Jo­nes: Müs­sen sou­ve­rä­ner spie­len

Frau­en-EM: Die Bun­des­trai­ne­rin schlägt Alarm

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT -

Als es auf Mit­ter­nacht zu­ging, schlug St­ef­fi Jo­nes Alarm. „Wir sind jetzt an ei­nem Punkt, wo wir wahn­sin­nig viel Ver­trau­en aus­ge­spro­chen ha­ben und die Mann­schaft das ganz toll um­setzt“, sag­te die von ei­ner Ach­ter­bahn­fahrt der Ge­füh­le ge­zeich­ne­te Fuß­ball-Bun­des­trai­ne­rin, und leg­te dann den Fin­ger in die Wun­de: „Es reicht aber nicht – To­re müs­sen wir schie­ßen und an un­se­ren Feh­lern ar­bei­ten.“Denn beim 2:1(1:1)-Zit­ter­sieg im zwei­ten EM-Spiel ge­gen Ita­li­en klemm­te es beim DFB-Team wie bei der Null­num­mer ge­gen Schwe­den ge­hö­rig im Ab­schluss. Da­zu mach­te der Re­kord­Eu­ro­pa­meis­ter den Au­ßen­sei­ter mit un­nö­ti­gen Feh­lern stark. In die­ser Form kann der rund­er­neu­er­te EM-Dau­er­sie­ger kei­ne An­sprü­che auf den neun­ten Ti­tel­ge­winn, den sieb­ten in Se­rie, an­mel­den. Das weiß auch Jo­nes: „Wir müs­sen dar­aus ler­nen. Sonst wird es schwer, das Ziel zu er­rei­chen.“Weil trotz 24 Tor­schüs­sen kei­ne Tref­fer aus dem Spiel her­aus fie­len, muss­ten in Til­burg die In­nen­ver­tei­di­ge­rin­nen Jo­se­phi­ne Hen­ning (19.) nach ei­nem Frei­stoß und Ba­bett Pe­ter (67.) per Foul­elf­me­ter die Koh­len aus dem Feu­er ho­len. Bei­de Ma­le half Lau­ra Gi­u­lia­ni, Tor­hü­te­rin der Squa­dra Az­zur­ra, kräf­tig mit. Im­mer­hin steht vor dem letz­ten Grup­pen­spiel ge­gen Russ­land am Di­ens­tag (20.45 Uhr/ZDF und Eu­ro­sport) die Tür zum Vier­tel­fi­na­le als Ta­bel­len­zwei­ter hin­ter den punkt­glei­chen Schwe­din­nen und ei­nen Zäh­ler vor Russ­land weit of­fen. Selbst ein Re­mis wür­de am Di­ens­tag ge­nü­gen, doch die An­sprü­che sind na­tür­lich an­de­re. Ka­pi­tä­nin Dz­se­ni­fer Ma­roz­san: „So vie­le Chan­cen er­ar­bei­tet man sich nicht so oft. Wir müs­sen die eis­kalt nut­zen, sonst wird man be­straft.“Wie ver­wund­bar der Olym­pia­sie­ger in die­ser Ver­fas­sung ist, zeig­te nicht nur das Ge­gen­tor durch Ila­ria Mau­ro (29.) nach ei­nem Kon­ter. Selbst in Über­zahl nach Gelb-Rot ge­gen Eli­sa Bar­to­li (69.) wirk­te der Fa­vo­rit ver­un­si­chert. „Wir müs­sen das ein­fach sou­ve­rä­ner spie­len“, mo­nier­te Jo­nes. Ma­roz­san pflich­te­te bei: „Wir hät­ten das coo­ler run­ter­spie­len müs­sen.“Wie aber kommt die Cool­ness zu­rück? Spiel­ge­stal­te­rin Ma­roz­san hat ei­ne sim­ple Ant­wort. „Es muss mal knal­len auf dem Platz. Der Kno­ten muss plat­zen. Wir müs­sen aus dem Spiel her­aus das ers­te Tor ma­chen, dann wird es flut­schen“, be­ton­te die 25-Jäh­ri­ge vom fran­zö­si­schen Tri­pleSie­ger Olym­pi­que Lyon. Hoff­nung macht viel­leicht der Blick in die Ver­gan­gen­heit. Beim Olym­pia­sieg in Rio 2016 und beim EM-Tri­umph 2013 in Schwe­den hat­te sich die DFB-Aus­wahl in der Vor­run­de schwer ge­tan – und hol­te am En­de doch die Ti­tel. Doch das Team will sich nicht auf sei­nem Nim­bus als Tur­nier­mann­schaft aus­ru­hen. „Das ist Ver­gan­gen­heit“, be­ton­te die Spiel­füh­re­rin, „und wir sind ein völ­lig an­de­res Team.“

Traf per Frei­stoß: In­nen­ver­tei­di­ge­rin Jo­s­phi­ne Hen­ning (links; hier ge­gen die Ita­lie­ne­rin Ila­ria Mau­ro, die das Ge­gen­tor er­ziel­te). Am En­de ge­wann die DFB-Elf am Frei­tag mit 2:1. Fo­to: AFP

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