Reif für Kroa­ti­ens schöns­te In­seln

Idyl­li­sche Ba­de­buch­ten und ma­le­ri­sche Ha­fen­städt­chen – für je­den et­was

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Reise & Urlaub - Srt

Ge­nau 1244 – so vie­le In­seln, In­sel­chen, Fels­klip­pen und Rif­fe ge­hö­ren zu Kroa­ti­en. Ei­nes ha­ben sie al­le ge­mein­sam: Sie wer­den von kris­tall­kla­rem Was­ser um­spült und ste­hen in der Gunst der Ur­lau­ber ganz oben. Wir sa­gen, wo Kul­tur­fans, Wan­der­freun­de, Par­ty­gän­ger und Son­nen­an­be­ter auf ih­re Kos­ten kom­men.

Lo­sinj: In­sel der Düf­te

Ob La­ven­del, Pfef­fer­minz oder Sal­bei: Ir­gend­et­was blüht und duf­tet im­mer auf der grü­nen In­sel in der Kvar­ner Bucht, die über ei­ne Brü­cke mit dem Nach­bar-Ei­land Cres ver­bun­den ist. Und das nicht nur im Aro­ma­g­ar­ten von Ma­li Lo­sinj, in dem es fruch­ti­gen Li­mon­cel­lo, bes­tes Oli­ven­öl, Fei­gen­mar­me­la­den, Ho­nig, Ge­wür­ze und Sei­fen zu kau­fen gibt. Un­ter dem Mot­to „Düf­te und Aro­men der In­sel Lo­sinj“ste­hen je­den Mo­nat an­de­re Pflan­zen im Mit­tel­punkt. Der Ju­li ist der Bou­gain­villea ge­wid­met, der Au­gust steht im Zei­chen von Ole­an­der, Mis­pel und Fei­ge. Selbst in der Win­ter­sai­son gibt es noch ge­nü­gend zu er­schnup­pern – im Ja­nu­ar und Fe­bru­ar wer­den Oran­gen und Zi­tro­nen ge­ern­tet. Tief durch­zu­at­men lohnt sich für Ur­lau­ber auch auf den schat­ti­gen Spa­zier­we­gen, die an der Küs­te ent­lang durch Kie­fern­wäl­der füh­ren. Vom Ha­fen aus zeigt sich Rab von sei­ner fo­to­gens­ten Sei­te: Vier Glo­cken­tür­me über­ra­gen das mit­tel­al­ter­li­che Städt­chen, das sich auf ei­ner Land­zun­ge der gleich­na­mi­gen In­sel in der Kvar­ner Bucht er­hebt. Die Alt­stadt, ei­ne der schöns­ten Kroa­ti­ens, bie­tet atem­be­rau­ben­de Aus­bli­cke: Spa­zier­we­ge fol­gen den fel­si­gen Ba­de­buch­ten, Wan­der- und Rad­tou­ren füh­ren durch al­te Ei­chen­wäl­der oder auf den Ka­men­jak, den höchs­ten Berg der In­sel. Stolz sind die Be­woh­ner auf ih­re Tra­di­tio­nen: Auf dem Wochenmarkt in Pa­lit wer­den Na­tur­pro­duk­te von La­ven­del über Brom­bee­ren, Zie­gen­kä­se, Wein und Ho­nig bis hin zu Schaf­wol­le an­ge­bo­ten. Wer Un­ter­hal­tung sucht, der ist auf der nord­dal­ma­ti­ni­schen In­sel Pag vor Za­dar rich­tig – dort pul­siert das Nacht­le­ben. Epi­zen­trum der meist ju­gend­li­chen Fei­er­wü­ti­gen ist der Zr­ce-Strand bei No­val­ja, der mitt­ler­wei­le als das „Ibi­za Kroa­ti­ens“gilt. Zu den Par­ty-Hots­pots ge­hö­ren die di­rekt am Meer lie­gen­den Open-Air-Clubs Pa­pa­ya, Aqua­ri­us, Noa Beach und Ka­lyp­so mit ver­schie­de­nen Bar- und Loun­ge­be­rei­chen. Dort stei­gen Par­tys al­ler Art und ein Fes­ti­val mit an­ge­sag­ten DJs folgt auf das an­de­re. Nach ei­ner durch­t­anz­ten Nacht lässt sich ent­lang der 400 Me­ter lan­gen Ba­de­bucht wun­der­bar chil­len. Was für ein Blick! Das „Gol­de­ne Horn“(Zlat­ni rat) auf der In­sel Brac vor Split gilt als ei­ner der schöns­ten Strän­de Kroa­ti­ens. Und der ver­än­dert sich stän­dig: Je nach Strö­mung zeigt die die 500 Me­ter ins Meer ra­gen­de Strand­spit­ze aus fei­nen Kie­sel- st­ei­nen in ei­ne an­de­re Rich­tung. Den bes­ten Blick auf die Land­zun­ge hat man vom Berg Vi­do­va Go­ra aus, mit knapp 780 Me­ter die höchs­te Er­he­bung in der Adria. Nach der schweiß­trei­ben­den Tour hat man sich ein Bad im Meer red­lich ver­dient. Un­ter dem ju­go­sla­wi­schen Staats­chef Ti­to wa­ren die 14 Bri­ju­ni-In­seln vor der West­küs­te der Halb­in­sel Is­tri­en Sperr­ge­biet, ger­ne emp­fing er dort Staats­gäs­te und Hol­ly­wood-Grö­ßen. 1980 wur­de der Ar­chi­pel zum Na­tio­nal­park er­klärt, öf­fent­lich zu­gäng­lich ist nur Ve­li Bri­jun: Die größ­te der In­seln bie­tet Re­stau­rants, zwei Ho­tels so­wie ei­ni­ge lu­xu­riö­se Vil­len. Die Se­hens­wür­dig­kei­ten in­des las­sen sich vom Fest­land aus er­kun­den. In ge­heim­nis­vol­les Blau ist die „Höh­le des Odys­seus“ge­taucht, in dem der See­fah­rer der Sa­ge nach sie­ben Jahre ver­brach­te. Gut mög­lich, dass da­bei nicht nur die Zau­ber­kräf­te der Nym­phe Ka­lyp­so, son­dern auch die Schön­heit der In­sel nörd­lich von Du­brov­nik ei­ne Rol­le ge­spielt hat. Mit aus­ge­dehn­ten Pi­ni­en- und St­ein­ei­chen­wäl­dern ist sie ei­ne der wald­reichs­ten In­seln des ge­sam­ten Mit­tel­meers. Da­zwi­schen fin­den sich im­mer wie­der traum­haf­te Buch­ten wie die von Sap­lun­a­ra. Ei­nen Aus­flug wert ist der Na­tio­nal­park im Nor­den mit zwei Se­en: Die ro­ma­ni­sche Klos­ter­an­la­ge St. Ma­ria wur­de im 12. Jahr­hun­dert von Be­ne­dik­ti­nern auf ei­ner klei­nen In­sel ge­grün­det – ein wei­te­rer Ort auf Ml­jet, auf dem man sich gut vor­stel­len könn­te, es Odys­seus gleich zu tun.

Meer da­von: Blick auf Ma­li Lo­sinj vom Kal­va­ri­ja-Berg. Un­ter dem Mot­to „Düf­te und Aro­men der In­sel Lo­sinj“ste­hen je­den Mo­nat an­de­re Pflan­zen im Mit­tel­punkt des kroa­ti­schen Ei­lan­des. Fo­to: Herb / srt

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