Le­se­stoff

Der Sonntag (Mittelbaden) - - TIPPS & THEMEN - Max

Ste­fa­nie Sarg­na­gel kommt aus dem In­ter­net und ist, mit Aus­nah­me von Rai­nald Goetz und sei­nem On­li­ne-Ta­ge­buch „Ab­fall für al­le“, die ers­te deutsch­spra­chi­ge Au­to­rin, die im Netz ei­ne Form für sich ge­fun­den hat, die passt, als Li­te­ra­tur funk­tio­niert und über die bis­he­ri­gen Ka­nä­le ein gro­ßes Pu­bli­kum er­reicht. Ste­fa­nie Sarg­na­gel schreibt ra­di­kal sub­jek­tiv und sehr wei­se über das so­ge­nann­te ein­fa­che Le­ben, über Fe­mi­nis­mus, über Aus­sichts­lo­sig­keit und De­pres­si­on. Ste­fa­nie Sarg­na­gel gibt sich wort­karg, ge­rät aber doch im­mer wie­der ins Er­zäh­len, zeich­net zwi­schen­durch auch mal was, sprengt al­le Gen­re­gren­zen und er­reicht auf nie be­tre­te- nen Pfa­den et­was, das man nicht Ro­man nen­nen muss, um da­von ge­fes­selt zu sein. Das ist oft zum Brül­len ko­misch und manch­mal tra­gisch. Ih­re Tex­te sind wie ein Gip­fel­tref­fen zwi­schen Chris­ti­ne Nöst­lin­ger und Heinz Strunk, aus de­nen bei­de mit ei­nem Mords­ka­ter her­vor­ge­hen. Le­se­pro­be: „Ich möch­te nicht ar­bei­ten, ich möch­te mei­ne Zeit mit Nichts­tun ver­brin­gen, ich bin ei­ne Au­ßer­ir­di­sche, ich bin der Mond­mann, ich will mir al­les in Ru­he an­schaun hier auf der Er­de.“Wer sowas mag, wird auch das Buch ger­ne ver­schlin­gen.

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