­nick oder der Bau­ern­hof­füh­rung auf dem Höl­len­stein­hof der Fa­mi­lie Schö­nach. Dort ler­nen klei­ne und gro­ße Be­su­cher erst al­les über den Hof­be­trieb und die Tie­re, be­vor sie selbst But­ter stamp­fen dür­fen und sich da­nach die zünf­ti­ge Brot­zeit schme­cken las­sen.

Die Al­pen­gi­gan­ten im Blick: Das Zug­spitz­land ist ein tou­ris­ti­scher Zu­sam­men­schluss, dem die Or­te Far­chant, Oberau und Eschen­lo­he an­ge­hö­ren. Be­son­ders Fa­mi­li­en kom­men hier auf ih­re Kos­ten.

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