Nach­ba­rin Na­tur

Stu­ten­see und Gerns­bach wol­len mehr bio­lo­gi­sche Viel­falt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - Patri­cia Klatt

Step­pen­sal­bei, Dor­ni­ger Hau­he­chel, Früh­lings­platterb­se oder auch ei­ne frisch ein­ge­sä­te Pflan­zen­mi­schung spe­zi­ell für Schmet­ter­lin­ge ne­ben ei­ner Bus­hal­te­stel­le – Rei­ner Dick, der Lei­ter der St­abs­stel­le Um­welt in Stu­ten­see, ist mit dem Er­geb­nis des „Na­tur nah dran“-Work­shops sehr zu­frie­den. Stu­ten­see ist ei­ne der zehn Kom­mu­nen, die 2017 bei die­sem Na­tur­schutz­pro­jekt zum Zu­ge ka­men – eben­falls mit von der Par­tie ist Gerns­bach. Die Kom­mu­nen wol­len da­mit et­was für die Bio­lo­gi­sche Viel­falt tun, der in Zei­ten des Kli­ma­wan­dels im­mer hö­he­re Be­deu­tung zu­kommt. Städ­ti­sche Grün­flä­chen oder Wäl­der, na­tur­na­he Ge­wäs­ser, die Er­hal­tung gro­ßer, al­ter Bäu­me oder die Grün­ver­net­zung sind Schlag­wor­te, die je­der schon ge­hört hat und die in der Stadt­pla­nung ei­ne im­mer stär­ke­re Ge­wich­tung er­hal­ten. „Bei uns hat der Na­tur- und Um­welt­schutz schon seit län­ge­rem ei­ne gro­ße Be­deu­tung“, sagt Rei­ner Dick über die Stadt Stu­ten­see. Be­gon­nen hät­ten die „Grü­nen Maß­nah­men“im Au­ßen­be­reich“, das ha­be gut funk­tio­niert und sei von ei­nem Bio­top­ver­net­zungs­kon­zept be­glei­tet wor­den. Ei­ne Stadt ge­winnt da­durch als Le­bens­raum für vie­le Ar­ten an Be­deu­tung, die in der „Agrarstep­pe“kei­ne Exis­tenz­grund­la­gen mehr fin­den. Ein dich­tes Stra­ßen­netz und in­ten­siv ge­nutz­te Land­schaf­ten tren­nen die Le­bens­räu­me von Tie­ren, des­halb gibt es vie­le An­stren­gun­gen, durch ein grü­nes We­ge­netz ei­nen Bio­top­ver­bund zu schaf­fen, wie auch in Stu­ten­see ge­sche­hen. Es sei dann vor ein paar Jah­ren der Wunsch des Ge­mein­de­rats ge­we­sen, die öko­lo­gi­sche Auf­wer­tung auf den In­nen­be­reich aus­zu­deh­nen, so Dick, ers­te Flä­chen sei­en auch be­reits um­ge­stal­tet wor­den. „Mit „Na­tur nah dran“ist nun noch ein zu­sätz­li­cher Baustein da­zu ge­kom­men“, freut sich Rei­ner Dick und be­tont, dass die in­ter­kom­mu­na­le Zu­sam­men­ar­beit im Sin­ne des Na­tur­schut­zes in die­ser Form neu­ar­tig und sehr er­folg­reich sei. Im Rah­men des Pro­jek­tes wer­den nun wei­te­re fünf städ­ti­sche Flä­chen zu wert­vol­len Le­bens­räu­men für Pelz­bie­nen, Schwal­ben- schwän­ze und Stieg­lit­ze um­ge­stal­tet wer­den, die schweiß­trei­ben­den An­fän­ge da­für wur­den wäh­rend des Work­shops ge­setzt. In den Stu­ten­se­er Stadt­ei­len Blan­ken­loch und Büchig wur­de ge­gra­ben, ge­sät und ge­pflanzt, al­les un­ter fach­kun­di­ger An­lei­tung des NABUTeams „Na­tur nah dran“und des Na­tur­gar­ten­pla­ners Rein­hard Witt. Der ge­ziel­te Ein­satz hei­mi­scher Pflan­zen auf sol­chen Flä­chen kann die bio­lo­gi­sche Viel­falt im Sied­lungs­raum enorm stei­gern. Rund ein Drit­tel der Wild­bie­nen sind bei­spiels­wei­se im Blü­ten­be­such spe­zia­li­siert, so dass ein ent­spre­chen­des Pflan­zen­an­ge­bot in den Städ­ten auch ein wirk­sa­mes An­ge­bot für den Bie­nen­schutz ist. „Für die Na­tur ist es wich­tig, dass sich die Flä­chen gut ent­wi­ckeln, aber min­des­tens ge­nau­so wich­tig ist ei­ne be­glei­ten­de Öf­fent­lich­keits­ar­beit“, sagt Pro­jekt­lei­ter Mar­tin Klatt vom Na­bu. Denn auch wenn die Ver­ant­wort­li­chen in den Städ­ten und Ge­mein­den er­kannt ha­ben, dass mehr Na­tur auf den Flä­chen not­wen­dig ist, heißt das nicht zwangs­läu­fig, dass die Bür­ger das ge­nau­so se­hen. Auf der Home­page von Stu­ten­see wur­de des­halb schon vor meh­re­ren Wo­chen aus­führ­lich er­klärt, was ge­ra­de auf den Flä­chen pas­siert und war­um. Nun freu­en sich die Ver­ant­wort­li­chen der Stadt und des NA­BU aber erst ein­mal auf die po­si­ti­ve Ent­wick­lung von „Nach­ba­rin Na­tur“. Ca­ro­lin de Mat­tia vom NABUTeam hofft zu­dem , „dass Stu­ten­see auch in an­dern Stadt­tei­len sol­che „Na­tur nah dranFlä­chen“an­le­gen wird“.

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