Der Scham­pus war­tet schon

Der Bri­te Chris­to­pher Froo­me darf heu­te die „Tour d’Hon­neur“ge­nie­ßen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Ru­ben Stark

Chris­to­pher Froo­me kann den Cham­pa­gner kalt stel­len. Der bri­ti­sche Rad­pro­fi hat die letz­te gro­ße Her­aus­for­de­rung der 104. Tour de Fran­ce im Sti­le ei­nes Cham­pi­ons ge­meis­tert und steht kurz vor sei­nem vier­ten Ge­samt­sieg. Mit tie­fer Zuf­rie­den­heit und freu­de­strah­lend nahm Froo­me das Gel­be Tri­kot im Fuß­ball-Sta­di­on von Mar­seil­le ent­ge­gen. Der Ti­tel­ver­tei­di­ger vom Team Sky bau­te sei­nen knap­pen Vor­sprung in der Ge­samt­wer­tung im 22,5 Ki­lo­me­ter lan­gen Ein­zel­zeit­fah­ren der 20. und vor­letz­ten Etap­pe aus und muss heu­te nur noch das Ziel in Pa­ris er­rei­chen – An­grif­fe auf das Gel­be Tri­kot wird es wie im­mer bei der „Tour d’Hon­neur“nicht ge­ben. „Es ist un­glaub­lich, das Am­bi­en­te hier in Mar­seil­le war enorm“, sag­te Froo­me freu­de­strah­lend. Der deut­sche Welt­meis­ter To­ny Mar­tin ging wie beim Auf­takt­zeit­fah­ren in Düs­sel­dorf vor drei Wo­chen leer aus. Der 32- Jäh­ri­ge vom Team Kat­ju­s­cha-Al­pe­cin be­leg­te mit 14 Se­kun­den Rück­stand auf Ta­ges­sie­ger Ma­ciej Bod­nar vom deut­schen Team Bo­ra-hans­gro­he den vier­ten Platz. Froo­me (+0:06 Mi­nu­ten), der sei­ne vier­te Tour oh­ne ei­nen ein­zi­gen Etap­pen­sieg ge­win­nen wird, wur­de Drit­ter. „Es ist die Tour, die drei Wo­chen zäh­len. Ich bin nicht trau­rig dar­über“, sag­te er. In der Are­na von Olym­pi­que Mar­seil­le brach ein gel­len­des Pfeif­kon­zert aus, als der Bri­te um 17.04 Uhr als letz­ter von 167 Fah­rern von der Ram­pe roll­te. In den Pfif­fen lag vor al­lem die Hoff­nung auf ei­ne Sen­sa­ti­on von Lo­kal­ma­ta­dor Ro­main Bar­det. Aber 28:21 Mi­nu­ten spä­ter war der neu­er­li­che Tour-Tri­umph Froo­mes mit der Ziel­durch­fahrt in der nicht kom­plett ge­füll­ten Are­na be­sie­gelt. Bei der Sie­ger­eh­rung gab es dann Bei­fall für den Tour-Cham­pi­on. Im „Mail­lot jau­ne“schlug Froo­me vom Start weg ein ho­hes Tem­po an, schon bei der ers­ten Zwi­schen­zeit nach zehn Ki­lo­me­tern lag er deut­lich vor sei­nen schärfs­ten Ri­va­len Bar­det (AG2R) und Ri­go­ber­to Uran (Ko­lum­bi­en/Can­non­da­le-Dra­pac). An der Schlüs­sel­stel­le bau­te Froo­me das Pols­ter aus: An­ders als Bar­det, der sicht­bar zu kämp­fen hat­te, fuhr Froo­me mit ei­nem gleich­mä­ßi­gen Rhyth­mus den im Schnitt 9,5 Pro­zent stei­len und 1,2 Ki­lo­me­ter lan­gen An­stieg zur Wall­fahrts­kir­che Not­re-Da­me de la Gar­de hin­auf. Der fol­gen­de Weg zum Ziel wur­de für Froo­me zur Tri­umph­fahrt, in der er den vor ihm ge­star­te­ten Bar­det fast noch über­hol­te. Der Fran­zo­se war ges­tern der gro­ße Verlierer. Der Hoff­nungs­trä­ger der Gran­de Na­ti­on ver­lor sei­nen zwei­ten Platz in der Ge­samt­wer­tung an Uran und bei­na­he auch den drit­ten Po­dest­platz. Sein Vor­sprung auf Froo­me-Hel­fer Mi­kel Lan­da (Spa­ni­en) schrumpf­te auf ei­ne Se­kun­de. Als Froo­me über den Ziel­strich roll­te, war das Ren­nen für Mar­tin be­reits seit rund zwei St­un­den be­en­det. Wie schon beim Auf­takt­zeit­fah­ren hat­te es für den vier­ma­li­gen Welt­meis­ter in sei­ner Spe­zi­al­dis­zi­plin nicht zum Sieg ge­reicht. Sei­ne Ent­täu­schung hielt sich in Gren­zen: „Ich muss ak­zep­tie­ren, dass Bod­nar schnel­ler war.“Heu­te en­det die 104. Frank­reich-Rund­fahrt. Froo­me darf die Tri­umph­fahrt nach Pa­ris ge­nie­ßen und mit ei­nem Glas Scham­pus an­sto­ßen. Für die Sprin­ter geht es auf den 103 Ki­lo­me­tern von Montgeron zum Champs-Ély­sées aber noch­mals um al­les, das Ziel ist der pres­ti­ge­träch­ti­ge Etap­pen­sieg.

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